Doku auf RTL+ zeigt den schockierenden FallCharlie (†17) stirbt nach Messerattacke – wie ein Handyvideo den Täter überführte

Charlies Vater Martin hat die Trauer um seinen Sohn mit TikTok verarbeitet.
Charlies Vater Martin hat die Trauer um seinen Sohn mit TikTok verarbeitet.
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„Er hat keine Reue gezeigt.“
Der 17-jährige Charlie Cosser stirbt 2023 nach einer Messerattacke auf einer Party. Der mutmaßliche Täter gesteht zunächst, widerruft später sein Geständnis und zwingt Charlies Familie durch einen belastenden Mordprozess. Erst ein zufälliges Handyvideo bringt die entscheidende Wende.

TikTok hilft Charlies Vater, seine Trauer zu verarbeiten

Als Martin Cosser sein Handy in die Hand nimmt, hat er gerade das wohl Schlimmste erlebt, was Eltern passieren kann. Sein Sohn Charlie wurde bei einer Messerattacke getötet. Der Vater beginnt, Videos auf TikTok zu veröffentlichen – zunächst nur, um mit seiner Trauer umzugehen. Doch daraus entsteht etwas, womit niemand gerechnet hätte.

Wie die Doku „TikTok: Wenn Influencer töten“ (jederzeit auf RTL+ streamen) zeigt, entwickelte sich Martin mit seinen emotionalen Botschaften zu einer bekannten Stimme im Kampf gegen Messerkriminalität in Großbritannien.

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Eine Sommerparty endeet in einer Katastrophe

Charlie Cosser hatte im Sommer 2023 gerade seine Ausbildung zum Landschaftsgärtner begonnen und freute sich auf seine Zukunft. Zum Abschluss des Schuljahres besuchte der 17-Jährige eine Party in West Sussex. Eigentlich war die Veranstaltung erst ab 18 Jahren, dennoch feiert Charlie mit.

Je weiter der Abend fortschritt, desto mehr kippte die Stimmung. Wie der ITV-Reporter James Dunham in der Doku schildert, gab es kaum Sicherheitskräfte, dafür viel Alkohol. Auch der DJ erinnert sich, dass die Atmosphäre immer angespannter wurde. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Plötzlich sah der DJ Charlie auf allen vieren aus dem Festzelt kriechen. „Es ging ihm sichtlich schlecht“, erinnert er sich. Wenige Augenblicke später erfuhr er, dass es eine Messerstecherei gegeben hatte.

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Video-Tipp: Polizei setzt Schockvideos gegen Messergewalt ein

Riss in der Aorta: Ärzte kämpften um Charlies Leben

Rettungskräfte brachten Charlie ins Krankenhaus. Während der Fahrt erlitt der Jugendliche jedoch einen Herzstillstand. Die Sanitäter mussten den Rettungswagen anhalten und Charlies Brustkorb noch auf der Straße öffnen. Ursache war ein Riss der Hauptschlagader, der massive innere Blutungen auslöst.

Charlies Familie durchlebte zweieinhalb Tage voller Hoffnung und Angst am Krankenbett. Zwar überstand der 17-Jährige zunächst eine Operation, doch schon am nächsten Tag bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen der Ärzte. „Man sagte uns, dass wir die lebenserhaltenden Geräte abschalten müssen“, erinnert sich Charlies Mutter Tara in der Doku.

Die Suche nach dem Täter – 16-Jähriger rückte ins Visier der Ermittler

Noch während Charlie um sein Leben kämpfte, begann die Polizei mit den Ermittlungen. Am Tatort herrschet zunächst Chaos, die Mordwaffe wurde nie gefunden. Doch zahlreiche Zeugen berichteten von einem Streit kurz vor der Tat.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand der damals 16-jährige Yura Varybrus, der laut Reporter James Dunham bereits für aggressives Verhalten bekannt gewesen sein soll. Zuerst konnte die Polizei ihn nicht finden: Er soll mit seinen Eltern essen gegangen sein. Wenig später brachte ihn seine Mutter dann selbst zur Polizeiwache. Dort wurde er zunächst wegen versuchten Mordes festgenommen. Nach Charlies Tod wird aus dem Ermittlungsverfahren ein Mordfall.

Zeugen schilderten die Eskalation

Doch was war auf der Party passiert? Staatsanwalt Alan Gardner erklärt in der Doku, dass Yura gemeinsam mit einem Freund auf der Party gezielt Streit gesucht haben soll. Mehrere Zeugen berichten außerdem, dass sich herumgesprochen habe, einer der beiden trage ein Messer bei sich. Dennoch schlug offenbar niemand Alarm.

Als mehrere Mädchen Charlies Freundeskreis ansprachen und berichteten, Yura habe sich ihnen gegenüber übergriffig verhalten, eskalierte die Situation. Laut Staatsanwalt zückte Yura schließlich ein Messer und stach dreimal auf Charlie ein.

Noch bevor die Polizei eintraf, verließ der 16-Jährige den Tatort. Laut Zeugen soll er zuvor noch gesagt haben, dass er jemanden niedergestochen habe. Seine Kleidung sei blutverschmiert gewesen.

Ein Handyvideo brachte die entscheidende Wende

Zunächst bekannte sich Yura schuldig. Später zog er dieses Geständnis jedoch zurück. Für Charlies Familie begann eine monatelange Hängepartie. „Der Aufschub war absolute Folter“, erinnert sich Martins Vater in der Doku. Doch während des Prozesses tauchte dann ein entscheidendes Beweisstück auf: Eine Jugendliche hatte während der Party ihre Freundin auf der Tanzfläche gefilmt – und dabei unbemerkt die Tat aufgezeichnet.

Zusammen mit Zeugenaussagen und der Tatsache, dass Yura nach der Party seine blutverschmierte Kleidung im Garten verbrannt haben soll, überzeugte das Material schließlich die Geschworenen. Das Urteil: lebenslange Haft, frühestens nach 16 Jahren kann eine Entlassung auf Bewährung geprüft werden. „Er hat keine Reue gezeigt“, schildert Charlies Vater nach dem Urteil.

„TikTok-Sensation”: Aus Trauer wird ein Kampf gegen Messergewalt

Noch während des Gerichtsverfahrens begann Martin Cosser, regelmäßig Videos auf TikTok zu veröffentlichen. Vor dem Tod seines Sohnes spielte Social Media im Leben der Familie kaum eine Rolle. Doch plötzlich erreichten seine Aufnahmen Tausende Menschen.

„Es hat mir in diesem Moment sehr geholfen“, sagt Martin über seine ersten Videos. True-Crime-Vloggerin Hayley Comet glaubt, dass viele Menschen deshalb so mitfühlten, weil Charlies Schicksal jeden hätte treffen können. Reporter James Dunham beschreibt Martin als regelrechte „TikTok-Sensation“.

Für Martin selbst steht jedoch etwas anderes im Mittelpunkt: Als Charlie im Krankenhaus im Sterben lag, hielt sein Vater seine Hand und gab ihm ein Versprechen. „Ich habe versprochen, ihm Gerechtigkeit zu verschaffen. Aber vor allem werde ich den Rest meines Lebens damit verbringen, andere Menschen über Messerkriminalität aufzuklären.“ Und genau dieses Versprechen löst er bis heute ein.

Verwendete Quelle: RTL+/TikTok: Wenn Influencer töten