Zapfhahn trockenTennisclub feuert Restaurantpächter wegen Bier- und Wein-Ärger

Längst fließt nicht mehr nur Bier durch die Zapfanlagen der Gastronomie. (Archivbild)
Der Tennisclub wirft dem Gastro-Paar vor, Alkohol zu verweigern (Symbolbild).
Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

Kein Alkohol, kein Restaurant?
Für Bayram und Isabell Dalkilic hätte es der große Schritt nach vorn werden sollen: Nach Jahren mit ihrem beliebten Stand auf dem Gießener Wochenmarkt übernahm das Paar das Vereinslokal auf dem Gelände des TC Rot-Weiß Gießen. Aus dem Traum vom ersten eigenen Restaurant droht nun ein Albtraum zu werden.

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Zum 15. Mai sollen die Dalkilics das von ihnen umgebaute Restaurant in den alten Zustand versetzen, die Küche räumen – die auch für den Wochenmarktstand gebraucht wird – und die Wohnung über dem Lokal verlassen, schreibt die Gießener Allgemeine. Für das Ehepaar mit drei Kindern steht damit plötzlich alles auf dem Spiel.

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Der Streitpunkt: Während Bayram und Isabell Dalkilic an ihrem Konzept einer ostanatolischen Küche ohne Alkohol festhalten, besteht der Verein darauf, dass Mitglieder und Gäste im Vereinslokal Bier und Wein bekommen können. Clubchef Fred Ostermeyer sagt gegenüber der Zeitung, man habe den Pächtern von Anfang an klargemacht, dass im Clubhaus Alkohol ausgeschenkt werden müsse. Umso größer sei die Überraschung gewesen, als kurz vor der Saisoneröffnung klar wurde: Weder Bier noch Wein im Angebot – und die Bierleitung sogar stillgelegt.

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Verein pocht auf Bier, doch Wirte wollen Konzept nicht kippen

Beide Seiten bestätigen der Zeitung, dass der Alkoholausschank schon vor der Vertragsunterzeichnung Thema war. Mit der lockeren Formel „Wir finden eine Lösung“ wurde der Vertrag unterschrieben – wie diese Lösung konkret aussehen sollte, wurde offenbar nie genau festgehalten. Der Verein ging davon aus, dass es am Ende doch Alkohol geben werde. Kompromisse von Seiten des Gastro-Paares wurden abgelehnt. Selbstmitgebrachte Drinks, Getränkeautomaten oder Ähnliches sind für den Club keine Option, so die Gießener Allgemeine. In der fristlosen Kündigung legt der Anwalt des Vereins nach: „Es ist völlig ausgeschlossen, in einem Vereinsheim eines Sportvereins keinen Alkohol auszuschenken”, sagt er gegenüber der Zeitung.

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Bayram Dalkilic begründet die Ablehnung von Alkohol vor allem mit Konzept und Anspruch des Lokals: ostanatolische Küche, gesund, familienfreundlich. Alkohol passe da aus seiner Sicht nicht, schreibt die Zeitung. Trotz fristloser Kündigung wollen die Pächter ihr neues Lokal eröffnen. Ihr Anwalt hält die Kündigung für nicht gerechtfertigt. (anr)

Verwendete Quelle: Gießener Allgemeine