Bald wird alles teurerPreise explodieren! Unternehmen wälzen Kosten auf euch ab

Augsburg, Bavaria, Germany - April 13, 2024: A man s hand turns the thermostat on a radiator. Heating *** Die Hand von einem Mann dreht am Thermostat von einem Heizkörper. Heizung
"Im Winter dürften die Energieversorger die Preise für Strom und Gas anheben", sagt Ifo-Konjunkturchef Wollmershäuser.
IMAGO/Bihlmayerfotografie

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten lässt die Ölpreise deutlich steigen. Das bekommen nicht nur Autofahrer an den Tankstellen zu spüren. Der Ifo-Konjunkturchef rechnet damit, dass auch Energieversorger ihre Preise anheben werden.

Die Unternehmen in Deutschland wollen die gestiegenen Energiekosten zunehmend an ihre Kunden weitergeben. Das Barometer für ihre Preiserwartungen stieg im September auf 22,7 Punkte von 21,4 Zählern im August, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. Dies deute darauf hin, dass die höheren Energiekosten mehr und mehr auf die Verkaufspreise überwälzt werden.

„Sprit und Heizöl haben sich bereits spürbar verteuert, im Winter dürften die Energieversorger die Preise für Strom und Gas anheben“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Gleichzeitig werde der Preisdruck bei vielen Waren und Dienstleistungen weiter zunehmen. „Insgesamt wird die Inflationsrate in den kommenden Monaten auf über drei Prozent klettern“, sagte Wollmershäuser.

Rekordpreise für Diesel und Benzin dürften die deutsche Inflationsrate bereits im September erstmals seit knapp drei Jahren über die Marke von drei Prozent getrieben haben. Die Verbraucherpreise dürften um durchschnittlich 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat steigen, sagen die Ökonomen voraus. Einen höheren Wert gab es zuletzt Ende 2023. Im August hatte die Teuerungsrate noch bei 2,9 Prozent gelegen.

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten hat die Ölpreise zeitweise deutlich über die Marke von 100 Dollar je Fass klettern lassen. Das bekamen die deutschen Autofahrer an den Zapfsäulen zu spüren: Dem Autoklub ADAC zufolge mussten im September mehrfach Rekordpreise für Diesel und Benzin bezahlt werden. Auch die Erdgas- und Strompreise erreichten Mitte September den höchsten Stand seit Ende 2022, so das Ifo-Institut.

Im September stiegen die Preiserwartungen in den meisten Wirtschaftsbereichen. Besonders deutlich war der Anstieg bei den energieintensiven Industrieunternehmen: Dort kletterte der Indikator auf 24,8 Punkte von 19,5 Zählern im August. Auch im Handel legten die Preiserwartungen kräftig zu - von 30,0 auf 35,6 Punkte. Hingegen planen die Dienstleister seltener mit steigenden Preisen. Hier sank der Wert von 20,9 auf 19,8 Punkte.

Verwendete Quellen: nbr/rts