Weil ihn der Zigarettenrauch störte!Urteil gegen Messerstecher (31) nach Mord an Nachbarin Rahma (26)

Der Angeklagte im Gericht.
Der Deutsche Alexander K. (links) trat nach Überzeugung des Gerichts im vergangenen Juli die Tür seiner 26-jährigen Nachbarin ein – und stach mit einem Jagdmesser zu.
RTL

„Hör auf zu rauchen – oder willst du sterben?”
Einen Zettel mit dieser Aufschrift soll Alexander K. schon im Sommer 2024 an die Tür seiner Nachbarn geheftet haben. Die 26-jährige Rahma hätte sich wohl nie vorstellen können, dass der Mann seine Drohung Ernst macht: Im Juli 2025 steht der 31-Jährige tatsächlich mit einem Messer vor ihrer Tür. Am Freitag (23. Januar) fällt vor dem Landgericht Hannover das Urteil.

Richterin fällt klares Urteil

Lebenslange Haft! Mit gesenktem Kopf hört Alexander K. dem Urteilsspruch wegen Mord zu: „Es ist krass unverständlich, wie ein Mensch dazu kommt, eine solche Tat zu begehen”, sagt die Vorsitzende Richterin Britta Schlingmann in ihrer Urteilsbegründung. Die Eltern und die Schwester seines Opfers lauschen den Worten der Richterin unter Tränen. „Ich habe gemischte Gefühle”, erzählt die Schwester Amel Ayat RTL nach dem Schuldspruch: „Der Schmerz ist immer noch da. Aber zu hören, dass er die höchstmögliche Strafe bekommen kann, erleichtert das Herz.” Gemeinsam mit ihrer Mutter möchte sie weiter zivilrechtlich gegen den Mörder ihrer Schwester vorgehen.

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Rahma wird zufällig zum Opfer

Alexander K. soll sich schon länger von Lärm und Zigarettenrauch aus der Wohnung seines Nachbarn in Hemmingen bei Hannover gestört gefühlt haben. Als Untermieterin wohnte das Opfer Rahma bei dem Mann. Die 26-Jährige kam aus Algerien, ist in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Deutschland gekommen.

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Im Juli 2025, so die Überzeugung des Gerichts, habe Alexander K. beschlossen, seinen Nachbarn zu töten. Aber anstelle des Mannes macht seine Untermieterin Rahma die Tür auf – und wird zum Opfer seines Zorns. Mit einem Jagdmesser sticht er der jungen Frau in die Brust, verletzt dabei Herzbeutel und Leber. Die 26-Jährige stirbt noch vor Ort an ihren schweren Verletzungen.

Warum kam es zum Mord?

Der Prozess sollte klären, weshalb der 31-Jährige die Tat begangen hat. Ein Verdacht: Der deutsche Täter könnte aus Hass das Messer gegen die kopftuchtragende Frau aus Algerien erhoben haben. Darauf habe es im Prozess aber keine Hinweise gegeben, so die Richterin: Sie sei überzeugt, zu der Tat wäre es auch gekommen, wenn jemand anders hinter der Tür gestanden hätte: „Die Tat, die hier geschehen ist, braucht kein Label – sie ist ganz und gar furchtbar.” (fga, dpa)