Liveticker zur Flutkatastrophe in NepalVierköpfige deutsche Familie in Nepal gerettet

Bhotekoshi Flood: Rescue Teams Search for Missing People
Bhotekoshi Flood Rescue Teams Search for Missing People NUWAKOT, NEPAL AUGUST 28, 2026: A massive flood in the Bhotekoshi River has affected riverbanks and nearby houses in Nuwakot, Nepal, causing widespread damage to homes, roads, bridges and other infrastructure in the area. Many people remain missing, while the figures are still developing. Rescue teams and security personnel are conducting search and rescue operations along the river and affected areas to locate missing people and assist those impacted by the disaster. Nuwakot Nepal Copyright: x xShankarxBhujelx/xJNAxPressx
www.imago-images.de, IMAGO/JNA Press, IMAGO/Shankar Bhujel

Wassermassen reißen Häuser mit, Gebäude versinken im Schlamm!
Nach massiven Überschwemmungen werden in Nepal Hunderte Menschen vermisst, darunter auch Deutsche. Nach derzeitigem Stand gebe es von rund 384 Touristen derzeit kein Lebenszeichen, teilt die Tourismusbehörde des Landes mit. Verfolgt alle Entwicklungen hier im Liveticker!

Wichtige Updates
Johanna Kroke

Vierköpfige deutsche Familie in Nepal gerettet

 Eine vierköpfige deutsche Familie ist im Katastrophengebiet in Nepal gerettet worden. Sie sei zusammen mit anderen Geretteten per Hubschrauber zu einem Armeecamp in Battar Bazar gebracht worden, sagte ein Armeesprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Am Mittag sprach die Bundesregierung von einer „niedrigen zweistelligen Zahl deutscher Staatsangehöriger", die derzeit vermisst würden. „Darüber hinaus möchte ich aber um Verständnis bitten, dass wir keine Angaben zu einzelnen Personen machen können", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Das Ministerium bemühe sich unter Hochdruck um Aufklärung.

Zuvor hatte die nepalesische Tourismusbehörde von acht vermissten deutschen Staatsangehörigen gesprochen. Vier vermisste Deutsche gehörten zu einer Gruppe von ausländischen Pilgern – sie waren auf dem Rückweg von einer Pilgerreise zum heiligen Berg Kailash und zum Manasarovar-See in Tibet, als der Kontakt zu ihnen abriss, wie die nepalesische Reiseagentur Trekkers' Society mitteilte.
Johanna Kroke

 „Lage in der Region noch sehr unübersichtlich"

„Wir haben alle diese schrecklichen Bilder gesehen. Insofern: Das gesamte Ausmaß dieser Sturzfluten ist noch sehr schwer abzuschätzen. Auch die Lage in der betroffenen Region ist noch sehr, sehr unübersichtlich", sagte der Sprecher der Auswärtigen Amtes. 

Deutschland sei über internationale Fonds an möglichen Hilfen beteiligt. Er sagte: „Wir stehen auch bereit, mit weiteren Mitteln die internationale Katastrophenhilfe zu unterstützen. Bislang allerdings, das ist Stand jetzt, haben die nepalesischen Behörden mitgeteilt, dass sie derzeit keine weitere internationale Unterstützung benötigen." 
Johanna Kroke

Damm gebrochen! Plötzlich passiert das, wovor die Behörden gewarnt haben

Die Helfer im Katastrophengebiet zwischen Nepal und China wollten mit Hochdruck nach Vermissten suchen. Doch dann geschieht das, wovor die Behörden bereits gewarnt hatten. Was sagen Augenzeugen?

Im Flut-Katastrophengebiet zwischen Nepal und China sorgt eine Warnung vor einer möglichen neuen Flut für Unruhe. "Wir haben Informationen erhalten, dass auf der tibetischen Seite ein Damm gebrochen ist", teilte die nepalesische Polizei mit. 

Das Sicherheitspersonal, Rettungskräfte und die Bevölkerung in der betroffenen Gegend seien gebeten worden, wachsam zu bleiben und sich unverzüglich an einen sicheren Ort zu begeben, hieß es. Laut Berichten unter Berufung auf die Armee stellten die nepalesischen Rettungskräfte vorübergehend die Arbeit ein.

dpa-Reporter: Bewohner bringen sich in Sicherheit

„In der Stadt Bidur wurde um die Mittagszeit eine Sturzflutwarnung ausgegeben", erzählte ein dpa-Reporter vor Ort. Bidur liegt in Nepal am Oberlauf des Flusses Trishuli. "Zahlreiche Bewohner verließen ihre Häuser, um höhere Lagen zu erreichen – zu Fuß, mit dem Auto oder Motorrad. Entgegenkommenden Fahrzeugen riefen sie zu, nicht weiterzufahren, es sei zu gefährlich", berichtete er weiter.

Anwohner, die direkt am Ufer des Trishuli wohnten, seien aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. „Das ist eine Paniksituation", sagte der Assistenzpharmazist Luv Neupane im Ort. Die Klinik über der Apotheke sei evakuiert worden. 

Die Straße, die weiter runter zum Flussufer führe, sei komplett gesperrt worden, sagte der Reporter. Mitglieder der Organisation Nepal Scout hätten ihm erzählt, dass die Sturzflut vom Mittwoch dort große Zerstörungen angerichtet habe. Die neue Flutwarnung sei eine Vorsichtsmaßnahme, sagte demnach einer der Scouts. Ob eine weitere Flutwelle den Ort erreiche, sei unklar. 

