Fall Gülistan Doku bewegt die TürkeiStudentin verschwand vor sechs Jahren – Aussage belastet Gouverneurssohn schwer

April 15, 2026, Istanbul, Turkey: Protesters are carrying photos of Gulistan Doku. Womenâs civil society organizations gathered in Istanbul to hold a protest for Gulistan Doku, who has been missing for six years. In 2020, the investigation into the disappearance of university student Gulistan Doku in Tunceli, a city in Turkeyâs Eastern Anatolia region, entered a new phase. The prosecutorâs office reopened the case on suspicion of murder and conducted simultaneous operations in various provinces. While proceedings have been initiated against multiple suspects as part of the investigation, it has been reported that the case has been expanded based on new evidence, witness statements, and digital analyses. The investigation into Gulistan Doku, whose whereabouts have remained unknown for six years, is ongoing. (Credit Image: © Murat Kocabas/SOPA Images via ZUMA Press Wire
Mehr als 30 Menschen in Untersuchungshaft. (Symbolbild)
picture alliance / ZUMAPRESS.com / Murat Kocabas

Mehr als 30 Menschen in Untersuchungshaft!
Seit Januar 2020 ist die türkische Studentin Gülistan Doku verschwunden. Jetzt soll eine Aussage eines in den USA festgenommenen Verdächtigen den Sohn des damaligen Gouverneurs der türkischen Provinz Tunceli schwer belasten. Der Mann soll die 21-Jährige erschossen haben.

Fall Gülistan Doku: Neue Aussage belastet Sohn des Ex-Gouverneurs

Eine Aussage eines Beschuldigten im Fall einer vor sechs Jahren verschwundenen Studentin in der Türkei hat für neue Anschuldigungen gesorgt. Wie die oppositionsnahe Nachrichtenagentur Anka meldete, wurde der über Interpol per sogenannter Red Notice gesuchte Verdächtige in den USA festgenommen und vom FBI verhört. Mit einer „Red Notice” kann ein Land dazu auffordern, eine Person ausfindig zu machen und vorläufig festzunehmen. Ein internationaler Haftbefehl ist das nicht.

Lese-Tipp: 2020 verschwindet Studentin Gulistan spurlos – jetzt gerät der Gouverneur in den Fokus

Den Angaben nach soll der Mann den Sohn des damaligen Gouverneurs der Provinz Tunceli beschuldigt haben. Er habe sich mit ihm im Auto befunden, als dieser auf die Studentin Gülistan Doku schoss, hieß es. Er habe ihm anschließend geholfen, die Leiche in den Kofferraum zu legen.

Video-Tipp: Studentin in Hessen vermisst: Pauline, wo bist du?

Die 21-jährige Studentin war im Januar 2020 verschwunden – die Behörden gehen davon aus, dass sie getötet wurde. Die Ermittlungen sollten schon zu den Akten gelegt werden, doch neue Erkenntnisse führen immer wieder zu Verhaftungen.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Ehemaliger Gouverneur in Haft

Inzwischen sitzen mehr als 30 Personen im Zusammenhang mit dem Verschwinden der jungen Frau in Untersuchungshaft, darunter der damalige Gouverneur der Provinz Tunceli, Tuncay Sonel. Gegen ihn bestehe unter anderem der Verdacht, Beweismittel vernichtet, verheimlicht oder verändert zu haben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu im April.

Gouverneure werden in der Türkei von der Zentralregierung in Ankara ernannt. Sonel war Anadolu zufolge zwischen 2017 und 2020 Gouverneur von Tunceli. Zuvor war schon sein Sohn wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Tötung verhaftet worden.

Mehr als 30 Menschen in Untersuchungshaft

Kürzlich wurde unter anderem ein Polizeitaucher verhaftet. Es bestehe der Verdacht der „Beweismittelverfälschung”, meldete Anadolu. Ermittelt wurde demnach unter anderem auch gegen einen ehemaligen Polizisten mit dem Vorwurf, Daten vom Telefon der Studentin gelöscht zu haben und gegen einen Arzt, der Krankenhausunterlagen gelöscht haben soll sowie gegen den damaligen Freund der Studentin.

Jahrelang hatten Frauenorganisationen und die Angehörigen der verschwundenen Studentin die Aufklärung des Falls gefordert.

Verwendete Quelle: dpa