Alle Entwicklungen im LivetickerStade weint um die Opfer des Sechsfach-Killers
Eine Stadt steht unter Schock.
Bei Schüssen in einem Mutter-Kind-Heim im niedersächsischen Stade sind sechs Erwachsene getötet worden. Immer mehr Details zum mutmaßlichen Täter und zum Tatablauf werden bekannt. In unserem Live-Ticker informieren wir über alle Entwicklungen und Hintergründe.
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Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes
Trauerfeier nach tödlichen Schüssen
Viele Menschen liegen sich bei der Gedenkveranstaltung in den Armen, weinen leise und trauern gemeinsam um die Opfer der tödlichen Schüsse.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) zeigt sich tief erschüttert. In seiner Rede sagt er: „Die Menschen dort haben einfach ihre Arbeit gemacht und dann wurden sie unvermittelt getötet. Nichts ist mehr so, wie es gestern Morgen war. Dieser Gedanke lässt mich nicht mehr los.“
Lies spricht von „sinnloser Gewalt“ und betont, dass ausgerechnet Menschen, die anderen Hilfe angeboten hätten, „gewaltsam aus ihrem Leben gerissen“ worden seien. Es werde viel Zeit brauchen, bis die Wunden heilen könnten. Zugleich fordert der Ministerpräsident eine umfassende Aufarbeitung und Aufklärung der Tat. Abschließend dankt er allen Einsatzkräften, die „schnell und professionell gearbeitet haben“ und das Geschehene nun selbst verarbeiten müssten.
Auch die stellvertretende Bürgermeisterin von Stade kämpft zu Beginn ihrer Rede mit den Tränen. Sichtlich bewegt sagt sie: „Diese Stadt ist auch meine Stadt.“ Es sei „schrecklich, was passiert ist“. An die Trauergäste gerichtet, betont sie: „Wir tragen diesen Schmerz gemeinsam.“
Mordkommission übernimmt Ermittlungen
Kommt der Verdächtige in U-Haft?
Berichte, nach denen der 45-Jährige Mitglied eines Clans sein soll, bestätigten die Ermittler nicht. "Wir haben derzeit keine Hinweise dafür, dass eine Clanzugehörigkeit besteht", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft der dpa auf Anfrage.
Unter den Todesopfern sind auch zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung
Immer wieder legen Menschen Blumen ab oder stellen Kerzen auf
Die Tat sorgt für große Bestürzung. Immer wieder kommen Menschen und legen in der Nähe des Tatortes Blumen ab oder stellen im Gedenken an die Opfer Kerzen auf. Die Straße soll voraussichtlich den gesamten Dienstag gesperrt bleiben.
Beamte schossen auf die Reifen des Fluchtwagens
Region Hannover sagt Veranstaltungen ab
Abgesagt wurden unter anderem der Sommerempfang der Wirtschaftsförderung, das Eröffnungskonzert des Kultursommers sowie zwei Roadshow-Termine am Wochenende. Die Regionsversammlung findet am Dienstag nur in verkürzter Form statt.
Kostenloses Beratungstelefon für Betroffene eingerichtet
Der niedersächsische Opferschutzbeauftragte Thomas Pfleiderer erklärt: „Wir können nicht ungeschehen machen, welches Leid durch den Akt der Gewalt über so viele Menschen gebracht wurde.“ Umso wichtiger sei es, den Betroffenen jetzt möglichst schnell und unbürokratisch Hilfe anzubieten. (dpa)
Tatverdächtiger soll sein Baby geschüttelt haben
"Es ist zutreffend, dass bei der Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen geführt werden. Die Ermittlungen richten sich gegen den Beschuldigten und seine Ehefrau. Es ist derzeit unklar, wer das damals erst einen Monat alte Baby gegebenenfalls geschüttelt hat. Die Ermittlungen dauern weiterhin an. Das Kind wurde im März geboren, der Vorfall war am 09.04. da war das Kind ein Monat alt und wird in einer Woche vier Monate alt.
Zudem soll er den Ärzten gedroht haben, falls dem Kind etwas zustoßen sollte. Er hat außerdem eine E-Mail geschrieben, die von den Ärzten als bedrohlich wahrgenommen wurde, nach bisherigem Stand jedoch keinen Straftatbestand erfüllt."
Dobrindt zeigt sich nach Tat in Stade sprachlos
Nach Angaben Dobrindts war der mutmaßliche Täter zu einem Gespräch über den Umgang mit seinem drei Monate alten Kind in die Mutter-Kind-Einrichtung eingeladen. Weil die Situation als schwierig eingeschätzt worden sei, hätten mehr Mitarbeiter an dem Termin teilgenommen als üblich. Während des Gesprächs habe der Mann dann eine Waffe gezogen und sechs Menschen erschossen. Zugleich betonte der Innenminister, der Tatverdächtige sei in der Vergangenheit keine „polizeilich sehr stark auffällige Person“ gewesen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an. (dpa)
"Als ich die Schreie gehört habe, bin ich weggerannt" – das erlebten Augenzeugen der Bluttat
Unter den Opfern sind drei Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover
Die Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendhilfe setzen sich täglich mit großem Engagement, hoher Professionalität und Menschlichkeit für den Schutz von Kindern und Jugendlichen ein und begleiten Familien in oftmals sehr belastenden Lebenssituationen. Dass Kolleginnen und Kollegen bei der Ausübung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe ihr Leben verlieren, macht uns fassungslos. Viele unserer Mitarbeitenden trauern und stehen unter dem Eindruck dieser schrecklichen Tat. Sie in dieser Situation zu begleiten und zu unterstützen, hat für uns höchste Priorität. (...)"
Heute Abend Andacht in Stade
Regionalbischöfin Sabine Preuschoff erklärt: „Mit der Andacht in St. Wilhadi möchten wir Raum geben, um mit unserem Erschrecken, unseren Fragen und unseren Erlebnissen nicht allein zu sein.“ Zuvor hatte sie den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl ausgesprochen und den Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorgern für ihren Einsatz gedankt. Auch Landesbischof Ralf Meister und Landrat Kai Seefried werden an der Andacht teilnehmen.
Haftvorführung am Nachmittag? Staatsanwaltschaft prüft Haftantrag
Zudem bestätigten die Ermittler, dass es sich bei dem Termin in der Jugendhilfeeinrichtung nicht um einen Gerichtstermin, sondern um ein Gespräch unter Beteiligung des Jugendamts zum weiteren Vorgehen im Sorgerechtsverfahren handelte. Keine Erkenntnisse gibt es derzeit zu möglichen Clan-Verbindungen des Tatverdächtigen aus dem Raum Hannover.


