Anschlag auf Berliner CSDDieser Wagen raste in die Menschenmenge

Ein Kleintransporter fuhr beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin in eine Menschenmenge. Das Fahrzeug kam erst an einem Baum zum Stehen.
RTL
von Laura Schuster, Nele Balgo und Sebastian Fuhrmann

Erst an einem Baum kam das Fahrzeug zum Stehen.
Dutzende Polizisten sind am Morgen am Tiergarten in Berlin im Einsatz, wo am Samstagabend ein Transporter in eine Menschenmenge raste. Beamte sichern Spuren am Fahrzeug. In der Nacht gab es eine Hausdurchsuchung.

Anschlag auf Berliner CSD gegen 22 Uhr

Flatterband sichert die Stelle, an der es am Samstagabend gegen 22 Uhr zur Tragödie kam. Ein weißer Kleintransporter fuhr am Tiergarten in eine Menschenmenge, als Zehntausende friedlich feierten. Eine Frau starb, drei Personen kämpfen noch um ihr Leben.

Inzwischen ist es hell am Ort der Horror-Tat. Der weiße Van steht völlig zerstört an dem Baum, an dem er zum Stehen kam. Die Schäden am Fahrzeug lassen sofort erkennen, mit welcher Wucht der Wagen durch die Menge gerast sein muss.

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Polizisten sperren eine Fläche mit Flatterband ab.
RTL

Per Foto wird seit Sonntagmorgen nach dem 21 Jahre alten Abdul B. gefahndet. Er steht im Verdacht, das Fahrzeug in die Menge gesteuert zu haben.

Offen ist, ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob es Komplizen gibt. Laut der Polizei machten Zeugen unterschiedliche Aussagen dazu, ob es ein oder mehrere Täter gibt. Unklar ist auch, ob es eine zweite Tatphase gab, bei der Personen mit einer Stichwaffe verletzt wurden. Zeugen hätten von am Boden liegenden Opfern mit Stichverletzungen berichtet. Nach RTL-Informationen meldeten andere einen Mann mit einer Machete.

Hausdurchsuchung in der Nähe des Tatorts

Noch in der Nacht kam es etwa einen Kilometer vom Tatort entfernt zu einer Hausdurchsuchung im Bezirk Mitte. Die Polizei bestätigte RTL, dass der Einsatz in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Anschlag stand, hielt sich ansonsten aber bedeckt.

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Bundeskanzler Merz verurteilt „abscheuliche Tat”

Die Todesfahrt sorgte für entsetzte Reaktionen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verurteilte einen „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft”. Auf X schrieb er: „Nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert.” Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und Freunden.

+++ Anschlag auf den CSD - alle Entwicklungen im Liveticker +++

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte eine „abscheuliche Tat”. Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte, Merz stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „in engstem Kontakt” und werde von den Sicherheitsbehörden „fortlaufend unterrichtet.

Dobrindt erklärte, die „feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst”. Er fügte hinzu: „Wir werden alles daransetzen, diese schreckliche Tat und ihre Hintergründe schnell aufzuklären und zu ahnden.” Dobrindt bot dem Land Berlin laut dem Bundesinnenministerium die „volle Unterstützung des Bundes” an.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa, afp