Missbrauch aus dem Kinderzimmer18-Jähriger soll Mädchen im Netz brutal manipuliert haben – jetzt steht er vor Gericht

Der 18-jährige Fabian Z. sitzt seit Ende Dezember in Untersuchungshaft. Ab dem 16. Juni muss er sich vor dem Hamburger Landgericht verantworten.
Der 18-jährige Fabian Z. sitzt seit Ende Dezember in Untersuchungshaft. Ab dem 16. Juni muss er sich vor dem Hamburger Landgericht verantworten.
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Er soll ihre Leben aus seinem Kinderzimmer heraus zerstört haben.
Jetzt sitzt der 18-jährige Fabian Z. in Hamburg in Untersuchungshaft und wartet auf seinen Prozess. Durch perfide Manipulation, Drohungen und Erpressung soll er junge Mädchen zu intimen Aufnahmen vor der Kamera gezwungen haben. Ab dem 16. Juni muss er sich vor dem Landgericht verantworten.

Kinderzimmer als Tatort

Hinter den Gardinen eines unauffälligen Wohnhauses in Hamburg-Finkenwerder soll Fabian Z. seine mutmaßlichen Taten geplant haben. Doch der eigentliche Tatort soll im Internet liegen. Über Chatplattformen soll er gezielt Kontakt zu besonders verletzlichen Mädchen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren gesucht haben.

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Mia Sperling-Karstens von der Staatsanwaltschaft Hamburg beschreibt die mutmaßliche Vorgehensweise drastisch. Der 18-Jährige soll die Opfer emotional abhängig gemacht „und diese dann teilweise gezwungen haben, durch zuvor erlangte persönliche Informationen oder Nacktbilder immer gravierendere Verhaltensweisen an sich selbst vorzunehmen.” Laut Anklage soll Fabian Z. eine Geschädigte dazu gebracht haben, sich seinen Namen sowie die Namen von ihm gegründeter Gruppen in die Haut zu ritzen. Bei weiteren Mädchen soll er Ähnliches versucht haben.

Parallelen zu „White Tiger“ – Ermittler sehen Netzwerk-Strukturen

Die Ermittler ziehen Verbindungen zu einem anderen brisanten Fall aus Hamburg, in dem ein Täter seine Opfer gezielt abhängig gemacht und gesteuert hat. Dem Fall eines Mannes, der unter dem Pseudonym „White Tiger” bekannt wurde und Teil des sadistischen Netzwerks „764” gewesen sein soll. Er steht ebenfalls gerade unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor Gericht. Verbindungen zu Fabian Z. sieht die Staatsanwaltschaft nicht. Doch auch er habe seine Opfer nach RTL-Recherchen teils über Wochen kontrolliert, sogar zu Mädchen aus den USA eine perverse, vermeintlich „innige Internetbeziehung” aufgebaut haben, um sie psychisch völlig gefügig zu machen. Seine Gruppierung soll sich „Com-Netzwerk” nennen.

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Nachbarn schockiert – „Wir kannten ihn kaum“

In Finkenwerder herrscht Fassungslosigkeit. Viele Nachbarn wollen kaum etwas von dem jungen Mann mitbekommen haben, geschweige denn von dessen Abgründen. Und auch seine Freunde erlebten ihn als ganz gewöhnlichen Jugendlichen. „Er war sehr oft mit uns unterwegs. Also mal hat er uns rausgerufen, mal haben wir ihn rausgerufen, dann waren wir draußen. Also er war wenig am Computer, wenn man es so sieht. Vielleicht nachts mal”, erzählt ein 16-Jähriger RTL.

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Doch im Gespräch gestehen sie auch ein unheimliches Bauchgefühl, weil Fabian Z. immer wieder sexualisierte Bemerkungen über junge Mädchen gemacht habe. Die 21-jährige Maja Nikic zeigt sich zutiefst erschüttert: „Ich bin gerade schwanger, ich werde jetzt Mama. Und für mich ist es schlimm, wenn ich jetzt denke, er hat zwei Häuser weiter als wir gewohnt”, sagt sie. Den Versuch von RTL, mit der Mutter des Angeklagten im Wohnhaus zu sprechen, blockt diese an der Tür sofort ab.

Auch Gewalt gegen Männer

Die Anklage geht über die mutmaßlichen Online-Taten hinaus. Fabian Z. soll auch Männer körperlich angegriffen haben. In elf Fällen soll er Dates mit homosexuellen Männern vereinbart und sie anschließend angegriffen haben, unter anderem mit Pfefferspray.

Rechtsanwalt Yussof Sarwari vertritt Fabian Z. Zu den Vorwürfen äußert sich sein Mandant bislang nicht und macht von seinem Schweigerecht Gebrauch.
Rechtsanwalt Yussof Sarwari vertritt Fabian Z. Zu den Vorwürfen äußert sich sein Mandant bislang nicht und macht von seinem Schweigerecht Gebrauch.
RTL

Seit Ende Dezember sitzt Fabian Z. in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen schweigt der 18-Jährige bislang. Sein Anwalt Yussof Sarwari erklärt im RTL-Interview: „Es wird noch erörtert, ob eine Einlassung von ihm stattfinden wird oder eine Verteidigererklärung über mich abgegeben wird.” Ab dem 16. Juni muss er sich wegen schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern, sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche