„Ich habe gestern am Telefon geweint“Dreister geht’s kaum! Diebe klauen einen kompletten Imbisswagen

Plötzlich ist der Wagen weg!
Nach einem langen Wochenende auf dem Heimat- und Trachtenfest in Burg im Spreewald will Schausteller Marcus Sperlich am Montagmorgen seine „Fisch-Insel“ abholen. Doch der komplette Imbisswagen ist verschwunden. Schnell ist für ihn klar: Der Wagen wurde gestohlen. Inzwischen führen zahlreiche Hinweise bis in Richtung polnische Grenze. Gegenüber RTL erzählt Sperlich, was der Verlust für ihn bedeutet.
Am Morgen ist die komplette „Fisch-Insel“ weg
Vom 28. bis 30. August hatte Marcus Sperlich mit seinem Team auf dem Fest in Burg Fischbrötchen verkauft. Am Sonntagabend wurde der Wagen nach Feierabend gereinigt, zusammengeklappt und am Strom gelassen, damit die Kühlung weiterlaufen konnte. Am nächsten Morgen wollte Sperlich den Imbisswagen abholen. Zunächst dachte er noch, der Wagen sei möglicherweise nur umgestellt worden. Doch dann sah er den geschockten Gesichtsausdruck seiner Schwester. „Ich wusste dann gleich, dass er weg ist, also dass er gestohlen wurde“, erzählt Sperlich im Gespräch mit RTL.
Nach seinen Informationen war ein Sicherheitsdienst noch bis etwa 4 Uhr auf dem Gelände. Danach müssen die Täter zugeschlagen haben.
Hinweise führen den Schausteller Richtung Polen
Sperlich zögert nicht lange und macht den Diebstahl auf Facebook öffentlich. Was dann passiert, überrascht selbst ihn: Innerhalb weniger Minuten melden sich die ersten Menschen, die seine auffällige „Fisch-Insel“ gesehen haben wollen.
„Um 9.04 Uhr wusste ich schon, dass unser Wagen um 5.40 Uhr auf dem Bahnhofsberg in Cottbus gesehen wurde“, erzählt Sperlich. Ein weiterer Hinweis folgt kurz darauf: Gegen 6.30 Uhr soll der Imbisswagen auf der Autobahn in Richtung Forst unterwegs gewesen sein.
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Der Anhänger soll von einem blauen Transporter mit polnischem Kennzeichen gezogen worden sein. Weitere Sichtungen lassen vermuten, dass die Fahrt anschließend weiter in Richtung polnische Grenze ging. Der markante Schriftzug am Wagen sei bereits teilweise mit Klebeband und Folie verdeckt gewesen, berichtet Sperlich. Doch der Schausteller ist überzeugt: „Aber ich erkenne meinen Wagen immer wieder.“

Gestohlener Wagen kostet bis zu 80.000 Euro
Für Sperlich geht es um weit mehr als einen Anhänger. Der Imbisswagen war ein wichtiger Teil seines Betriebs und über die Jahre weiter ausgebaut und modernisiert worden. Auch die Geräte befanden sich noch darin.
Der finanzielle Schaden ist enorm. „So ein Wagen kostet zwischen 50.000 und 80.000 Euro.“ Versichert sei die „Fisch-Insel“ gegen einen solchen Verlust nicht gewesen. „Man rechnet nicht mit sowas“, erklärt der Schausteller.
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Mitarbeiter müssen wegen des Diebstahls gehen
Für Sperlich selbst bedeutet der Verlust der „Fisch-Insel“ nicht das Ende seines Betriebs. Seit rund 25 Jahren ist er selbstständig und ist überzeugt, dass sein Unternehmen den finanziellen Schlag verkraften kann. Doch für einige seiner Mitarbeiter hat der Diebstahl unmittelbare Folgen.
Weil der Imbisswagen fehlt, fällt vorerst auch die Arbeit weg. „Es müssen jetzt Mitarbeiter entlassen werden, weil keine Arbeit mehr für sie da ist, erst mal im Moment“, sagt Sperlich im RTL-Interview. Die Situation beschäftigt ihn sehr: „Und da machen wir uns schon Gedanken.“
Zumindest der anstehende Weihnachtsmarkt ist nach seinen Angaben nicht gefährdet. Dort setzt sein Betrieb vor allem auf andere Angebote wie Glühwein und Bratwurst. Doch für die kommende Saison muss Sperlich nun überlegen, wie es ohne seine „Fisch-Insel“ weitergehen kann.
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Anteilnahme überwältigt Marcus Sperlich
Mit einer solchen Reaktion hat Sperlich selbst nicht gerechnet. Innerhalb kürzester Zeit wird sein Facebook-Aufruf hunderte Male geteilt. Freunde, Bekannte, Medien und Menschen aus der Region melden sich bei ihm, bieten Hilfe an oder halten die Augen nach der verschwundenen „Fisch-Insel“ offen.
Die enorme Anteilnahme geht dem Schausteller nahe. „Ich habe gestern geweint am Telefon, wo ich gesehen habe, wie oft das auf Facebook geteilt wurde.“
In seiner Heimatregion ist Sperlich bekannt – und entsprechend groß ist die Anteilnahme. Selbst beim Einkaufen werde er inzwischen immer wieder angesprochen und gefragt, ob sein Wagen schon gefunden worden sei. Für Sperlich ist die Unterstützung „bahnbrechend“. Und genau diese Aufmerksamkeit lässt ihn weiter hoffen. Denn je mehr Menschen wissen, wie die gestohlene „Fisch-Insel“ aussieht, desto schwieriger dürfte es für die Täter werden, mit dem auffälligen Wagen unbemerkt zu bleiben.
„Wir hoffen, dass durch diesen Medien-Hype ganz einfach die Jungs so viel Angst kriegen, weil sie wissen, sie können ihn nirgendwo hinstellen“, sagt Sperlich.
Für den entscheidenden Hinweis hat der Schausteller im Gespräch sogar augenzwinkernd einen Finderlohn in Aussicht gestellt: Wer ihn zu den Tätern beziehungsweise zu seiner „Fisch-Insel“ führt, darf sich mindestens auf ein Fischbrötchen freuen.
Sollte sein Imbisswagen tatsächlich nach Polen gebracht worden sein, hat der Schausteller zumindest halb im Scherz schon einen Plan: „Mein nächster Urlaub fällt aus. Ich bereise nächstes Jahr alle polnischen Stadtfeste.“
Aufgeben kommt für Sperlich jedenfalls nicht infrage. Er hofft weiter auf den einen Hinweis, der ihn zu seiner „Fisch-Insel“ führt. Und sollte der Wagen irgendwo wieder auftauchen, ist er sich sicher: Er würde ihn sofort erkennen.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche


