Sechs tote FrauenIst Feuerwehrmann Jesse Calhoun ein Serienkiller?

von Lutz-Philipp Harbaum und Philipp Petersdorff

Fünf Frauen wurden innerhalb weniger Monate tot aufgefunden.
Eine sechste wird bis heute vermisst. Die Ermittler bringen alle Fälle mit Jesse Calhoun in Verbindung. Jetzt wurde die Anklage gegen den US-Amerikaner im sechsten Fall verlesen.

Innerhalb weniger Monate werden fünf Frauen tot aufgefunden

Jahrelang haben die Angehörigen auf diesen Moment gewartet. Nun sitzt Jesse Calhoun in Portland im US-Bundesstaat Oregon auf der Anklagebank. Die Ermittler bringen den Amerikaner inzwischen mit dem Tod von sechs Frauen in Verbindung. In fünf Fällen wurden die Leichen gefunden. Von Elizabeth „Libby“ Gibson fehlt dagegen bis heute jede Spur.

Ende 2022 begann im US-Bundesstaat Oregon die Angst vor einem möglichen Serienkiller. Innerhalb weniger Monate fand die Polizei fünf tote Frauen. Medienberichten zufolge ähnelten sich die Umstände, unter denen die Opfer entdeckt wurden. 2023 machten die Ermittler Jesse Calhoun als Tatverdächtigen aus. Zu den Frauen, deren Tod ihm vorgeworfen wird, gehört Charity Perry.

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Ihre Mutter hat lange auf eine juristische Aufarbeitung gewartet. Am Rande der Anklageverlesung sagte sie: „Uns war klar, dass wir Jahre warten würden, um vor Gericht Klarheit zu bekommen. Ich möchte, dass alle wissen, dass es das wert war, auf alle Namen der Opfer zu warten.“

Calhoun saß schon vor den mutmaßlichen Taten im Gefängnis

Der Fall sorgte auch politisch für Diskussionen. Calhoun hatte bereits vor den mutmaßlichen Tötungsdelikten wegen verschiedener Straftaten im Gefängnis gesessen. Seine Haftstrafe wurde von der damaligen Gouverneurin von Oregon abgemildert, nachdem er als Häftling bei der Bekämpfung von Waldbränden geholfen hatte.
Allerdings ist für die zeitliche Einordnung ein Detail entscheidend: Auch ohne diese Strafmilderung wäre Calhoun zu dem Zeitpunkt, als die ihm vorgeworfenen Taten geschahen, bereits wieder auf freiem Fuß gewesen. Schon während der damaligen Ermittlungen prüften die Behörden, ob er mit weiteren Todesfällen in Verbindung stehen könnte.

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Von Elizabeth Gibson fehlt bis heute jede Spur

Jahre später steht nun ein sechster Fall im Mittelpunkt. Die Staatsanwaltschaft hat auch wegen des mutmaßlichen Todes der 32-jährigen Elizabeth „Libby“ Gibson Anklage erhoben. Anders als in den anderen Fällen lautet der Vorwurf hier auf Totschlag.

Der Fall unterscheidet sich noch in einem weiteren entscheidenden Punkt von den anderen: Gibsons Leiche wurde nie gefunden. Zudem gibt es keine Zeugen, die Angaben dazu machen könnten, was mit der 32-Jährigen geschehen ist. Trotzdem gehen die Ermittler davon aus, dass auch ihr Tod mit Calhoun in Verbindung steht.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche