Eine gewaltige Sturzflut hat am Mittwochmorgen, 26. August gegen 9 Uhr Ortszeit, den Norden Nepals an der Grenze zu Tibet verwüstet.
Experten des Internationalen Zentrums für integrierte Entwicklung in Bergregionen vermuten, dass eine Fels- und Eislawine die Sturzflut verursacht haben könnte.
Auf Videos ist zu sehen, wie die Wassermassen komplette Gebäude, Fahrzeuge, Straßen und Brücken mitreißen. Menschen versuchen verzweifelt, vor den Fluten zu fliehen. Nach aktuellen Angaben sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, die Zahl könnte weiter steigen. Hunderte Menschen sind derzeit nicht erreichbar. Laut der nepalischen Tourismusbehörde besteht aktuell auch zu 384 Reisenden kein Kontakt, darunter 291 Ausländer, unter anderem aus Indien, den USA, Großbritannien und Malaysia. Dass zu den Reisenden kein Kontakt besteht, bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie von der Flut erfasst wurden. Rettungskräfte suchen mit Unterstützung von Armee und Polizei nach Überlebenden.
Die Flut hat die Infrastruktur massiv beschädigt, und die Gefahr ist noch nicht gebannt. Die Wassermassen fließen über den Trishuli weiter flussabwärts. Behörden haben Anwohner in gefährdeten Gebieten entlang der Flüsse aufgefordert, sich in höher gelegene und sichere Gebiete zu begeben. Auch in der tibetischen Grenzregion gibt es massive Schäden und Vermisste.
Die Region ist bereits vorbelastet: Schon im vergangenen Jahr traf eine schwere Sturzflut dasselbe Flusssystem. Damals wurde die Katastrophe auf die plötzliche Entleerung eines Gletschersees in Tibet zurückgeführt. Experten warnen, dass die Erwärmung im Himalaya die Gletscherregion zunehmend destabilisiert und das Risiko solcher Extremereignisse erhöht.
Verwendete Quellen: OneIndia, Kathmandu Post, AP, International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD)