82-Jährige massiv unter Druck gesetztWarnung vor Klopapier-Masche! Seniorin soll über 1.000 Euro zahlen

Toilettenpapier
Eine Bitte um Hilfe wird für Rentnerin zum teuren Albtraum.
dka fpt vco wst, Daniel Karmann/dpa, Daniel Karmann

Einfach nur kackendreist!
Sie möchte helfen und soll dafür plötzlich mehr als 1.000 Euro zahlen. Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor aggressiven Telefonverkäufen, bei denen besonders ältere Menschen unter Druck geraten können. Im konkreten Fall geht es ausgerechnet um Toilettenpapier und Küchenrollen.

Verkäufer soll Seniorin mit Tränen zum Kauf gedrängt haben

Eigentlich will die 82-Jährige nur etwas Gutes tun. Doch nach einem unerwarteten Anruf steht die Rentnerin laut Verbraucherzentrale Sachsen vor einer Bestellung, die sie weder bezahlen noch bei sich lagern kann. Mehr als 1.000 Euro soll die komplette Lieferung kosten. Die Verbraucherschützer warnen deshalb eindringlich vor der Klopapier-Masche am Telefon.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen stellt sich der Anrufer als Mitarbeiter des Unternehmens R.Kaniss aus Duisburg vor. Er bittet die Seniorin, Toilettenpapier und Küchenrollen zu kaufen. Damit solle sie die Beschäftigung von Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen unterstützen. Die 82-Jährige lehnt zunächst ab. Die enorme Menge kann sie nicht lagern, außerdem übersteigen die Kosten von mehr als 1.000 Euro ihre Möglichkeiten. Doch damit ist das Gespräch offenbar nicht beendet.

„Die 82-Jährige schilderte uns, der Mitarbeiter habe unter Tränen und Flehen an sie appelliert, die Ware abzunehmen“, berichtet Jasmin Trautloft von der Verbraucherzentrale Sachsen. Solche Situationen könnten Verbraucher erheblich beeinflussen. Schließlich stimmt die Seniorin einer Lieferung in vier Teilen zu.

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Klopapier-Masche am Telefon wird richtig teuer

Schon die erste Lieferung zeigt, wie kostspielig der Einkauf ist. Für 48 Rollen Toilettenpapier und 40 Rollen Küchenpapier werden insgesamt 260,94 Euro fällig. Die Verbraucherzentrale rechnet vor, dass eine Rolle Toilettenpapier damit rund 2,64 Euro kostet. Bei einer Küchenrolle sind es etwa 2,85 Euro. Hinzu kommen Versandkosten. „Aus unserer Sicht stehen die Preise in keinem angemessenen Verhältnis zu den üblichen Marktpreisen“, erklärt Trautloft.

Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Sachsen widerruft die Rentnerin den telefonisch geschlossenen Vertrag fristgerecht. Sie schickt die Ware mit dem beiliegenden Retourenschein zurück und dokumentiert den Vorgang. Doch laut Verbraucherzentrale ist die Sache damit nicht vorbei. Die 82-Jährige bekommt weiterhin Rechnungen, Mahnungen und Zahlungsaufforderungen. Am Telefon soll ihr außerdem angekündigt worden sein, dass erneut Ware verschickt werde.

Die Verbraucherschützer kritisieren das Vorgehen deutlich. „Solches Verhalten gegenüber hilfsbereiten Menschen empfinden wir als äußerst unangemessen und schätzen derartige Geschäfte mit Produkten des täglichen Bedarfs als sittenwidrig ein“, sagt Trautloft.

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So schützt ihr euch vor aggressiven Telefonverkäufen

Die Verbraucherzentrale Sachsen rät, bei überraschenden Werbeanrufen keine spontanen Kaufentscheidungen zu treffen. Nach einem telefonischen Vertragsabschluss sollten Rechnungen und Unterlagen genau geprüft werden. Wer den Vertrag rückgängig machen möchte, sollte sein Widerrufsrecht fristgerecht und schriftlich ausüben. Bei Unsicherheiten empfehlen die Verbraucherschützer, frühzeitig rechtlichen Rat einzuholen. So soll aus einem vermeintlich guten Zweck am Telefon kein teures Geschäft werden.

Verwendete Quellen: Verbraucherzentralesachsen.de