Live-Ticker: Mordprozess um getöteten FabianGina H. will bald Fragen beantworten!

Gina H. mit ihren Anwälten Andreas Ohm (l.) und Thomas Löcker.
Gina H. mit ihren Anwälten Andreas Ohm (l.) und Thomas Löcker.
Danny Gohlke/dpa

Gina H. will sich weiteren Fragen stellen!
Im Prozess vor dem Landgericht Rostock hat die Angeklagte angekündigt, bald Fragen beantworten zu wollen. Erst vor einer Woche war das Video ihrer Einlassung vorgespielt worden. Die Anklage wirft ihr vor, den Achtjährigen mit einem Messer getötet zu haben. Fabian verschwand am 10. Oktober 2025 und wurde vier Tage später tot aufgefunden – ausgerechnet von Gina H. selbst. Alle Entwicklungen im Prozess lest ihr im Live-Ticker auf RTL.de.

Alle Details zum Prozess im Live-Ticker

Wichtige Updates
Nele Hasselbusch

Das steht am 25. Prozesstag an

Heute soll zunächst die Familienbetreuerin ergänzend vernommen werden. Außerdem ist die Aussage einer Anstaltspsychologin geplant, die über das bisherige Verhalten von Gina H. in der Untersuchungshaft berichten soll. Zudem sollen weitere Sprachnachrichten im Gerichtssaal vorgespielt werden.

Gina H. hat angekündigt, bald Fragen beantworten zu wollen – heute allerdings noch nicht. Als Termin hätte die Verteidigung den 10. September ins Auge gefasst. "Das kommt für die Kammer natürlich sehr überraschend und bedarf auch Vorbereitung", antwortet Richter Schütt.

Verteidiger Thomas Löcker betont noch einmal, dass die Befragung angesichts der Verfassung von Gina H. eine große Herausforderung sei. Seit ihrer Einlassung vor einer Woche habe sie sich verändert und sich offenbar intensiv mit allem auseinandergesetzt. Sie esse seitdem wenig und schlafe sehr schlecht. „Wir werden auf Frau H. Rücksicht nehmen und Pausen machen“, erklärt Schütt. Sollte die Angeklagte nicht weitermachen können, werde die Befragung am Folgetag fortgesetzt. Der Richter bestätigt schließlich den 10. September als Termin für die Befragung.
Nele Hasselbusch

Psychologin: Gina H. weinte in Haft immer wieder 

Jetzt sagt eine Diplom-Psychologin aus der JVA Bützow aus. Gina H. befindet sich dort seit dem 7. November in Untersuchungshaft. Ein Mal in der Woche habe sie Kontakt zu der Angeklagten. Zu Beginn habe die Psychologin unter anderem geprüft, ob bei der Angeklagten Suizidgefahr bestehe. "Sie wirkte sehr überfordert, aufgelöst, besorgt, emotional, hat viel geweint“, beschreibt sie Gina H. Gleichzeitig sei sie sehr auskunftsbereit gewesen.

Mit der Zeit habe Gina H. Vertrauen zu ihr gefasst und von ihren Belastungen erzählt. Auch „Anfeindungen und Bedrohungen“ hätten ihr zugesetzt. Gespräche, Sport, Kochen und Spielen mit anderen Häftlingen hätten dagegen für „Entlastung“ gesorgt. Mit einer Insassin habe es einmal Streitigkeiten gegeben, mit zwei Gefangenen habe sie engen Kontakt. Hinweise darauf, dass Gina H. sich etwas antun könnte, habe es nicht gegeben. Deshalb habe die Psychologin angeregt, die Überwachungsintervalle in der Haft zu reduzieren.

