Schon über 54.000 Unterschriften Petition für Hund Sam, der sein Herrchen tötete

„Was, wenn Liebe wie Gewalt aussieht?”
Sein Herrchen ist durch die Bisse von Hund Sam gestorben, das hat die Obduktion ergeben. Der American Bully XXL wurde vor zwei Wochen (8. Januar) im niedersächsischen Lohne gefunden – neben ihm im Straßengraben sein lebloser Halter. Wie es nach dem schrecklichen Vorfall für Hund Sam weitergeht, ist noch unklar – eine Petition fordert jetzt: Gebt Sam eine Chance!
Petition fordert Aufklärung des Tathergangs
Ein Hund, der sein Herrchen getötet hat – was macht man mit dem? Eine Frage, die polarisiert und vor allem im Netz zu Diskussionen führt. Auf den Vorfall in Lohne wird so auch Antonio Vella, Unternehmer und CEO von Dogprotect24, aufmerksam. Mit einer Petition unter dem Titel „Für Sam“ setzt sich Vella gemeinsam mit anderen für die Bulldogge ein. Dazu betitelt er ein Foto von Sam: „Was, wenn Liebe wie Gewalt aussieht?“.
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Mehr als 54.000 Unterschriften kommen bereits bis zum 23. Januar zusammen. Was die Petition sagen will: Sams Bisse müssen nicht zweifelsfrei der Grund für den Tod des Mannes gewesen sein. Der Impuls für die Petition sei aus seiner Community gekommen, sagt Antonio Vella im Interview mit RTL. Für den Unternehmer sind in Sams Fall nicht alle Fragen geklärt, sagt er, „weil halt einfach gewisse Sachen fehlen“. Damit meint Vella den genauen Tatablauf.
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Hund soll nicht als Killer abgestempelt werden
Denn obwohl schwere Bissverletzungen als Todesursache von Sams Herrchen festgestellt werden konnten, sei für Vella noch nicht geklärt, warum der Hund zugebissen habe. Ihm ist wichtig, dass der Hund nicht einfach als Killer abgestempelt werde. „Ziel ist es am Ende des Tages, dass Sam die Chance bekommt“, sagt Antonio Vella.
Mit der Petition konnte Vella bereits erreichen, dass der Bruder des Getöteten bei den Untersuchungen dabei sein darf, die jetzt auf Sam zukommen. „Der erste Step, der jetzt gemacht wird, ist die medizinische Untersuchung. Das heißt, ein CT wird gemacht vom Kopf”, erklärt Vella.

Es sei möglich, dass Sams Verhalten einen medizinischen Grund habe – etwa einen Hirntumor. „Wenn da dann rauskommt, der Hund hat einen Tumor, das ist in der Regel dann nicht heilbar“, weiß er. „Ist es ein Tumor, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Folge sein, dass das Tier eingeschläfert wird.”
Sam sei nie aggressiv gewesen
In einem zweiten Schritt stehe ein sogenannter Wesenstest an. Dabei werde der Hund laut Vella mit verschiedenen Situationen konfrontiert, die zeigen sollen, ob Sam grundsätzlich aggressiv reagiert. „Wenn es wirklich nachweisbar ist: Mensch, der Hund ist einfach aggressiv und man wusste es nicht, dann ist das das eine.”
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Antonio Vella stehe mit dem Bruder des Verstorbenen in Kontakt. Dieser würde Sam gerne bei sich aufnehmen. Die ganze Familie des Getöteten nehme den Hund als sehr liebevoll wahr, aggressiv sei er zuvor nie gewesen. Seit dem tödlichen Vorfall ist der American Bully in einem Tierheim untergebracht. Dort gehe es Sam gut, sagt der Unternehmer. „Alle helfen oder sind liebevoll mit ihm. Er hat sein eigenes Bettchen, seine eigene Decke dort vor Ort“, sagt er. Trotzdem sei das Heim für den Hund natürlich ein ungewohntes Umfeld.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


