Das sagen Polizei und ExpertenK.o.-Tropfen auf Klopapier – echte Gefahr oder reiner Social-Media-Mythos?

Augen auf auf der Toilette?!
K.o.-Tropfen auf Klopapier – davor warnen jetzt Menschen auf Social Media. Angeblich gebe es Übertäter, die auf öffentlichen Toiletten oder auf Club-Klos Tropfen verteilen, die dann bei der Benutzung über die Schleimhäute in den Körper gelangen. Doch was ist dran an dieser Warnung? Ist die Sorge berechtigt oder handelt es sich hierbei um einen Internet-Mythos?
Posts über K.o.-Tropfen sorgen für Verunsicherung
Eine TikTokerin soll über eine Freundin erfahren haben, dass K.o.-Tropen inzwischen nicht mehr in Getränken landen würden, sondern auf Klopapierrollen. Der junge Mann, der diese Info verbreite, arbeite sogar bei der Kripo. So beginnt ein Video von TikTokerin Jinisfate. Die junge Frau sagt besorgt in die Kamera: „Er bat meine Kollegin darum, es jungen Mädels zu sagen. Also Leute, passt auf...”. Doch kann die Polizei dieses Gerücht wirklich bestätigen?
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Wer beispielsweise auf den Facebook-Account der Polizei Konstanz schaut, findet dort einen eher beruhigenden Post. Hier gibt die Polizei Entwarnung. Meldungen über K.o.-Tropfen auf Toilettenpapier liegen ihr bisher noch nicht vor. Sie würden lediglich für Verunsicherung sorgen.
Polizei: Alles nur Panikmache
Südkurier.de hat die Polizei Ravensburg gefragt, ob diese solche Fälle kennen würden. Auch hier: Fehlanzeige. „Wir halten das deshalb für reine Panikmache, für die es überhaupt keine Belege gibt“, sagt Sprecherin Daniela Baier.

Das sagt ein Arzt zum Social-Media-Trend
Christoph Ochsenfahrt, Oberarzt der Anästhesie am SRH-Krankenhaus in Sigmaringen, hält es im Südkurier.de-Interview für unwahrscheinlich, dass auf Toilettenpapier getropfte Substanzen wirklich in den Körper aufgenommen werden. „Das kann ich mir absolut nicht vorstellen”, so der Mediziner. Außerdem geht er davon aus, dass niemand feuchtes Papier benutzen würde. Klingt logisch, oder?
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Was sind eigentlich K.o.-Tropfen?
Insbesondere Frauen haben Angst, Opfer von K.o.-Tropfen zu werden, deren Symptome zunächst denen von übermäßigem Alkoholkonsum gleichen. Die Substanz ist im Blut nur fünf bis acht Stunden, im Urin maximal zwölf Stunden nachweisbar, daher ist es sehr wichtig, bei einem begründeten Verdacht so schnell wie möglich Blut und Urin ärztlich untersuchen zu lassen. Die Polizei empfiehlt vorsorglich, bei Feiern Getränke nie unbeaufsichtigt zu lassen und insbesondere von unbekannten Spendern oder flüchtigen Bekanntschaften keine offenen Getränke anzunehmen.
Die Polizei steht für ein sicheres Feiern besonders an Karneval oder Fasching in intensivem Kontakt mit den Kommunen sowie Veranstaltern und ist vor Ort präsent. Polizei Reutlingen sagt laut dpa: Wir können aber nicht überall sein. Ihr Appell an die Bevölkerung ist daher: „Sprechen Sie uns an, wenn Ihnen irgendetwas oder irgendjemand verdächtig vorkommt oder wenn Ihnen jemand unangemessen zu nahekommt – und sowieso, wenn Straftaten vorliegen. Im Notfall sofort 110 wählen!” (cko)
Verwendete Quellen: Südkurier.de, dpa


