Kühlwasser kühlt nicht mehrFlüsse zu heiß – Frankreich schaltet drei Atomkraftwerke ab

Bugey Nuclear Power Plant - Saint Vulbas The Bugey nuclear power plant in Saint Vulbas has 4 reactors, each rated at 900 MW, and produces the equivalent of 40% of the electricity consumed by the Auvergne Rhone-Alpes region, France on November 23th, 2023. Photo by Thibaut Durand/ABACAPRESS.COM Saint Vulbas Auvergne Rhone-Alpes France PUBLICATIONxNOTxINxFRAxESPxUKxUSAxBELxPOL Copyright: xDurandxThibaut/ABACAx
Das AKW Bugey bei Lyon
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Die extreme Hitzewelle zwingt Frankreich dazu, mehrere Atomreaktoren abzuschalten oder ihre Leistung zu drosseln. Es soll weniger erhitztes Kühlwasser in Flüsse und Meer abgelassen werden. Doch eigentlich steigt der Kühlbedarf der Reaktoren wegen der Hitze.

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich sind inzwischen drei Atomreaktoren abgeschaltet. Betroffen sind die Atomkraftwerke Bugey nahe Lyon an der Rhône, Nogent-sur-Seine westlich von Paris und Golfech im Süden des Landes. Grund seien „Umweltbedingungen“, teilte der Kraftwerkbetreiber EDF mit. Konkret geht es darum, die Temperatur der durch die Hitzewelle bereits aufgewärmten Flüsse durch das Kühlwasser der Reaktoren nicht noch weiter zu erhöhen.

Wegen der Hitzewelle drosselte EDF zudem die Produktion von zwei weiteren Reaktoren. Die 57 französischen Atomkraftwerke sind alle an Flüssen oder am Meer gebaut, um das Wasser zum Kühlen der Reaktoren zu nutzen.

Bei Hitzeperioden kommt es regelmäßig vor, dass einige Reaktoren heruntergefahren werden, um die Gewässer zu schützen. Bislang macht dies lediglich 0,3 Prozent der Produktion aus. Experten schätzen, dass die Ausfälle infolge von Hitzewellen, die durch den Klimawandel verstärkt werden, bis 2035 auf 1,4 Prozent der Gesamtproduktion steigen könnten.

Die niedrigere Atomstromproduktion wirkt sich auch auf die Nachbarländer aus. Die französischen Stromexporte fielen Daten des Netzbetreibers RTE zufolge am Mittwochnachmittag auf etwa drei Gigawatt, nachdem sie in der Vorwoche noch bei zehn bis zwölf Gigawatt gelegen hatten. Daraufhin kletterten die Spotmarktpreise für Strom in Frankreich und Deutschland am Dienstag auf den höchsten Stand seit Mitte Januar 2025.

Erschwerend kommt hinzu, dass wegen der Hitze der Kühlbedarf steige, während gleichzeitig wenig Windstrom erzeugt wird, erklärte LSEG-Analystin Nathalie Gerl. Daher müssten vermehrt teurere Erdgaskraftwerke einspringen. Diese Woche sei jedoch ein Ausreißer, da der Strommarkt im Sommer ansonsten regelmäßig überversorgt gewesen sei.

Verwendete Quellen: mba/AFP/rts