Bedenken wegen neu entstandenem See

Auch die chinesischen Rettungskräfte hatten in Tibet ihre Such- und Bergungsarbeiten aus Sicherheitsgründen zuvor schon unterbrochen. Das Staatsfernsehen zeigte später jedoch wieder Aufnahmen von Rettungstrupps, die zum schwer verwüsteten Grenzposten Gyirong vordrangen. 

Ein neu entstandener See hatte bereits am Donnerstag für Bedenken seitens der chinesischen Behörden gesorgt, weil sich darin bereits zwei Millionen Kubikmeter Wasser gesammelt hatten und weiteres Wasser eindrang. Er drohte deshalb, überzulaufen und eine neue Sturzflut auszulösen. Chinas Staatschef Xi Jinping sagte bei einer Sitzung der höchsten Führungsfiguren der Kommunistischen Partei, dass die Stabilität an dem See eng beobachtet werden müsse.

Ob es zu Schäden oder weiteren Verletzten und Toten kam, war zunächst unklar. Das chinesische Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, dass an einem See in der Region, der sich nach der Sturzflut am Mittwoch neu gebildet hatte, das Wasser «natürlich abgeflossen» und der Wasserstand deutlich gesunken sei. Die Gefahr nehme ab, hieß es weiter.
Johanna Kroke

Nepal warnt vor neuem Dammbruch in Katastrophengebiet

Die Helfer im Katastrophengebiet zwischen Nepal und China wollten mit Hochdruck nach Vermissten suchen. Doch dann geschieht das, wovor die Behörden bereits gewarnt hatten.

Im Flut-Katastrophengebiet zwischen Nepal und China sorgt eine Warnung vor einer möglichen neuen Flut für Unruhe. "Wir haben Informationen erhalten, dass auf der tibetischen Seite ein Damm gebrochen ist", teilte die nepalesische Polizei mit.

Das Sicherheitspersonal, Rettungskräfte und die Bevölkerung in der betroffenen Gegend seien gebeten worden, wachsam zu bleiben und sich unverzüglich an einen sicheren Ort zu begeben, hieß es weiter. Laut Berichten unter Berufung auf die Armee stellten die nepalesischen Rettungskräfte vorübergehend die Arbeit ein. Auch die chinesischen Rettungskräfte hatten in Tibet ihre Such- und Bergungsarbeiten am schwer verwüsteten Grenzposten Gyirong aus Sicherheitsgründen zuvor schon unterbrochen.

Der neu entstandene See hatte bereits am Donnerstag für Bedenken seitens der chinesischen Behörden gesorgt, weil sich darin bereits zwei Millionen Kubikmeter Wasser gesammelt hatten und weiteres Wasser eindrang. Er drohte deshalb, überzulaufen und eine neue Sturzflut auszulösen.

Ob es zu Schäden oder weiteren Verletzten und Toten kam, war zunächst unklar. Das chinesische Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, dass an einem See in der Region, der sich nach der Sturzflut am Mittwoch neu gebildet hatte, das Wasser „natürlich abgeflossen“ und der Wasserstand deutlich gesunken sei. Die Gefahr nehme ab, hieß es weiter.

Auch deutsche Touristen vermisst

Das Ausmaß der Katastrophe, die sich in dem Himalaya-Staat abspielt, ist noch kaum abzusehen. Videos der Überschwemmungen zeigen massive Wassermassen, die Häuser mit sich reißen, und Gebäude, die in Schlamm versinken. Chinesische Staatsmedien berichteten über einen Erdrutsch im Grenzgebiet zu Nepal mit vielen Opfern.

Wie die Behörden mitteilen, sind unter den derzeit Vermissten rund 384 Touristen, 291 davon aus dem Ausland, erklärt die nepalesische Tourismusbehörde laut AFP. Vermisst werden unter anderem Menschen aus Deutschland, den USA und Spanien. Die Behörden arbeiteten daran, den Aufenthaltsort der Touristen zu klären, heißt es weiter.

Mud covers a property following a flash flood at Trishuli, Nepal
Die Überschwemmungen haben das Gebäude im Schlamm begraben.
AH, REUTERS, Navesh Chitrakar

Armee entsendet Hubschrauber und Rettungstrupps

„Ich habe gesehen, wie die Fluten acht oder neun Lastwagen mit sich rissen, außerdem Häuser und Menschen”, sagte der Lehrer Suman Chalise aus dem nepalesischen Bezirk Nuwakot. „Es war absolut entsetzlich. So eine Zerstörung habe ich noch nie gesehen.”

Die nepalesische Armee entsandte Hubschrauber und Rettungstrupps in die Katastrophenregion. Mehrere Fernstraßen waren blockiert. Das chinesische Staatsfernsehen meldete einen Erdrutsch in Tibet im Grenzgebiet zu Nepal. Zur Zahl der Toten und Verletzten äußerte sich die Regierung in Peking zunächst nicht. Der Staatssender CCTV zeigte Bilder von einer Wasserflut, die Äste und Trümmerteile mit sich riss.

Verwendete Quellen: AFP, dpa