Mindestens 164 Tote„Ich hatte noch nie so viel Angst“ – Bewohner berichten nach Doppelbeben in Venezuela
Zwischen den Erschütterungen liegen nur 39 Sekunden!
Zwei schwere Erdbeben haben die Menschen in Venezuela in Angst und Schrecken versetzt. Bewohner der Hauptstadt Caracas berichten von schweren Schäden und schildern ihre Eindrücke.
Nachbarn retten sich aus einstürzenden Häusern
Der Schreck nach den schweren Beben sitzt ihnen noch in den Knochen. Wie eine 57-Jährige berichtet, habe sie sich kaum aus ihrer Wohnung retten können – so schwer seien die Erschütterungen gewesen. „Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt, es war fürchterlich“, erklärt sie der Deutschen Presse-Agentur. Die Frau lebt im Osten der Millionenmetropole Caracas – knapp 200 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt.
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„Bei uns in der Nähe sind zwei Hochhäuser eingestürzt, am Nachbargebäude fehlen Wände”, ergänzte sie. Ihr Hochhaus sei aber weitgehend verschont geblieben. In ihrer Wohnung seien Möbel umgestürzt und Bilder von den Wänden gefallen, alles sei voller Scherben. Zusammen mit Nachbarn seien sie dann schließlich auf die Straße gerannt. Zwei Anwohner hätten aus dem Aufzug befreit werden müssen. Nach den beiden Beben sei stundenlang der Strom ausgefallen, auch das Mobilfunknetz habe nicht funktioniert.
Nach den Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Toten nach Angaben der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez auf mindestens 164 gestiegen. Mindestens 971 Menschen wurden verletzt, wie Rodríguez im Sender VTV mitteilte.
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Beben erinnert an Katastrophe von 1967
Von heftigen Erschütterungen erzählte auch ein Bewohner aus der Nähe der Stadt Maracay, die rund 100 Kilometer von dem Epizentrum entfernt ist. „Ich saß im Auto und der Wagen hat sich hin und her bewegt, als handele es sich um ein Blatt Papier”, sagte er der dpa.
Mindestens zwei Häuser in der Umgebung seien eingestürzt, darunter ein relativ neues. „Ich habe schon Erdbeben erlebt, aber noch keins wie dieses”, ergänzte der Mann. „Es war schlimm, wirklich schlimm.” Er habe sich an das schwere Erdbeben von 1967 erinnert gefühlt, bei dem in Venezuela damals mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen waren. (okr)
Verwendete Quellen: dpa


