Pressekonferenz wirft viele Fragen aufDNA-Ergebnis vom Buckelwal veröffentlicht – war das tote Tier in Dänemark gar nicht Timmy?

Das Mysterium wird immer größer!
Die private Initiative „Save the Ocean” hat insgesamt drei Gewebeproben des Buckelwals in ein Labor eingesendet: einmal entnommen vor Poel, dann direkt aus der Barge, in der Timmy in die Nordsee transportiert wurde, und noch eine zweite Probe von dem gestrandeten Wal in Dänemark. Doch das DNA-Ergebnis wirft mehr Fragen auf, als es Antworten gibt: Anscheinend bestehen Zweifel, dass es sich bei den Proben um dieselbe Tierart handelt.
Proben seien in China in einem Labor untersucht worden
Am Mittwoch (22. Juli) ist die Initiative „Save the Ocean“ mit neuen DNA-Erkenntnissen an die Öffentlichkeit gegangen. Vertreten durch Tierärztin Kirsten Tönnies, die die Ergebnisse alleine vorgestellt hat: „Ich habe Material gehabt, das wir – das darf ich sagen – in dem Land China untersucht worden ist”, erklärt die Tierärztin auf der Pressekonferenz. Doch warum nicht in Deutschland? „Das funktioniert hier nicht. Keiner wollte es machen, inklusive meiner eigenen Labore”, beschreibt Tönnies.
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Bei der Probenentnahme in „Timmys Badewanne” auf dem Weg in Richtung Nordsee war Tönnies nicht selbst dabei. Zudem konnte sie es erst drei Tage später tiefkühlen. Die Probe von der Insel Poel, wo Timmy strandete, ist ebenfalls erst später gekühlt worden. „Weshalb die Qualität natürlich nicht optimal ist”, erklärt Kirsten Tönnies. Zudem gab es noch Probenmaterial, was dem Wal in Dänemark entnommen worden sein soll. Alle drei seien nach China entsandt worden, wo die Proben eben untersucht worden seien.
Im Video: Nach Timmy schwimmt erneut ein Buckelwal in der Ostsee
Ergebnis: Stammen die Proben von derselben Tierart?
„Beide Proben stammen von einem weiblichen Tier”, erklärt Tönnies. So weit, so gut, doch der sogenannte GC-Gehalt macht die Tierärztin stutzig. Der Proteinwert würde zu sehr auseinanderdriften: „Jetzt haben wir hier so eine große Abweichung. Die können wir nicht erklären. Aber auf jeden Fall sagen die: Zwei verschiedene Probengeber sind hier der Hintergrund”. Zudem ergänzt sie noch: „Das Ergebnis der DNA‑Untersuchung lautet, dass die Abweichungen zwischen den Proben unerwartet groß sind – so groß, dass sich die Fachleute die Frage stellen, ob es überhaupt möglich ist, dass sie derselben Tierart entstammen.”
An der Probenqualität solle es laut Tönnies nicht liegen: „Die Proben gelten als verwertbar, die Analysen als technisch sauber. Die großen Unterschiede in den Ergebnissen lassen sich nach Auskunft der Auswertenden nicht damit erklären, dass das Material „verdorben“ oder ungeeignet gewesen wäre.” Und was bedeutet das nun konkret, fragen auch viele der Journalisten bei der Pressekonferenz nach: „Was das letztlich bedeutet, welche Schlüsse man daraus ziehen möchte, ist eine nächste Ebene. Meine Aufgabe heute ist, Ihnen diese Faktenlage transparent zu machen, nicht ein endgültiges Urteil zu fällen”, resümiert die Tierärztin.
Die Timmy-Odysee zusammengefasst
Buckelwal Timmy, ein junger Buckelwal, wurde erstmals am 3. März 2026 in der westlichen Ostsee gesichtet. Timmy strandete mehrfach an der deutschen Küste, unter anderem in der Wismarer Bucht und vor Timmendorfer Strand. Nach der Einstellung offizieller Rettungsversuche übernahm eine private Initiative die aufwendige Rettung. Diese transportierte den Wal in einem speziellen Lastkahn in die Nordsee. Am 14. Mai 2026 wurde ein Buckelwal, der Timmy sein könnte, tot vor der dänischen Insel Anholt aufgefunden.
Verwendete Quelle: RTL-Recherche


