Alle Infos in unserem Hitze-TickerRekordzahl an Badetoten! So viele Menschen starben seit 20 Jahren nicht mehr

Die Frau starb trotz Reanimationsmaßnahmen noch am Badesee. (Symbolbild)
Die DLRG in NRW zieht eine schockierende Bilanz. (Symbolbild)
Hauke-Christian Dittrich/dpa

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Wichtige Updates
Svenja Hoffmann

Rekordzahl an Badetoten – in NRW und bundesweit

Während der Hitzewochen im Juni forderten unterschätzte Strömungen, Fehleinschätzung und Alkohol in NRW viele Opfer.

Die Zahl der Badetoten in Nordrhein-Westfalen ist im Hitzemonat Juni im Vergleich zum Vorjahr deutlich größer geworden. Während es in dem Monat 2025 noch 12 tödliche Unfälle im Wasser gab, zählte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) jetzt im Juni 22 Badetote. Das ist ein Anstieg um über 80 Prozent. In keinem anderen Bundesland zählte die DLRG in diesem Zeitraum mit der Rekordhitze mehr Opfer.

Besonders an den heißen Tagen häuften sich in NRW innerhalb kürzester Zeit die Fälle vermisster oder verstorbener Badender. In den vergangenen Jahren hatte es vor allem am Rhein aufgrund der starken Strömungen und Sogwirkungen durch vorbeifahrende Frachtschiffe immer wieder tödliche Badefälle gegeben. Laut DLRG starben im vergangenen Jahr allein 12 Menschen bei Badeunfällen am Rhein in NRW.

Konsequenzen aus Badeverbot im Rhein

Die DLRG schätzte die vielbefahrene Wasserstraße als eines der gefährlichsten Gewässer Deutschlands für Schwimmer ein. Seit vergangenem Sommer hatten zahlreiche Städte und Kreise am Rhein deshalb ein Badeverbot für den Fluss ausgesprochen. 
Bei Temperaturen von über 30 Grad am Samstag missachteten dennoch zahlreiche Menschen an den Rhein-Ufern das Badeverbot. Am Samstag kontrollierte das Ordnungsamt in Düsseldorf mehrere Personen, die im Rhein gebadet hatten. 

Die Wasserschutzpolizei war mit einem Streifenboot auf dem Rhein im Einsatz und forderte Menschen im Wasser über Lautsprecherdurchsagen auf, den Rhein unverzüglich zu verlassen. Auch die DLRG unternahm Kontrollfahrten auf dem Rhein. 
Die ersten kommunalen Maßnahmen zum Badeverbot im Rhein griffen ab Mitte August 2025. Ob das Badeverbot einen Effekt auf die Zahl der Badetoten hat, lasse sich deshalb erst nach der aktuellen Saison beurteilen, betonte ein Sprecher der DLRG Nordrhein. „Die Leute suchen sich in Teilen andere Wasserflächen und da steigen die Zahlen dann wiederum“, sagte er weiter. 

Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen. Als Baden gilt schon das knöcheltiefe Waten im Wasser. 

Deutschland: So viele Badetote wie seit 20 Jahren nicht mehr

Bundesweit gab es im vergangenen Monat den Angaben nach mindestens 99 Badetote. So viele Menschen ertranken seit über 20 Jahren in keinem Juni mehr. Zuletzt wurden nur im Hitzesommer 2003 mit 107 verunglückten Menschen mehr Badetote im Monat Juni gezählt.

Viele Menschen würden die Gefahr von Strömung und Temperaturunterschieden im Wasser unterschätzen, betonte die DLRG. Hinzu komme oftmals eine Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten und mitunter der Einfluss von Alkohol.

Über 90 Prozent der dokumentierten Todesopfer im Juni waren den Angaben nach männlich, 40 Menschen außerdem nicht älter als 30 Jahre alt. Das treffe auch auf viele Opfer in NRW zu, wie der Sprecher der DLRG Nordrhein mitteilte. „Man stellt fest, dass junge Männer sich öfter nicht an die Regeln halten“, sagte er. „Diese Leichtsinnigkeit wird oft mit dem Leben bezahlt“.

Die DLRG rät, grundsätzlich nur an geeigneten und bewachten Stellen baden zu gehen –  und dabei die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen. In der Nähe von Wasser müssten Kinder zudem stets aufmerksam beaufsichtigt werden. Auf Alkohol sollte im und am Wasser verzichtet werden. (dpa)
Svenja Hoffmann

