Bahnmitarbeiter nach Attacke in LebensgefahrGewerkschaftsboss tobt: Übergriffe haben neue, lebensgefährliche Dimension erreicht!

Ein Zug steht nach einem Notfall am Bahnof in Ettlingen-Bruchhausen. Kurz vor dem Bahnhof ist ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung aus einem fahrenden Zug gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Zu dem Streit war es am Freitagabend während einer Ticket-Kontrolle auf der Strecke von Offenburg nach Karlsruhe gekommen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten.
Ein Zug steht nach einem Notfall am Bahnof in Ettlingen-Bruchhausen. Kurz vor dem Bahnhof ist ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung aus einem fahrenden Zug gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden.
picture alliance/dpa/EinsatzReport24 / Melanie Keul

Schon wieder eskaliert eine Ticketkontrolle!
Nach einer Auseinandersetzung mit einem Fahrgast stürzt ein Bahn-Sicherheitsmitarbeiter bei 120 km/h aus einem fahrenden Zug. Der Mann schwebt in Lebensgefahr.

Wieder Attacke bei Ticketkontrolle

Der Vorfall schockiert und weckt Erinnerungen an jüngste Angriffe auf Personal der Bahn - ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn ist nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit einem 36-Jährigen aus einem fahrenden Zug gestürzt und in kritischem Zustand.

Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge war der 26-Jährige bei voller Fahrt des Regionalzuges aus einer sich öffnenden Tür gefallen. Demnach war der Regionalzug mit etwa 120 km/h unterwegs, als es zu dem lebensgefährlichen Sturz kam. 

Ob im Laufe des Tages noch Haftbefehl gegen den 36-Jährigen beantragt oder erlassen wird, blieb zunächst unklar. Er war noch am Freitagabend direkt nach den Geschehnissen vorläufig festgenommen worden und ist derzeit in Polizeigewahrsam.

Tür aus Verankerung gerissen

Der 36-Jährige soll betrunken gewesen sein, als er am Freitag zuerst in eine Ticketkontrolle geriet und es zunächst zu einem verbalen Schlagabtausch kam. Dann wurden zwei Sicherheitsmitarbeiter hinzugezogen. Nach Beleidigungen in ihre Richtung eskalierte der Streit weiter, es kam zu Tätlichkeiten, wie es weiter hieß.

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Der 26-Jährige stürzte dann in der Folge heftig gegen die Tür, die bisherigen Erkenntnissen zufolge aus der Verankerung gerissen wurde und sich öffnete. Der Sicherheitsmann fiel nach draußen. Der Zug stoppte daraufhin außerplanmäßig - ob es sich um eine Notbremsung gehandelt hatte, ist unklar. Wenig später wurde der Mann schwerst verletzt gefunden und ins Krankenhaus gebracht.

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Wie konnte die Tür sich öffnen?

Zu den technischen Hintergründen - also warum die Tür aus der Verankerung sprang - war zunächst nichts zu erfahren. Die Bahn wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern, ebenso wenig dazu, ob es sich bei dem Zug um ein möglicherweise schon älteres Modell gehandelt hatte.

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Der Zug, der auf dem Weg von Offenburg nach Karlsruhe gewesen war, ist nach Worten der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und wird untersucht. Außerdem würden Zeugen befragt und es werde auch geprüft, ob es Videoaufnahmen von den Geschehnissen gebe. Der Fahrgast war noch am Abend festgenommen worden.

Vor verhängnisvollem Sturz Polizei alarmiert

Zuvor hatten die DB-Sicherheitsmänner schon die Polizei alarmiert, die beim nächsten Stopp des Zuges hätten zusteigen sollen. Dazu kam es aber nicht mehr - der Streit war da bereits eskaliert. Der 26-Jährige stürzte auf Höhe von Ettlingen-Bruchhausen aus dem Zug. Man ermittele mit Hochdruck, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Bahn verurteilt Attacke

Die Bahn äußerte sich betroffen. „Wir verurteilen den Angriff am gestrigen Abend in einer Regionalbahn aufs Schärfste”, sagte eine Bahnsprecherin. „Unsere Gedanken sind bei dem Verletzten.”

Der schreckliche Vorfall zeige erneut auf dramatische Weise, „dass verbale und körperliche Übergriffe auf das Zugpersonal eine neue, lebensgefährliche Dimension erreicht haben”, sagte Manuel Amberger, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). „Dass erneut einer unserer Kollegen nach einer einfachen Fahrkartenkontrolle im Krankenhaus um sein Leben ringen muss, macht uns fassungslos und wütend.” (sfu)

Verwendete Quelle: dpa