Live-Ticker zum Anschlag auf Berliner CSDTatverdächtiger Abdul B. ist polizeibekannt

Tatverdächtiger Abdul B.
Die Polizei fahndet nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin mit Foto nach einem Verdächtigen.
Polizei/picture alliance / Anadolu | Volodymyr Sindieiev
von Roger Saha, Nele Balgo, Doro Steitz und Dimitri Blinski

Horror beim CSD in Berlin!
Am Samstagabend ist ein weißer Mini-Van durch den Großen Tiergarten in die Menschenmenge gerast. Es gibt mindestens eine Tote und 16 Verletzte. Die Zahl der Opfer hat die Polizei am Abend bestätigt. Mehrere Menschen wurden „durch Stichwerkzeuge verletzt”. Die Beamten fahndeten nach einem oder mehreren Verdächtigen. Einer sei identifiziert. Er ist polizeibekannt und wird laut der Ermittler der islamistischen Szene zugerechnet.

Möglicherweise Anschlag auf CSD in Berlin: Hier im Live-Ticker die Entwicklung verfolgen

Wichtige Updates
Anja Blanuscha

Tatverdächtiger Abdul B. ist polizeibekannt 

Nach RTL-Informationen soll der mutmaßliche Täter Abdul B. unter anderem wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung polizeilich bekannt sein. Zudem werden mögliche Verbindungen zur Terrororganisation IS geprüft. Der 21-Jährige soll libanesischen Migrationshintergrund haben, aber in Berlin geboren worden sein. Er soll die deutsche Staatsangehörigkeit und einen deutschen Pass besitzen. Am Samstag wurde demnach die Wohnung seiner Eltern in Berlin-Schöneberg durchsucht. Hier soll er – nur etwa einen Kilometer vom Tatort entfernt – gelebt haben. Das Tatauto soll ein Mietwagen gewesen sein, den Abdul B selbst angemietet hat. 
Johanna Grewer

Das sagen die SPD-Parteivorsitzenden zur Bluttat in Berlin

 Lars Klingbeil: „Ein friedlicher CSD ist Ziel einer brutalen Tat geworden. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft, der mich sehr bestürzt. Beim CSD kommen Menschen für Freiheit, gleiche Rechte und Respekt zusammen und feiern.
Wir sind in Gedanken bei den Opfern und Verletzten und ihren Familien. Mein Dank gilt den Einsatzkräften, den Rettungsdiensten und den vielen Helferinnen und Helfern, die in dieser schweren Situation Verantwortung übernommen haben. Jetzt braucht es eine lückenlose Aufklärung der Tat und eine konsequente Bestrafung.
Der CSD steht für das Recht jedes Menschen, frei und selbstbestimmt zu leben. Dieses Recht und diese Freiheit werden wir verteidigen.“

Bärbel Bas: „Die grausame Tat am Rande des Berliner CSD erschüttert mich zutiefst. Der CSD steht für Vielfalt und für ein Leben, in dem alle Menschen frei und ohne Angst lieben können. Dieses Zeichen für eine offene Gesellschaft darf durch Gewalt und Hass nicht eingeschüchtert werden. Meine Gedanken sind bei den Opfern und Verletzten, ihren Angehörigen und allen, die diese schrecklichen Ereignisse miterleben mussten. Die Tat muss vollständig aufgeklärt und konsequent geahndet werden.“ 
Johanna Grewer

Junge-Union-Chef spricht von "Kriegserklärung" des Islamismus 

Nach der Gewalttat beim Berliner Christopher Street Day hat der Vorsitzende der Unions-Nachwuchsorganisation Junge Union, Johannes Winkel, von einer "Kriegserklärung" radikaler Islamisten gegen die offene Gesellschaft gesprochen. "Der Westen und der Islamismus: Eine Ideologie erklärt unserer Gesellschaft den Krieg", schrieb Winkel am Sonntag im Onlinenetzwerk X. Die Weckrufe würden ignoriert, kritisierte Winkel: "Statt sich zu wehren und mit aller Härte zurückzuschlagen, weigern wir uns, die Kriegserklärung zu hören." Die Junge Union stufte die Gewalttat in einer Botschaft bei X als "islamistischen Anschlag auf den CSD" ein. 
Anja Blanuscha

"Nicht einschüchtern lassen" – CSD in Mühldorf findet statt

Der für den Nachmittag geplante CSD im oberbayerischen Mühldorf findet trotz des Angriffs am Rande des CSDs in Berlin statt. "Gerade nach so einem schrecklichen Ereignis ist es umso wichtiger, uns nicht einschüchtern oder verdrängen zu lassen", erklärten die Veranstalter. 

Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen werde es nicht geben – man habe bereits jetzt ein umfangreiches Sicherheitskonzept. Auch von der Polizei hieß es am Sonntagmorgen, dass die Veranstaltung wie geplant stattfinde. 

Am Samstag hatten hunderttausende Menschen unter dem Motto „Haltung ist hot” am Christopher Street Day in Berlin teilgenommen. Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn” in der Christopher Street New York stürmte. Es folgten tagelange gewaltsame Auseinandersetzungen mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten.

Verwendete Quellen: mpa/dpa/AFP