Entführung nur vorgetäuscht?Ermittlungen gegen Mutter nach Fund von totem Baby in Renningen

Dijana L. ist die Mutter des toten Säuglings aus Renningen.
Dijana L. ist die Mutter des toten Säuglings aus Renningen.
Privat/Marius Bulling/dpa

Sie soll es selbst abgelegt haben.
Vieles im Fall eines in Renningen stundenlang vermissten Säuglings bleibt rätselhaft. Die Ermittler halten sich zu Details bedeckt. Bis jetzt! Am Mittwochnachmittag (24. Juni) teilt die Polizei mit: Wir ermitteln gegen die Mutter des Jungen.

Polizei: Keine Hinweise auf Entführung

Fünf Tage nach dem Fund eines toten Säuglings im baden-württembergische Renningen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft nun gegen die Mutter. Die 32-Jährige soll das tote Kind mutmaßlich selbst am Ortsrand abgelegt haben, wie die Ermittler in Stuttgart und Ludwigsburg am Mittwoch mitteilten. Es gebe keine Hinweise auf eine Entführung des Säuglings. Unklar ist demnach aber weiterhin, wie der kleine Junge starb.

Lese-Tipp: Dijana L. saß in der Wohnung, als alle ihren vermissten Säugling suchten!

Dutzende Polizeibeamte sowie weitere Einsatzkräfte hatten am Freitag mit Unterstützung von Drohnen und speziellen Spürhunden nach ihm gesucht. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Das Baby sollte in der Nacht zum Freitag aus seinem Kinderwagen verschwunden sein. Am Freitagmittag wurde dann eine Babyleiche gefunden.

Zweifelsfrei geklärt ist laut Polizei inzwischen, dass es sich bei dem gefundenen toten Jungen um das zwischenzeitlich vermisst gemeldete Baby handelt. Es sei durch einen DNA-Abgleich identifiziert worden, hieß es. Unklar bleibt allerdings auch weiterhin, wie der Junge starb. Wurde er getötet? ”Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei dauern an”, teilten die Ermittler mit.

Ermittler werten auch Zeugenaussagen aus 

Nun versuchen die 13 Experten in der Ermittlungsgruppe „Wagen” Antworten auf die noch offenen Fragen zu finden. Das tote Kind war am Freitag nach einer stundenlangen Suchaktion entdeckt worden. Die Mutter hatte ausgesagt, das Baby sei am späten Abend in einem unbeaufsichtigten Moment aus seinem Kinderwagen verschwunden. Lange Zeit war danach unklar, wo das Kind sein könnte.

Mit Hilfe von speziellen Vermessungen am Fundort der Leiche haben Experten des Landeskriminalamts zuletzt nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein dreidimensionales Modell erstellt. Dadurch können sich mögliche Abläufe rekonstruieren lassen. Zudem werden mehrere Zeugenhinweise ausgewertet. Polizei und Staatsanwaltschaft machen bislang keine Angaben dazu, ob sich die nun verdächtigte Mutter zum Verschwinden des Kindes äußert.

Verwendete Quellen: AFP, dpa