Menschliche Fehler lösten Brände ausGriechenland: Über 300 Brand-Verdächtige festgenommen

In Griechenland laufen die Ermittlungen wegen der vielen Waldbrände. Sie sollen immer wieder durch Unachtsamkeit ausgelöst worden sein - und teilweise auch durch Absicht. Zudem spielt der schlechte Zustand des Stromnetzes offenbar eine Rolle.
Wegen fahrlässig oder vorsätzlich verursachter Brände sind in Griechenland seit Jahresbeginn 308 Menschen festgenommen worden. Es gehe um 272 Fälle von Fahrlässigkeit und 36 von Vorsatz, sagte Feuerwehrsprecher Giorgos Artopoios im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ERT.
Immer wieder sorgen Fälle wie dieser für Kopfschütteln bei den Einsatzkräften: Erst vergangene Woche brach nach Angaben der Feuerwehr auf Kreta ein Waldbrand aus, nachdem ein Urlauber wenige Dutzend Meter vom Wald entfernt mit Holzkohle gegrillt hatte. Nach Medienberichten sagte er den Behörden, er habe nicht gewusst, dass Grillen im Freien bei starkem Wind und trockenen Bedingungen verboten sei.
Das teils veraltete Stromnetz soll einem Medienbericht zufolge zudem für rund drei Viertel der bislang in diesem Jahr verbrannten Fläche in Griechenland verantwortlich sein. Das berichtete die Tageszeitung „Kathimerini“ unter Berufung auf vorläufige Daten der griechischen Feuerwehr zur Ermittlung von Brandursachen. Auslöser können zum Beispiel Funkenschläge durch Materialschäden oder Verschleiß sein, die trockenes Gebüsch entzünden.
Nach Angaben des Zivilschutzes steigt wegen der Trockenheit und starker Winde derzeit wieder die Brandgefahr. Gleichzeitig wird es sehr heiß: In den kommenden Tagen werden in weiten Teilen Griechenlands Temperaturen von mehr als 40 Grad erwartet, die extreme Hitze soll bis Mitte kommender Woche anhalten.
Verwendete Quellen: rog/dpa


