Gemeinsam trauern, das Unbegreifliche irgendwie verarbeiten. Hunderte Menschen sind in die STADA St. Wilh, die Kirche gekommen, in Gedenken an die sechs Menschen, die ihr Leben verloren haben.
„Ich bin so betroffen, so schockiert von dem, was passiert ist."
„Also auf jeden Fall ist es natürlich Wut mit dabei. Ganz klar. Und auch Entsetzen."
Am Nachmittag wurde der mutmaßliche Täter dem Haftrichter vorgeführt. Der Polizei ist der 45-jährige Fatih Khan G. aus Garbsen schon vor der Tat aufgefallen, weil er einen Arzt bedroht haben soll.
Dann soll er gestern in diesem Mutter Kind Wohnheim sechs Mitarbeiter erschossen haben.
„Das Jugendamt hat dem Tatverdächtigen seine drei Monate alte Tochter weggenommen, weil er sie geschüttelt und so verletzt haben soll. Gestern hatte er in der Einrichtung einen Termin, um über die nächsten Schritte und das Sorgerecht zu sprechen."
Noch während des eigentlich klärenden Gespräch soll der Mann geschossen haben.
„Es geht darum, Entscheidungen nicht hinzunehmen. Kränkungserlebnisse aggressiv zu verarbeiten und nicht bereit zu sein, Entscheidungen von Institutionen zu akzeptieren und auf legalem Wege dagegen vorzugehen oder sich damit abzufinden."
Hartnäckig halten sich Gerüchte, der mutmaßliche Täter habe Verbindungen zum Miri Clan, der durch Schutzgelderpressung, Drogen und Waffenhandel auffällt. Hinweise hierzu hat die Staatsanwaltschaft bisher nicht. Das Kind und die Mutter des Kindes sind unverletzt.
Die Polizei befragt weiter das Umfeld des Mannes. Eine Mordkommission hat die Arbeit aufgenommen.