Während der Aussage wirkt Gina H. traurig und umklammert mit der rechten Hand fest ihren Stressball. Zuvor hatte sie beim Betreten der Psychologin noch ihrem Verteidiger Andreas Ohm etwas zugeflüstert und dabei gelacht.
Nele Hasselbusch

Gina H. verpasst Beratungstermin am Tag vor dem Verschwinden 

Die AWO-Mitarbeiterin berichtet auch von einem Beratungstermin, den Gina H. gemeinsam mit ihrem Sohn J. am 9. Oktober um 14 Uhr gehabt habe. Zu diesem Termin sei sie allerdings nicht erschienen. Die Zeugin habe Gina H. daraufhin angerufen. Diese habe erklärt, ihr Sohn sei krank. „Es könnte sein, dass er vormittags in der Schule war und nachmittags krank“, sagt die Zeugin.

Brisant: Etwa in diesem Zeitraum, zwischen 14 und 14.30 Uhr, soll ein orangefarbener Pickup in der Ulmenstraße gesehen worden sein. Die Ermittlungen beschäftigen sich mit der Frage, ob Gina H. dort möglicherweise auf Fabian getroffen sein könnte, als dieser auf dem Weg zum Jugendclub war – einen Tag vor seinem Verschwinden. Ob es sich bei dem gesichteten Fahrzeug tatsächlich um Gina H.s Pickup handelte und ob es zu einem Treffen mit Fabian kam, ist damit nicht bewiesen.

Die Zeugin wird anschließend entlassen. Als sie den Gerichtssaal verlässt, lächelt Gina H.

Nele Hasselbusch

AWO-Mitarbeiterin über Gina H.: „Hatte eine Außenseiterrolle“ 

Die erste Zeugin des Tages wird aufgerufen. Es handelt sich um eine Mitarbeiterin der AWO Güstrow, die bereits vor Gericht ausgesagt hatte. Anlass für ihre erneute Vernehmung ist ein Schreiben, in dem sie nachträglich weitere Erinnerungen mitgeteilt hat. „Eine Frage von Ihnen hatte ich falsch verstanden“, erklärt die Zeugin. Außerdem seien ihr weitere Details eingefallen.

Nun schildert sie ihren Eindruck von Gina H. als Kind, als ihre Großeltern mit ihr bei der Familienhilfe der AWO vorstellig wurden. „Sie konnte kein Vertrauen zu anderen Menschen aufbauen. Dadurch konnte sie keine Freundschaften zu anderen Kindern knüpfen. Daher war sie für andere Kinder nicht händelbar und hatte eine Außenseiterrolle“, berichtet die Zeugin. 

Außerdem korrigiert sie einen Punkt aus ihrer ersten Aussage. Damals sei sie gefragt worden, ob Mobbing ein Thema gewesen sei. Die Zeugin habe die Frage so verstanden, ob Gina H. andere Kinder gemobbt habe und dies verneint. Dass Gina H. selbst von anderen Kindern gemobbt worden sei, sei dagegen durchaus Thema gewesen. "Zum Beispiel, dass der Ranzen in die Mülltonne gesteckt wurde oder sie auf dem Schulweg geärgert wurde." Gina H. habe damals zudem angegeben, dass ihre Haarspitzen angezündet worden seien. Ihre Schwester sei nicht in der Beratung gewesen. 

Fabian (8) aus Güstrow verschwand am 10. Oktober 2025. Vier Tage später wurde seine Leiche von der Angeklagten Gina H. an einem Tümpel in einem Waldstück bei Klein Upahl gefunden. Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus. Laut der Anklage starb Fabian durch mehrere Messerstiche. Der Leichnam soll teilweise verbrannt worden sein, offenbar um Spuren zu verwischen.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Anfang November 2025 wurde Gina H., die ehemalige Partnerin von Fabians Vater, als Tatverdächtige festgenommen. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen, seither befindet sie sich in Untersuchungshaft. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll sie Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter gelockt, mit ihm zu einem abgelegenen Tümpel nahe Klein Upahl gefahren und ihn dort mit mehreren Messerstichen getötet haben. Anschließend soll sie versucht haben, Spuren zu verwischen, indem sie den Leichnam in Brand setzte. Diese Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt.