Alle Entwicklungen im LivetickerStade-Killer erschießt sechs Menschen: Schwiegermutter von SPD-Landtagsabgeordnetem fuhr den Fluchtwagen

Eine Stadt steht unter Schock.
Bei Schüssen in einem Mutter-Kind-Heim im niedersächsischen Stade sind sechs Erwachsene getötet worden. Immer mehr Details zum mutmaßlichen Täter und zum Tatablauf werden bekannt. In unserem Live-Ticker informieren wir über alle Entwicklungen und Hintergründe.
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Schwiegermutter von SPD-Landtagsabgeordnetem Deniz Kurku (44) fuhr den Fluchtwagen
Bei der 65 Jahre alten Fahrerin des Fluchtwagens nach der Gewalttat von Stade handelt es sich um die Schwiegermutter des niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe Deniz Kurku. Das ließ der SPD-Politiker aus Delmenhorst in einer Stellungnahme über einen Rechtsanwalt mitteilen. "Unmittelbar nachdem ich aufgrund von Medienberichten von der Betroffenheit meiner Schwiegermutter Kenntnis erhalten hatte, habe ich dieses den Ermittlungsbehörden und weiteren Stellen in meinem beruflichen Umfeld mitgeteilt", heißt es in der persönlichen Stellungnahme. Deniz Kurku (geboren 1982, verheiratet, zwei Kinder) ist auch Landtagsabgeordneter der SPD in Niedersachsen.
Staatsanwaltschaft ermittelt zum Tathergang
Der genaue Tatablauf und welche Rolle dabei die Frau spielte, sind bislang unklar. Die Polizei befragte sie nach der Tat. Die Tatbeteiligung sei weiter Gegenstand der Ermittlungen, teilte die Staatsanwaltschaft Stade auf dpa-Anfrage mit.
Wie die SPD-Fraktion reagiert
"Spekulationen und pauschale Schuldzuweisungen gegenüber unbeteiligten Angehörigen sind unangemessen und werden der Schwere der Tat nicht gerecht", sagte der Fraktionsvorsitzende.
Der mutmaßliche Schütze, ein 45-Jähriger mit türkischer Staatsangehörigkeit, sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass das Motiv für die tödlichen Schüsse ein Sorgerechtsstreit ist.
„Lange Nacht" wird zum Gedenkabend
Hunderte demonstrieren in Hamburg gegen Gewalt
Trauer und Solidarität in Stade
Bewegende Momente des Abschieds in der Marktkirche
Beiden Elternteilen wurde die Gesundheitssorge entzogen
Hannover trauert um drei Mitarbeitende der Jugendhilfe
Zahlreiche Angehörige, Kolleginnen und Kollegen sowie Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Andacht teil und setzten mit Kerzen und Gebeten ein Zeichen der Anteilnahme.
Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes hat die Andacht gestalten. Ein Kondolenzbuch lag aus. In der Gebetsecke gab es zudem die Möglichkeit, eine Kerze anzuzünden. Auch Belit Onay, Oberbürgermeister von Hannover, bekundete seine Betroffenheit.
Onay sprach von einer „entsetzlichen, kaum erklärbaren Tat“. Zugleich kündigte er an, die Ereignisse aufzuarbeiten und die bestehenden Sicherheitskonzepte – etwa mit Blick auf Notfallknöpfe, Fluchtwege und Gefährdungsbewertungen – zu überprüfen. Gleichzeitig betonte Onay, dass die Arbeit der Jugendhilfe auf Vertrauen und persönlicher Nähe zu Kindern und Familien beruhe und sich dieses nur begrenzt durch Sicherheitsmaßnahmen ersetzen lasse. (dnf)
Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen nach Schütteltrauma des Babys
Als Motiv für die Tat mit sechs Todesopfern gilt weiterhin der Sorgerechtsstreit um das Kind. Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Zudem wird weiter geprüft, ob die Mutter des Babys und eine Begleiterin an der Tat beteiligt waren. (dpa)
Forderungen nach besserem Schutz für Jugendhilfe-Mitarbeitende
Das niedersächsische Sozialministerium betonte, Hilfeplangespräche in Einrichtungen seien üblich. Ob nach der Tat zusätzliche Sicherheitsvorgaben nötig sind, müsse nun geprüft werden. Zugleich warnen Gewerkschaften davor, Schutzräume durch zu hohe Sicherheitsbarrieren für Hilfesuchende unzugänglich zu machen. (dpa)
Tatverdächtiger wegen sechsfachen Mordes in U-Haft
Hintergrund der Tat soll ein Sorgerechtsstreit um die gemeinsame drei Monate alte Tochter sein, über den das OLG Celle demnächst entscheidet. Eine Mordkommission ermittelt, die Polizei wertet Hinweise sowie Foto- und Videomaterial aus der Bevölkerung aus. Die Mutter des Kindes und eine Begleiterin des Tatverdächtigen wurden aus dem Gewahrsam entlassen. Unter den sechs Opfern sind drei Mitarbeitende des Jugendamts der Region Hannover und drei Beschäftigte der Jugendhilfeeinrichtung.
Gewerkschaften fordern nach der Tat eine Debatte über bessere Sicherheitskonzepte für Beschäftigte in der Jugendhilfe. (dpa)
Kaufte der Tatverdächtige die Waffe eine Woche vor der Tat?
Olaf Lies: „Mit welcher Grausamkeit der Täter vorgegangen ist, ist erschreckend“
Lies schilderte auch seine Eindrücke von der Gedenkandacht am Dienstagabend. Die große Anteilnahme habe gezeigt, wie sehr die Tat die Menschen bewege. „Die Menschen waren auch da, weil sie gemeinsam trauern wollten." Für ihn sei deshalb sofort klar gewesen, an der Andacht teilzunehmen: "Wir stehen an der Seite der Menschen, die dort leben, aber auch an der Seite der Hinterbliebenen, der Familien, der Freunde.“
Mit Blick auf die Folgen der Tat fordert der Ministerpräsident eine lückenlose Aufklärung. Zugleich müsse darüber gesprochen werden, wie Beschäftigte in der Jugendhilfe künftig noch besser geschützt werden können. "Wir können dankbar sein für die Menschen, die dort tätig sind“, betont Lies im Gespräch mit RTL.
Staatsanwaltschaft: Ermittlungen gegen beide Frauen dauern an
Pressesprecherin Julia Pirk erklärt im Gespräch mit RTL: „Die beiden ebenfalls in Gewahrsam befindlichen Frauen wurden im Laufe des Nachmittags freigelassen. Gegen sie ist kein Haftbefehl beantragt worden. Im Übrigen dauern die Ermittlungen auch hinsichtlich der Tatbeteiligung der beiden Frauen an. Insoweit konnte zum jetzigen Zeitpunkt kein dringender Tatverdacht fest angenommen werden.“
Beschwerde gegen Sorgerechtsentscheidung im Fall Stade
Das Amtsgericht hatte angeordnet, dass Mutter und Kind gemeinsam in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht werden. Zudem bleibt den Eltern vorerst die Gesundheitssorge für ihre Tochter entzogen. Nach der Schließung der betroffenen Einrichtung in Stade sind die 34-Jährige und das Baby inzwischen an einem anderen Ort untergebracht worden. (dpa)
Warum war keine Polizei beim Gespräch dabei?
Das Ministerium kündigte an, nun mögliche Konsequenzen zu prüfen. Ob künftig zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für solche Gespräche nötig seien, werde nun zu diskutieren sein. Zum jetzigen Zeitpunkt sei aber noch offen, welche Maßnahmen daraus folgen könnten. (dpa)


