Live-Ticker zum Anschlag auf Berliner CSD„Niemand der Verletzten im lebensbedrohlichen Zustand”

von Roger Saha, Nele Balgo, Doro Steitz und Dimitri Blinski

Horror beim CSD in Berlin!
Am Samstagabend ist ein weißer Mini-Van durch den Großen Tiergarten in die Menschenmenge gerast. Es gibt mindestens eine Tote und 16 Verletzte. Die Zahl der Opfer hat die Polizei am Abend bestätigt. Mehrere Menschen wurden „durch Stichwerkzeuge verletzt”. Die Beamten fahndeten nach einem oder mehreren Verdächtigen. Einer sei identifiziert. Er ist polizeibekannt und wird laut der Ermittler der islamistischen Szene zugerechnet.

Möglicherweise Anschlag auf CSD in Berlin: Hier im Live-Ticker die Entwicklung verfolgen

Wichtige Updates
Denise Gatzweiler

"Niemand der Verletzten im lebensbedrohlichen Zustand"

"Momentan ist niemand der Verletzten im lebensbedrohlichen Zustand“, bestätigte Polizeisprecher Florian Nath laut Focus am Nachmittag. Polizeiangaben zufolge schwebten drei Menschen zuvor in Lebensgefahr. 

Auch die Berliner Charité bestätigte zuvor in einem Statement: "Die Charité hat gestern Nacht acht auf dem CSD verletzte Menschen versorgt, vier konnten inzwischen entlassen werden", sagte ein Kliniksprecher. Vier weitere Patienten werden auf Intensivstationen behandelt. Es bestehe "zum jetzigen Zeitpunkt keine Lebensgefahr". 
Denise Gatzweiler

Tatverdächtiger des CSD-Anschlags seit Jahren als Gefährder bekannt

Der inzwischen 21 Jahre alte Abdul B. sei bereits als Jugendlicher in der islamistischen Szene Berlins aufgefallen und ab dem 16. Lebensjahr von Sicherheitsbehörden erfasst worden, berichteten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR am Sonntag.
Wegen der Vorbereitung einer terroristischen Straftat sei er im Mai 2026 zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und 10 Monaten verurteilt, aber auf "Vorbewährung" entlassen, hieß es weiter in dem Bericht. B. habe die Auflage erhalten, an einem Deradikalisierungsprogramm teilzunehmen. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.
B. sei teilweise observiert worden, außerdem sei sein Telefon überwacht worden, berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR. Die Sicherheitsbehörden schätzten ihn demnach als radikalisiert und gewaltbereit ein.
Die auf Extremismusprävention und Deradikalisierung spezialisierte Organisation "Violence Prevention Network" bestätigte gegenüber der ARD, zwei Treffen mit B. abgehalten zu haben. Der Mann sei "nicht fassbar" und "undurchschaubar" gewesen, sagte Thomas Mücke, der Leiter der Organisation, dem ARD-Magazin "Report Mainz".
Denise Gatzweiler

Datenschutz wichtiger als Fahndung nach Terroristen?

Seit dem Morgen fahndet die Berliner Polizei öffentlich nach dem Mann, der den CSD-Anschlag verübt haben soll: Abdul Ballout (21). Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) ist er 2005 in Deutschland geboren worden und deutscher Staatsbürger libanesischer Abstammung.

Auf ihrem X-Profil fordert die Polizei die User auf, die Fahndung zu teilen. Doch hier zeigt sie den Mann, den sie sucht und vor dem sie eindringlich warnt, gar nicht.
Roger Saha

Bundeskanzler Merz auf dem Weg nach Berlin


Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) ist nach dem Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin auf dem Weg in die Hauptstadt. Das hat RTL aus Regierungskreisen erfahren. Der Kanzler wird um 16.30 Uhr zu einem Trauergottesdienst für die Opfer in der St. Marienkirche am Alexanderplatz kommen. Vorher wird er ein Statement abgeben. Wir berichten im Ticker und im Livestream.
Archivfoto
Archivfoto. dts Nachrichtenagentur

Am Samstag hatten hunderttausende Menschen unter dem Motto „Haltung ist hot” am Christopher Street Day in Berlin teilgenommen. Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn” in der Christopher Street New York stürmte. Es folgten tagelange gewaltsame Auseinandersetzungen mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten.

Verwendete Quellen: mpa/dpa/AFP