Kein mitgebrachtes Essen mehr?Plan von italienischen Strandbetreibern kann bald vielen die Ferien vermiesen

Liegestuhl bezahlt, Sonnenschirm gemietet – mitgebrachte Speisen verboten.
Genau darüber wird in Italien derzeit heftig gestritten. Auslöser sind mehrere private Strandbäder in Apulien, deren Betreiber ihren Gästen das Mitbringen von Speisen und Getränken erschweren oder sogar verbieten wollten. Das hätte weitreichende Folgen für viele Urlauber
Schluss mit Picknick an italienischen Stränden
Die Strandbad-Betreiber wollen das Mitbringen von Speisen und Getränken angeblich erschweren oder sogar verbieten, damit die Badegäste ausschließlich in den Bars und Restaurants des Strandbads konsumieren. Das berichtet das italienische Online-Magazin Südtirol News. Die Betreiber seien der Ansicht, dass es einen „wirtschaftlichen und imagebezogenen Schaden“ verursachen würde, wenn den Badegästen erlaubt würde, ein Lunchpaket mitzubringen. Selbstgeschmierte Brötchen, Focaccia samt etwas Obst und kalte Getränke sollen nach ihrem Willen verboten werden.

Familien besonders betroffen
In Apulien ist darüber eine Kontroverse entbrannt, die sich inzwischen auf ganz Italien ausgeweitet hat. Mutter Rosaria, die mit ihren Kindern den Strand in Vieste besucht, bringt ihren Ärger auf den Punkt: „An unserem Strand ist es verboten, Essen von zu Hause mitzubringen und es unter dem Sonnenschirm zu verzehren. Aber mit zwei Kindern kann ich es mir nicht leisten, jeden Tag Brötchen an der Bar zu kaufen oder im Restaurant des Strandbads zu Mittag zu essen. Ein Brötchen kostet fünf Euro. Für vier Personen sind das schon 20 Euro, dazu kommen noch die Getränke und vielleicht ein Eis. Also bereite ich das Essen zu Hause zu, verstecke es in der Strandtasche und wenn es Mittag wird, lasse ich die Kinder beim Spaziergang am Strand oder am Meeresufer essen.“
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Präsident auf Seiten der Badenden
Apuliens Regionalpräsident Antonio Decaro hält wenig von der Argumentation der Strandbadbetreiber. Schon die Preise für Liegen und Sonnenschirme seien vielerorts enorm gestiegen. Nun auch noch zu verlangen, dass Gäste ausschließlich in den Restaurants der Strandbäder essen, gehe zu weit. Seine Botschaft ist deutlich: Das Meer sei ein Allgemeingut und dürfe nicht zum Luxus werden.
Verbraucherschützer sehen die Rechtslage eindeutig
Auch Italiens Verbraucherschützer widersprechen den Betreibern. Nach ihrer Auffassung dürfen private Strandbäder zahlenden Gästen nicht verbieten, ein belegtes Brot, eine Focaccia, einen Salat oder andere selbst mitgebrachte Speisen zu essen. Die staatliche Konzession beziehe sich auf Stranddienstleistungen wie Liegen und Sonnenschirme – nicht auf die Verpflegung.
Ganz ohne Regeln geht es allerdings nicht. Wer aus dem kleinen Mittagssnack ein großes Picknick mit Tischen, Stühlen, Grill oder riesigen Kühltaschen macht und andere Badegäste stört, muss damit rechnen, dass der Betreiber eingreift. Auch Müll muss selbstverständlich wieder mitgenommen werden.
Verwendete Quellen: suedtirolnews.it


