„Ich habe ein Hupen gehört und danach habe ich ein Knallen gehört”Mutter mit Kinderwagen von Zug erfasst und getötet – Ersthelfer beschreibt die Horror-Szenen

Ekrem Köse (23) war Ersthelfer, nachdem eine Mutter in Leingarten von einem Zug erfasst wurde.
Ekrem Köse (23) war Ersthelfer, nachdem eine Mutter in Leingarten von einem Zug erfasst wurde.
RTL
von Mara Benkert und Svenja Hoffmann

„Die Frau lag einfach da ...”
Als am Samstagabend gegen 19.45 Uhr eine junge Mutter an einem Bahnübergang in Leingarten (Baden-Württemberg) von einem Zug erfasst wird, ist Ekrem Köse (23) nur wenige Meter vom Unglücksort entfernt. Im RTL-Interview hat der Ersthelfer jetzt geschildert, wie er die ersten Momente nach dem verheerenden Unglück wahrgenommen hat.

„Ihre Tasche war irgendwo auf der anderen Seite”

Er wartet auf seine Freundin, raucht eine Zigarette und plötzlich hört er einen lauten Knall. „Ich war halt auf der anderen Seite. Dazwischen war halt komplett das Gebüsch”, erklärt Ekrem Köse im RTL-Interview. Daher habe er auch nicht direkt gesehen, was sich am Bahnübergang in Leingarten Mitte abgespielt hat. Doch er erzählt: „Ich habe die Bahn gehört, die kam ziemlich schnell. Ich habe ein Hupen gehört und danach habe ich ein Knallen gehört.”

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Kurz darauf seien Passanten an Ekrem Köse vorbeigelaufen, die sich allesamt die Hände vor ihre Münder gehalten hätten. Ein Mädchen habe Ekrem dazu aufgefordert, Hilfe zu rufen, was er auch direkt getan habe.

Mit dem Telefon am Ohr sei er dann „erstmal in die Richtung gelaufen”. Am Bahnübergang angekommen habe Ekrem Köse gesehen, „okay, da da ist ein Baby im Wagen”. Erst im nächsten Moment habe er realisiert, dass jemand vom Zug erfasst worden sein muss. „Die Frau lag einfach da”, schildert er. „Kein Knochen ist am richtigen Ort und nicht mal alle Glieder sind am richtigen Ort. [...] Ihre Tasche war irgendwo auf der anderen Seite, ihr Handy lag neben dem Kinderwagen.”

„Dann habe ich eh schon angefangen zu zittern”

Direkt sei Ekrem Köse „zum Baby gerannt”. Unter Schock habe der Augenzeuge nicht sofort eins und eins zusammenzählen können. „Dann habe ich eh schon angefangen zu zittern, weil ich mir dachte okay, wo ist die Mutter?”, erinnert er sich an den schrecklichen Moment zurück.

Trotz des Schockzustands habe Ekrem Köse unverzüglich gehandelt: „Ich habe versucht, den Notfallpass übers Handy zu finden, um vielleicht einen Mann, oder keine Ahnung, den Vater oder irgendwas zu kontaktieren. Aber habe nichts gefunden.”

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„Ich wünschte, die Mutter wüsste das, dass ihre Tochter das überhaupt geschafft hat”

Die Mutter, die hat halt alles gegeben, damit ihre Tochter überlebt. Ich wünschte, die Mutter wüsste das, dass ihre Tochter das überhaupt geschafft hat.”

Ekrem Köse selbst müsse das Geschehene und das Gesehene nun selbst erst einmal verarbeiten. Während seine Freundin, die etwas später auch zum Unglücksort gekommen sei, im Nachhinein viel geweint habe, versuche er selbst, „das anders zu verarbeiten. Also ich versuche das eher zu ignorieren”, sagt er. Dennoch müsse er immer wieder daran denken, was am Samstagabend am Bahnübergang in Leingarten passiert ist.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche