US-Präsident blockiert wichtige RouteTrump kündigt Seeblockade gegen iranische Häfen in Hormus an

U.S. President Donald Trump speaks to reporters mid-flight in the press cabin of the new, Qatari-gifted Air Force One after changing planes to return to Washington from RAF Mildenhall, Britain, July 8, 2026. REUTERS/Jonathan Ernst
Eine iranische Maut lehnte Trump stets ab - er selbst verlangt aber jetzt Gebühren für die Absicherung der Straße von Hormus.
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„Wir werden der Wächter der Meerenge“, verkündet US-Präsident Trump. Aus Teheran folgt prompt eine Ablehnung: Dass die Vereinigten Staaten bei der Straße von Hormus eingreifen, werde man „unter keinen Umständen zulassen“. Unterdessen werden iranische Häfen wieder blockiert.

Im Konflikt um die Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Allen anderen Ländern solle ein „fairer und offener“ Zugang zur Meerenge möglich sein, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.

Nach den Worten Trumps wollen die USA zudem die Straße von Hormus „übernehmen“ und für die militärische Absicherung bezahlt werden. „Wir übernehmen die Kontrolle über die Meerenge“, verkündete Trump im Fernsehsender Fox News. „Wir werden der Wächter der Meerenge“, sagte Trump weiter. Die USA könnten sich dann „Schutzengel“ der Straße von Hormus nennen. „Wir werden dafür bezahlt werden, sie zu bewachen“, sagte Trump.

Der Präsident hatte bereits im Juni mit einer Art Maut für die Straße von Hormus gedroht, sollten die Verhandlungen mit dem Iran scheitern. Auf Truth Social präzisierte Trump, dass die USA für alle notwendigen Kosten zur Gewährleistung der Sicherheit „in diesem sehr unruhigen Teil der Welt“ mit einem Satz von 20 Prozent auf alle verschifften Ladungen entschädigt werden wollten. Das sei eine Sache der „Gerechtigkeit“. Die Umsetzung dessen soll unverzüglich beginnen.  Weitere Details bleiben offen, etwa wer genau für den Beitrag aufkommen soll.

Ein Sprecher des iranischen Militärkommandos sagte in einer Videobotschaft, Teheran werde ein Eingreifen der USA in der strategisch wichtigen Meerenge „unter keinen Umständen zulassen“. Jede Zusammenarbeit der Golfstaaten mit Washington werde zudem als „Kriegshandlung“ betrachtet.

Die Spannungen hatten sich zuvor wieder deutlich verschärft. In der Nacht beschossen die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben Dutzende Ziele im Iran. Die iranischen Revolutionsgarden griffen ihrerseits US-Militärziele in Jordanien, Kuwait, Bahrain und im Oman an. Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Rund die Hälfte der Zeit ist vorbei, ohne dass es eine Annäherung gegeben hätte.

Eigentlich hatten die USA Medienberichten zufolge ein Bekenntnis des Irans zu einer freien und sicheren Schifffahrt in der Straße von Hormus gefordert und Teheran dafür eine Frist bis Samstag gestellt, wie mehrere US-Medien berichteten. Die iranische Führung solle öffentlich versichern, dass die Meerenge offen sei und der Iran von Angriffen auf Handelsschiffe absehe, schrieben unter anderem das Portal „Axios“ und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Daraus ist offensichtlich nichts geworden.

In der Folge der jüngsten Angriffe war die Schifffahrt durch die Straße von Hormus in den vergangenen Tagen erneut drastisch zurückgegangen. Laut Daten des Anbieters Kpler passierten am Sonntag lediglich 14 Schiffe die Meerenge - der niedrigste Wert in diesem Monat. Vor Kriegsbeginn durchquerten im Schnitt mehr als 100 Schiffe täglich die Straße von Hormus.

Trump hatte Teheran zuletzt gedroht, sich aber zugleich offen für Gespräche gezeigt. Der Oman hatte einem Medienbericht zufolge zudem einen Vorschlag zur gebührenfreien Durchfahrt der Straße von Hormus vorgelegt. Demnach soll der Schiffsverkehr auf der südlichen Route wie vor dem Krieg frei möglich sein, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf eine ungenannte Quelle. Der „Axios“-Reporter Barak Ravid bestätigte den Vorschlag am Wochenende auf X. Auf der nördlichen Route entlang der iranischen Küste wären laut CNN Genehmigungen Teherans nötig, allerdings ebenfalls keine Gebühren fällig.

Vertreter des Irans und des Omans hatten zuvor in der omanischen Hauptstadt Maskat über eine Regelung des Schiffsverkehrs verhandelt. Auf omanischer Seite führte Außenminister Badr al-Busaidi die Gespräche, auf iranischer der Außenminister Abbas Araghtschi. Das omanische Außenministerium teilte mit, die Gespräche würden auf technischer und politischer Ebene weiterlaufen. Angaben zu dem Vorschlag machte der Oman nicht. Laut dem Reporter Ravid stand eine Zusage des Irans noch aus.

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran sieht vor, dass Teheran sich mit dem Oman in Abstimmung mit den Anrainerstaaten über die künftige Verwaltung der Meerenge einigen soll. US-Präsident Trump hatte eine Maut dabei mehrfach als inakzeptabel bezeichnet. Ende Juni hatte auch sein Außenminister Marco Rubio noch betont, kein Land habe das Recht, für die Nutzung internationaler Gewässer Geld zu verlangen. Eine solche Forderung werde niemals Bestandteil eines akzeptablen Abkommens sein. „Man kann es Maut oder Gebühr nennen“, sagte Rubio.

Die Straße von Hormus sei internationales Gewässer und gehöre keinem Staat. Dies sei ein grundlegendes Prinzip der internationalen Ordnung. Würde man akzeptieren, dass Staaten Gebühren für die Nutzung internationaler Gewässer verlangten, nur weil diese in der Nähe ihres Hoheitsgebiets lägen, könnte sich ein solcher Anspruch weltweit ausbreiten, argumentierte Rubio weiter.

Verwendete Quellen: fzö/AFP/dpa