Alle Entwicklungen im LivetickerMorddrohungen! Niedersächsischer Migrationsbeauftragter Kurku gibt Amt auf

von Lena Sofie Schenk, Festim Beqiri, Hauke Kutz , Nils Fischer-Stahl, Nele Hasselbusch, Roger Saha, Johanna Grewer, Camilla Koziol, Sebastian Fuhrmann, Martina Lewinski und Jan Luhrenberg

Erschütternde Tat!
Mutmaßlich wegen eines Sorgerechtsstreits tötete ein 45-Jähriger Ende Juni in der niedersächsischen Stadt Stade sechs Menschen in einer Mutter-Kind-Einrichtung. Als Motiv vermuten die Ermittler einen Sorgerechtsstreit um die zur Tatzeit drei Monate alte Tochter des Mannes. In unserem Live-Ticker informieren wir über alle Entwicklungen und Hintergründe.

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Lea Haberbosch

Morddrohungen! Niedersächsischer Migrationsbeauftragter Kurku gibt Amt auf

Niedersachsens Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku (SPD), legt sein Ehrenamt mit sofortiger Wirkung nieder. Als Grund nannte er in einer Mitteilung der Staatskanzlei massive Anfeindungen, Morddrohungen und Falschbehauptungen im Zusammenhang mit der Gewalttat von Stade. Kurkus Schwiegermutter soll nach Ermittlerangaben den Fluchtwagen des Mannes gefahren haben, der Ende Juni sechs Menschen in einer Mutter-Kind-Einrichtung erschossen haben soll. 
Camilla Koziol

Trauermarsch in Stade, Gedenkfeier in Garbsen

Bei  Gedenkveranstaltungen in Stade und Garbsen gedachten viele Menschen der sechs Todesopfer des Schützen (45) aus Garbsen. 

In Stade schlossen sich viele Leute am Samstagnachmittag einem stillen Trauermarsch an. Im Anschluss gab es ein Konzert mit Sängerin Inga Wehnert, dessen Erlöse an die Jugendhilfeeinrichtung und die Hinterbliebenen gespendet werden sollen, wie die Organisatoren, darunter der Verein Abend fürs Leben, mitteilten.  „Der Himmel weint mit uns“, sagte Stefan Wiegner, Organisator des Trauermarschs in Stade auf der Bühne. Rund 300 Menschen nahmen im Regen an dem stillen Marsch teil.

Die Stadt Garbsen und die Region luden bereits am Vormittag zu einer interreligiösen Gedenkfeier in der Aula eines Schulzentrums ein. Die Andacht solle Menschen ermöglichen, zu trauern, eine Kerze anzuzünden und sich in ein Kondolenzbuch einzutragen, hieß es.
RTL
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RTL-Reporter Dylan Brandes berichtet aus Stade.
RTL-Reporter Dylan Brandes berichtet aus Stade. RTL
Camilla Koziol

Olaf Lies spricht bei Trauerfeier in Garbsen

Niedersachsens Ministerpräsident erinnerte in einer Rede an die drei Mitarbeiter des Jugendamtes, die sich auf den Weg nach Stade zu dem Gespräch in die Jugendhilfeeinrichtung gemacht hatten, um ihre Aufgabe zu erfüllen – und dann getötet wurden. "Es ist unerträglich, und es schmerzt uns alle", sagte Lies laut Redemanuskript. "Wir sind im ganzen Land vereint», sagte der SPD-Politiker. "In unserer Trauer, in unserer Fassungslosigkeit – und auch in der Wut darüber, dass ein solches Verbrechen geschehen kann."

Lies sagte, man denke heute auch an Kollegen der Getöteten – etwa in Einrichtungen der Jugendhilfe, in Jugendämtern und in sozialen Diensten. "Viele von ihnen gehen in diesen Tagen mit einem anderen Gefühl zur Arbeit. Mit großer Verunsicherung? Mit Angst? Viele fragen sich, ob sie sicher sind. Dieser Sorgen müssen wir uns annehmen", sagte der Ministerpräsident. "Es ist jetzt unser aller Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diejenigen, die für andere Menschen da sind, mit dieser Verunsicherung nicht allein gelassen werden." 

Jan Luhrenberg

Wende nach Stade-Bluttat! Jetzt auch Mordermittlungen gegen die Mutter und die Patentante?

Nach den Schüssen in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade mit sechs Toten wird jetzt auch gegen die Mutter des drei Monate alten Babys und die Patentante ermittelt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Stade der Bild mit. Gegen den mutmaßlichen Täter, einen 45-Jährigen mit türkischer Staatsangehörigkeit, wurde bereits Haftbefehl erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor. Hintergrund der Tat soll ein Sorgerechtsstreites um seine kleine Tochter gewesen sein.

„Das Ermittlungsverfahren wird gegen alle drei Tatverdächtigen wegen des Tatvorwurfs des Mordes geführt. Ob und welcher Tatvorwurf angeklagt wird, kann erst nach Abschluss der Ermittlungen entschieden werden. Die Tatbeteiligung der beiden Frauen sowie die konkreten Abläufe und Hintergründe sind u.a. Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, erklärte die Staatsanwaltschaft Stade der Bild.

Am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft noch zu RTL gesagt: „Die beiden ebenfalls in Gewahrsam befindlichen Frauen wurden im Laufe des Nachmittags freigelassen. Gegen sie ist kein Haftbefehl beantragt worden. Im Übrigen dauern die Ermittlungen auch hinsichtlich der Tatbeteiligung der beiden Frauen an. Insoweit konnte zum jetzigen Zeitpunkt kein dringender Tatverdacht fest angenommen werden."