Experten ordnen Risiko einNach Malaria-Todesfällen: Wie groß ist die Gefahr bei uns jetzt wirklich?

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Wie gefährlich ist die Flughafenmalaria in Frankfurt?
von Philipp Petersdorff

Mehrere Malaria-Fälle rund um den Frankfurter Flughafen, drei Menschen sind gestorben.
Das klingt beunruhigend. Doch Experten halten eine weitere Ausbreitung für sehr unwahrscheinlich – und erklären, warum selbst in Frankfurt das Ansteckungsrisiko sehr gering bleibt.

Gefahr nur, wenn ungewöhnliche Umstände aufeinandertreffen

Damit eine solche Infektion überhaupt möglich ist, muss einiges zusammenkommen. Eine Mücke mit Malaria-Erregern müsste beispielsweise mit einem Flugzeug oder über Fracht nach Deutschland gelangen. Sie müsste den Transport überleben und anschließend einen Menschen stechen. Unter günstigen Bedingungen können Anopheles-Mücken mehrere Kilometer zurücklegen.
Der Tübinger Malaria-Experte Peter Kremsner hält solche Fälle abseits internationaler Flughäfen für äußerst unwahrscheinlich. „Ganz auszuschließen ist es nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr, sehr, sehr gering weit weg von internationalen Flughäfen“, sagt er der dpa.

Eine wichtige Entwarnung gibt der Experte ebenfalls. Malaria überträgt sich nicht direkt von Mensch zu Mensch. Wer sich etwa während einer Tropenreise angesteckt hat, kann die Krankheit also nicht einfach an Angehörige weitergeben.

Im Video: Malaria-Fälle rund um den Frankfurter Flughafen

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Warum sich Malaria bei uns kaum ausbreiten dürfte

Zwar gibt es auch in Deutschland Anopheles-Mücken, die den Malaria-Erreger grundsätzlich übertragen können. Laut Kremsner eignen sich die heimischen Arten dafür aber weniger gut als tropische Mücken. Ein weiterer Faktor ist die medizinische Versorgung. Menschen, die keinen oder kaum Kontakt mit Malaria hatten, erkranken nach einer Infektion und fallen dadurch medizinisch auf. Ärzte können sie behandeln, bevor eine längere Übertragungskette entsteht.

Bei den Todesfällen in Frankfurt könnte genau die Diagnose eine entscheidende Rolle gespielt haben. Christiane Wagner-Wiening vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg erklärt, dass Malaria tropica grundsätzlich gut behandelbar sei. Gefährlich werde es allerdings, wenn Ärzte die Infektion zunächst nicht in Betracht ziehen. Nach der ungewöhnlichen Häufung der Fälle und den Todesfällen sei die Ärzteschaft nun stärker sensibilisiert.

Lese-Tipp: Hat das Gesundheitsamt Frankfurt die Todesgefahr durch Malaria unterschätzt?

Wie groß ist die Gefahr rund um Frankfurt?

Auch in Frankfurt selbst gilt das Risiko einer Infektion nach Angaben des dortigen Gesundheitsamts als sehr gering. Die klimatischen Bedingungen in Deutschland sind aktuell ungünstig für den Entwicklungszyklus von Mücke und Erreger. Die Stadt empfiehlt ihren Bürgerinnen und Bürgern wegen der Fälle dennoch, sich vor Mückenstichen zu schützen. Dazu gehören Repellents, bedeckende Kleidung und Fliegengitter in Wohnräumen.

Sechs Beschäftigte des Frankfurter Flughafens erkrankten im Sommer an Malaria, zwei von ihnen sterben. Dann wurden zwei weitere Fälle bei Anwohnern in der Nähe des Airports bekannt, einer der beiden Menschen stirbt ebenfalls. Diese beiden Betroffenen arbeiteten nicht am Flughafen und waren zuvor nicht in einem Malaria-Risikogebiet. Die Behörden vermuten deshalb, dass eingeschleppte, infizierte Anopheles-Mücken sie gestochen haben.

Verwendete Quelle: dpa