Live-Ticker: Mordprozess um getöteten FabianGina H. erzählt Gefängnispsychologin: „Man will mir etwas in die Schuhe schieben“

Gina H. beteuert gegenüber ihrer Gefängnispsychologin immer wieder ihre Unschuld.
Gina H. beteuert gegenüber ihrer Gefängnispsychologin immer wieder ihre Unschuld.
Bernd Wüstneck/dpa

„Ich bin unschuldig.”
Im Prozess vor dem Landgericht Rostock berichtet die Gefängnispsychologin von Gina H., was die Angeklagte ihr in der U-Haft erzählt. Demnach beteuere Gina H. immer wieder ihre Unschuld und beschäftige sich nach den Prozesstagen intensiv damit, wie sie vor Gericht dargestellt werde. Die Anklage wirft ihr vor, den Achtjährigen mit einem Messer getötet zu haben. Fabian verschwand am 10. Oktober 2025 und wurde vier Tage später tot aufgefunden – ausgerechnet von Gina H. selbst. Alle Entwicklungen im Prozess lest ihr im Live-Ticker auf RTL.de.

Alle Details zum Prozess im Live-Ticker

Wichtige Updates
Nele Hasselbusch

Gina H. beteuert in Haft immer wieder ihre Unschuld 

Die Anstaltspsychologin berichtet über "entlastende Gespräche", die sie als Kriseninterventionsgespräche bezeichnet. Gina H. habe dabei von früheren psychotherapeutischen Behandlungen und mehreren Psychiatrieaufenthalten berichtet. Als wiederkehrende Begriffe seien „Borderline-Erkrankung, Depression, posttraumatische Belastungsstörung“ gefallen. Auch von Vergewaltigungen und einem Suizidversuch nach einer Vergewaltigung habe Gina H. erzählt. Die Psychologin habe jedoch bewusst nicht nach Details gefragt, um sie nicht weiter zu belasten.

Über den Tatvorwurf spreche Gina H. ebenfalls nicht im Detail. Nach Gerichtsterminen beschäftige sie sich intensiv damit, wie sie dargestellt und bewertet werde. Dabei sage sie laut Psychologin: „Ich bin unschuldig. Man will mir etwas anhängen. Man will mir etwas in die Schuhe schieben.“
Nele Hasselbusch

Druck auf Gina H. steigt 

Wie geht es Gina H. aktuell in Untersuchungshaft? Nach Einschätzung der Anstaltspsychologin werde die Situation für die Angeklagte zunehmend konkreter und greifbarer. "Sie fühlt sich dadurch auch mehr unter Druck gesetzt“, erklärt die Zeugin. Bereits seit mehreren Wochen nehme sie wahr, dass Gina H. belasteter sei und der Druck steige. 

Auch körperliche Beschwerden seien in den Gesprächen Thema gewesen. Gina H. habe unter anderem von Arthrose, Tinnitus, Rückenproblemen und einer Ohrenentzündung berichtet. 

Anschließend wird die Psychologin als Zeugin entlassen. Gina H. lächelt. Nach einer 30-minütigen Pause sollen im Gerichtssaal rund zwei Stunden lang weitere Sprachnachrichten abgespielt werden.
Nele Hasselbusch

Schöffe fragt nach Auftritten in Unterwäsche 

Ein Schöffe spricht die Psychologin auf einen Vermerk in der JVA-Akte an. Demnach soll Gina H. gegenüber männlichen Bediensteten "sehr freizügig“ aufgetreten sein. "Jemand macht die Tür auf und sie kommt in Unterwäsche an die Tür?“, fragt er. Die Psychologin kann dazu keine Angaben machen. Gina H. reagiert sichtbar auf die Frage: Sie reißt die Augen weit auf und schüttelt den Kopf.

Die Psychologin berichtet außerdem, dass Gina H. wieder Kontakt zu ihrer Tante habe und aus der Haft mit ihr telefoniere. Ihre Gesprächstermine bei der Psychologin nehme sie "sehr zuverlässig“ wahr: Sie habe keinen Termin ausgelassen und sei "äußerst pünktlich“. 
Nele Hasselbusch

Streit unter Häftlingen: Mitgefangene soll Gina H. bedroht haben 

Nun geht es um Gina H.s Verhältnis zu ihren Mitgefangenen. Laut Anstaltspsychologin habe sie Kontakt zu zwei Frauen. Mit einer anderen Gefangenen soll es jedoch Streit gegeben haben. Richter Schütt zitiert aus einem JVA-Vermerk vom 2. August. Demnach habe Gina H. berichtet, eine Mitgefangene habe gedroht, sie „abstechen“ zu wollen. Gleichzeitig heißt es in den Unterlagen, Gina H. habe eine andere Gefangene immer wieder gestört und sich anschließend „als Opfer“ dargestellt. Während der Aussage verschränkt Gina H. die Arme, wirkt genervt und schaut immer wieder ins Leere. 

Seit einer Woche sei der Streit offenbar beigelegt. Gina H. habe ihr „stolz“ berichtet, dass sie den Konflikt in einem Gespräch klären konnte.

Fabian (8) aus Güstrow verschwand am 10. Oktober 2025. Vier Tage später wurde seine Leiche von der Angeklagten Gina H. an einem Tümpel in einem Waldstück bei Klein Upahl gefunden. Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus. Laut der Anklage starb Fabian durch mehrere Messerstiche. Der Leichnam soll teilweise verbrannt worden sein, offenbar um Spuren zu verwischen.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Anfang November 2025 wurde Gina H., die ehemalige Partnerin von Fabians Vater, als Tatverdächtige festgenommen. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen, seither befindet sie sich in Untersuchungshaft. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll sie Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter gelockt, mit ihm zu einem abgelegenen Tümpel nahe Klein Upahl gefahren und ihn dort mit mehreren Messerstichen getötet haben. Anschließend soll sie versucht haben, Spuren zu verwischen, indem sie den Leichnam in Brand setzte. Diese Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt.