Mutter und Tochter starben nach UnfallUrteil im Prozess um illegales Autorennen mit ehemaligen FC-Köln-Talenten

Das Gericht greift durch!
Im Dezember 2023 sollen sich zwei Angeklagten auf der A555 ein Autorennen geliefert haben. Ein Wagen rammte dabei einen Kleinwagen. Das Auto explodierte, beide Frauen – Ylvi (23) und ihre Mutter (49) – starben. Nun hat das Landgericht Köln ein Urteil gegen die beiden ehemaligen FC-Köln-Talente gesprochen.
Horror-Crash auf A 555 – Mutter und Tochter starben auf Rückweg vom Konzert
Im Dezember 2023 liefern sich Winzent S. und Vladislav F. laut Anklage ein illegales Autorennen auf der A555. Beide sind ehemalige Nachwuchsspieler des 1. FC Köln. Das bestätigte der Verein kurz nach dem Unfall auf RTL-Anfrage. Sie sollen sich im Dezember 2023 spätabends bei Dunkelheit auf der Autobahn 555 ein Rennen geliefert haben. In dem Prozess vor dem Landgericht Köln bestritten sie das, gaben aber zu, zu schnell gefahren zu sein.
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Fest steht, dass eines der beiden hochmotorisierten Fahrzeuge mit einem Tempo von ungefähr 200 Kilometern pro Stunde einen Kleinwagen rammte, in dem Ylvi und ihre Mutter saßen. Sie waren auf dem Rückweg von einem Konzert. Das Auto fing Feuer. Beide Frauen starben noch vor Ort.
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Urteil beim Horror-Crash auf A 555
„Dass die Insassen des Polos bei einer Kollision verletzt oder getötet werden könnten, war ihnen klar“, ein Unfall sei „billigend“ in Kauf genommen worden“, machte die Staatsanwaltschaft während des Prozesses deutlich. Sie hat für die beiden Angeklagten Jugendstrafen von drei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und acht Monaten gefordert. Der Verteidiger des einen Angeklagten plädierte nach Gerichtsangaben auf Freispruch und sonst auf eine Bewährungsstrafe, der Verteidiger des anderen ebenfalls auf eine Bewährungsstrafe.
Das Gericht übertrifft nach RTL-Informationen die Forderungen der Staatsanwaltschaft, spricht Vladislav F. zu fünf Jahren nach Jugendstrafe und Winzent S. zu vier Jahren und sechs Monaten nach Jugendstrafe schuldig!

Es gebe keine Zweifel daran, dass sich die beiden ein Rennen lieferten, begründet das Gericht. Die Gefahr sei ihnen bewusst gewesen, den Unfall hätten sie billigend in Kauf genommen. Es sei kein „tragischer Unfall gewesen”, stattdessen seien „zwei Menschen einem Verbrechen zum Opfer gefallen”. Das könne man „nicht schönreden”, begründet der Richter. Auch die Fahrerlaubnis der beiden werde entzogen.
Vater der Toten reagiert auf Urteil gegen Raser
Andreas Wrede, der seine Tochter und seine ehemalige Lebensgefährtin bei dem Unfall verlor, erklärte noch vor dem Urteil: „Ich suche keine Rache für den Tod meines Kindes, ich suche Wahrheit und Anerkennung des Leids der Hinterbliebenen.” Besonders wichtig sei es für ihn gewesen, dass es keine Bewährung gebe. „Mir ist auch egal, ob drei oder fünf Jahre” reagiert er nun. Mit einem solchen Urteil habe er nicht gerechnet.
Mit zittriger Stimme erklärt der Vater: „Ich konnte meiner Tochter noch einmal gerecht werden und ihr zur Seite stehen und damit ist das für mich abgeschlossen.”
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa


