Drei Flüchtige auf der JagdGefährlicher Ausbruch in Essen – Polizei warnt vor bewaffneten Tätern

14.10.2026, Nordrhein-Westfalen, Essen: Polizisten stehen vor einem Absperrband. Zwei Unbekannte haben mitten in Essen zwei Justizbeamte angegriffen und einen 34 Jahre alten Häftling befreit. Die beiden Justizbediensteten, die den Gefangenen in eine Arztpraxis bringen sollten, wurden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur überwältigt und gefesselt. Foto: Matthias Rosenkranz/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zahlreiche Einsatzkräfte durchkämmten das Essener Stadtgebiet.
dpa

Beim Arztbesuch in der Essener Innenstadt wird ein Häftling gewaltsam befreit. Der Mann flüchtet auf einem E-Scooter, bislang fehlt von ihm und seinen Helfern jede Spur. Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Hilfe.

Nach der gewaltsamen Befreiung eines Häftlings beim Arztbesuch in Essen fahndet die Polizei mit zahlreichen Beamten nach dem 34-jährigen Geflüchteten und zwei maskierten Angreifern. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Täter bewaffnet sind, erklärte die Polizei. Nach der Tat gestern Nachmittag in der Essener Innenstadt veröffentlichte sie am Abend ein Foto des flüchtigen Häftlings.

Zwei bewaffnete Männer hatten die beiden Justizbeamten angegriffen, die den Häftling zu einem Arztbesuch begleiteten. Dabei wurden sie wohl überwältigt und gefesselt. Nach Angaben der Polizei blieben die Justizbeamten unverletzt. Der 34-Jährige und seine Helfer flüchteten in unterschiedliche Richtungen. Der Häftling suchte auf einem E-Scooter das Weite. Mitarbeiter einer Arztpraxis alarmierten nach dem Angriff die Polizei.

Täter saß wegen gefährlicher Körperverletzung ein

Nach Angaben des NRW-Justizministeriums saß der 34-Jährige wegen Drogendelikten und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Er sollte aus der Justizvollzugsanstalt Essen zum Arzt gebracht werden. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur ordnen ihn die Behörden dem Bereich Clankriminalität zu. Als Clankriminalität bezeichnen die Behörden Straftaten, die sich aus ethnisch abgeschotteten Subkulturen heraus entwickeln. In Nordrhein-Westfalen stammen die Täter meist aus türkisch-arabischstämmigen Großfamilien. Der Begriff ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund alleine aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert.

Die Ermittler rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf. „Sollten Sie eine verdächtige Person bemerken, sprechen Sie sie nicht an! Rufen Sie umgehend die 110 an. Derzeit kann eine Bewaffnung der Täter nicht ausgeschlossen werden“, schrieb die Polizei auf X. Der Tatort liegt am Kennedyplatz, einem der größten Plätze in der Essener Innenstadt. Er ist umgeben von zahlreichen Restaurants und Cafés, regelmäßig finden dort Märkte und große Veranstaltungen statt. Auch zahlreiche Arztpraxen sind rund um den Platz angesiedelt.

Verwendete Quellen: ino/dpa