Wasserknappheit: Verband für mehr Einschränkungen

Wasser ist ein knappes Gut, aber private Gärten dürfen in Deutschland ohne Genehmigung auch in Trockenphasen reichlich bewässert werden. Der Verband Kommunaler Unternehmen fordert ein Umdenken.
Angesichts des Klimawandels, häufigeren Trockenperioden und knapper werdender Grundwasservorkommen fordert der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) strengere Regeln zur Wasserentnahme. „Genehmigungsfreie Nutzungen müssen so weit wie möglich eingeschränkt werden“, sagte VKU-Vizepräsident Karsten Specht der Neuen Osnabrücker Zeitung Dazu gehörte auch die private Nutzung. 
„Sauberes Wasser jederzeit, überall und zu fairen Preisen ist in unserem Land keine Kür, sondern Pflicht“, ergänzte er. Damit das so bleibe, müsse Transparenz in der Frage geschaffen werden, wer wann und in welchem Umfang auf die Wasserressourcen zugreift.
Der Druck auf die Grundwasserressourcen wachse mit dem Klimawandel, begründete der Verband seine Forderung. Bei allen Entnahmemengen brauche es die gleiche Transparenz wie bei den kommunalen Wasserversorgern. „Dazu sollte endlich das digitale Wasserbuch in allen Bundesländern konsequent umgesetzt werden“, so ein Sprecher. Dabei handelt es sich um ein elektronisches Register, in dem wasserrechtliche Genehmigungen, Wasserentnahmen, Einleitungen und Schutzgebiete zentral dokumentiert und verwaltet werden. 
Bisher müssen lediglich kommunale Wasserversorger und wirtschaftliche Unternehmen Wasserentnahmen genehmigen lassen. Zu den genehmigungsfreien Nutzungen gehören unter anderem die Bewässerung des Gartens oder die Wassernutzung für den landwirtschaftlichen Hofbetrieb, einschließlich Tränken von Vieh außerhalb des Hofes. 
Im Fall von Nutzungskonkurrenzen fordert der VKU zudem eine Priorisierung: „Die öffentliche Wasserversorgung muss an erster Stelle stehen“, so Specht. „Zudem brauchen unsere Wasserressourcen endlich einen besseren Schutz vor Verschmutzungen durch Nitrat, Pestizide und weitere Schadstoffe.“
Ist Wassersparen bei Einschränkungen selbstverständlich?
Der Verband gab eine repräsentative Civey-Umfrage in Auftrag: 64 Prozent der Befragten gaben an, im Alltag häufig bewusst mit Wasser umzugehen, sei es beim Duschen oder Zähneputzen, im Haushalt oder Garten. Nur 17 Prozent tun dies selten oder nie, berichtet die Zeitung. Befragt wurden 5.000 Menschen vom 24. bis 26. Juni. 
Auf die Frage, ob man selbst Empfehlungen zum Wassersparen von Behörden befolgen würde, antworteten 35 Prozent, dies „sehr wahrscheinlich“ zu tun, 29 Prozent würden das „eher wahrscheinlich“ tun. Rund ein Drittel aber nicht: 16 Prozent gaben an, sich nicht sicher zu sein, während es bei 8 Prozent „eher unwahrscheinlich“ und bei 11 Prozent „sehr unwahrscheinlich“ wäre. 
Bei der Frage, wer im Falle einer Wasserknappheit zuerst den Verbrauch einschränken sollte, plädierten 60 Prozent für eine gleichmäßige Verantwortung aller Sektoren. 16 Prozent der Befragten sehen jeweils die Haushalte oder die Industrie in der alleinigen Verantwortung, bei der Landwirtschaft sind es drei Prozent. 
„Die Umfrage zeigt: Die Menschen sind bereit, ihren Teil zu leisten, aber sie erwarten, dass auch Industrie und Landwirtschaft in die Pflicht genommen werden“, sagte Specht. Nutzungseinschränkungen bei Dürre können schon heute die zuständige untere Wasserbehörde (Landkreis/kreisfreie Stadt) anordnen.
 
Geht ihr während der Hitzewelle sparsamer mit Wasser um?
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Svenja Hoffmann

Einsatzkräfte finden vermisstes Mädchen tot im See

Ein 13-jähriges Mädchen wird nach einer Suchaktion tot aus einem See geborgen. Die Polizei ermittelt, ob Alkohol bei dem Unglück eine Rolle spielte.
Ein 13 Jahre altes Mädchen ist in einem See in Groß Kummerfeld (Kreis Segeberg) ertrunken. Zunächst rückten Einsatzkräfte am Samstagabend wegen einer 14-Jährigen aus, die nahe dem See mit einer Alkoholvergiftung vorgefunden wurde, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. 
Vor Ort wurde festgestellt, dass die 13 Jahre alte Begleitung des Mädchens verschwunden war. Sofort suchten Feuerwehr und DLRG den See ab, konnten das Mädchen aber nur noch tot bergen. Die 14-Jährige wurde von einem Rettungsdienst behandelt. Zu den Hintergründen und ob die 13-Jährige ebenfalls alkoholisiert war, wird nun ermittelt. (dpa)
Svenja Hoffmann

Temperaturen und Waldbrandgefahr steigen

Im Nordwesten Deutschlands wird es wieder wärmer. In den Wäldern steigt die Gefahr für Brände.
Die neue Woche bringt sommerliche Temperaturen für Niedersachsen und Bremen. In der Nacht auf Montag ziehen zunächst jedoch Wolken auf und im Nordwesten Niedersachsens wird es neblig, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Auf den Inseln fallen die Temperaturen auf 17 Grad, im restlichen Land auf Werte zwischen 14 und 11 Grad. 
Zum Start in den Montag löst sich der Nebel dann auf und es wird sonnig bei Höchstwerten zwischen 26 und 31 Grad. Nachmittags kann es dann örtlich Schauer und auch Gewitter geben.
Am Dienstag bleibt es im Nordosten Niedersachsens noch etwas bewölkt. Nachmittags kann es besonders im Süden zu einzelnen Schauern und Gewittern kommen. Die Tageshöchstwerte erreichen Werte zwischen 28 und 31 Grad. Der Mittwoch bleibt überwiegend sonnig, bei bis zu 24 Grad an der Küste und bis zu 32 Grad im Landesinneren.

Waldbrandgefahr steigt
Bis zur Wochenmitte steigt laut DWD auch die Waldbrandgefahr in Niedersachsen. So gilt am Sonntag nur im Bereich Nienburg und der Südheide die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe 4. Ab Mittwoch gilt diese dann laut DWD bereits für fast den gesamten mittleren Teil Niedersachsens. Für den Bereich Celle gilt dann sogar die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. (dpa)

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