Mehr als 50 Millionen DollarEbay muss für Tyrannisieren von Ehepaar Millionen zahlen

Ein Ehepaar, das über Onlinehandel bloggt, ist vielen Führungskräften bei Ebay ein Dorn im Auge. In Nachrichten fordern sie deren Fall. In der Folge terrorisieren Mitarbeiter die Blogger regelrecht. Nun muss das Unternehmen mehr als 50 Millionen US-Dollar Strafe zahlen.
Weil einstige Mitarbeiter von Ebay Verfasser eines Online-Newsletters tyrannisiert hatten, zahlt die Online-Handelsplattform mehr als 50 Millionen Dollar. Davon gehen 46,15 Millionen Dollar (rund 40,5 Mio. Euro) direkt an das Blogger-Ehepaar, wie dessen Anwälte mitteilten. Mit weiteren sechs Millionen Dollar wird Ebay Nonprofit-Organisationen unterstützen.
Sieben ehemalige Ebay-Beschäftigte waren dafür verurteilt worden, dass sie zur Einschüchterung unter anderem lebendige Kakerlaken sowie einen Trauerkranz und eine mit Kunstblut verschmierte Schweinemaske an das Blogger-Ehepaar verschickt hatten. Unter den anonym zugeschickten Artikeln war auch ein Ratgeber-Buch über den Umgang mit dem Tod eines Partners. Der Anwalt des Paares sprach laut CNBC von einer regelrechten „Terror-Kampagne“ gegen seine Mandanten. Bereits 2024 zahlte Ebay drei Millionen Dollar Strafe nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Massachusetts.
Wie aus Verfahrensunterlagen hervorging, war der damalige Ebay-Chef Devin Wenig 2019 unzufrieden mit der Berichterstattung in dem Newsletter und regte an, dagegen vorzugehen. Es soll in den Nachrichten mehrere Führungskräfte untereinander unter anderem geheißen haben, man solle „sie zu Fall bringen“. Wenig war nicht strafrechtlich verfolgt worden und bestritt, gewusst zu haben, wie weit Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung gegangen waren. Dennoch zahlt er jetzt dem Blogger-Ehepaar zwei Millionen Dollar (1,76 Mio. Euro) zusätzlich zum Geld von Ebay und spendet eine Million Dollar (880.000 Euro) an eine Stiftung, die sich für Redefreiheit einsetzt.
Die Blogger Ina und David Steiner aus der Kleinstadt Natick in Massachusetts hatten Ebay in einem Zivilprozess verklagt, und die Zahlungen sind das Ergebnis eines nun erzielten Vergleichs.
Verwendete Quellen: als/dpa


