Häftling in Essen befreitMit E-Scooter abgehauen?! – Polizei warnt vor bewaffneten Tätern

Nicht ansprechen!
Beim Arztbesuch in der Essener Innenstadt wird am Mittwoch (14. Oktober) der Häftling Dijvar Gündüz gewaltsam befreit. Der Mann flüchtet auf einem E-Scooter, bislang fehlt von ihm und seinen Helfern jede Spur. Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Hilfe.
Praxismitarbeiter alarmieren die Polizei
Nach der gewaltsamen Befreiung eines Häftlings beim Arztbesuch am Mittwoch (14. Oktober) in Essen fahndet die Polizei mit zahlreichen Beamten nach dem 34-jährigen Geflüchteten und zwei maskierten Angreifern. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Täter bewaffnet sind, erklärte die Polizei. Die Beamten fahnden mit zahlreichen Kräften nach den Männern und veröffentlichen ein Foto des Häftling Dijvar Gündüz.
Zwei bewaffnete Männer hatten die beiden Justizbeamten angegriffen, die den Häftling zu einem Arztbesuch begleiteten. Dabei wurden sie wohl überwältigt und gefesselt. Nach Angaben der Polizei blieben die Justizbeamten unverletzt. Der 34-Jährige und seine Helfer flüchteten in unterschiedliche Richtungen. Der Häftling suchte auf einem E-Scooter das Weite. Mitarbeiter einer Arztpraxis alarmierten nach dem Angriff um 12.44 Uhr die Polizei.
Polizei überprüft auch verdächtigen Gegenstand
Parallel zu dem Einsatz am Kennedyplatz meldete ein Zeuge einen verdächtigen Gegenstand unter einem geparkten Fahrzeug an der Lindenallee. Entschärfer des Landeskriminalamtes untersuchten den Gegenstand und stuften ihn als ungefährlich ein. Ob ein Zusammenhang mit der Befreiung des Häftlings besteht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Täter saß wegen gefährlicher Körperverletzung ein
Nach Angaben des NRW-Justizministeriums saß der 34-Jährige wegen Drogendelikten und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Er sollte aus der Justizvollzugsanstalt Essen zum Arzt gebracht werden. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur ordnen ihn die Behörden dem Bereich Clankriminalität zu. Als Clankriminalität bezeichnen die Behörden Straftaten, die sich aus ethnisch abgeschotteten Subkulturen heraus entwickeln. In Nordrhein-Westfalen stammen die Täter meist aus türkisch-arabischstämmigen Großfamilien. Der Begriff ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund alleine aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert.
Nicht ansprechen, sondern 110 wählen
Die Ermittler rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf. „Sollten Sie eine verdächtige Person bemerken, sprechen Sie sie nicht an! Rufen Sie umgehend die 110 an. Derzeit kann eine Bewaffnung der Täter nicht ausgeschlossen werden“, schrieb die Polizei auf X. Der Tatort liegt am Kennedyplatz, einem der größten Plätze in der Essener Innenstadt. Er ist umgeben von zahlreichen Restaurants und Cafés, regelmäßig finden dort Märkte und große Veranstaltungen statt. Auch zahlreiche Arztpraxen sind rund um den Platz angesiedelt. (anr)
Verwendete Quellen: dpa, Polizei Essen


