Er ist schon in DänemarkNach dem Wal-Wunder von Poel – wie geht es weiter mit Timmy?

In diesem riesigen Stahl-Becken schwimmt der Buckelwal seiner Freiheit entgegen – es ist die letzte Chance für den sanften Riesen.
In diesem riesigen Stahl-Becken schwimmt der Buckelwal seiner Freiheit entgegen – es ist die letzte Chance für den sanften Riesen.
Philip Dulian/dpa

Ganz Deutschland verfolgt derzeit Timmys Reise Richtung Nordsee.
Umso ist die Frage, welche neuen Informationen es zum Zustand des Tieres und zur laufenden Mission gibt. Nachdem die private Initiative den vor Poel gestrandeten Buckelwal am Dienstag (28. April) erfolgreich bergen konnte, äußerten sich die Verantwortlichen Mittwochmittag ausführlich zur Rettungsaktion.

Minister, Anwältin und DLRG sprechen über die Rettungsaktion

Ganz Deutschland verfolgt Timmys Reise Richtung Nordsee. Während der Buckelwal inzwischen dänische Gewässer hat, richtet sich der Blick am Mittag noch einmal nach Poel. Dort äußern sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus, Rechtsanwältin Constanze von der Meden sowie Oliver Bartelt von der DLRG zur bisher einmaligen Rettungsaktion.

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Minister Backhaus zeigt sich erleichtert. „Er liegt ruhig. Er hat heute Nacht angeblich auch vokalisiert (gesungen Anm. d. Red.). Es geht ihm gut.” Im Mittelpunkt stehen die dramatischen Stunden der Bergung, die Zusammenarbeit der vielen Helfer und die nächsten Schritte für Timmy. Der Minister betont außerdem: „Es war ein Versuch und der Versuch ist geglückt. Sowas hat es in Deutschland noch nie gegeben.” Zum Zustand des Wals erklärt Backhaus: „Das Konzept hat dem Wal nicht geschadet. Er hat keine Verletzungen davongetragen.”

Der Buckelwal soll nun einen Tracker bekommen, um seine weitere Reise besser verfolgen zu können. Die konkrete Stelle, an der Timmy freigelassen werden soll, ist laut Backhaus derzeit noch in Abstimmung und soll nicht verraten werden. Anwältin Constanze von der Meden sagt: „Wir wollen keinen Wal-Tourismus, der Wal soll seine Ruhe haben.”

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„Er hat es uns allen gezeigt“

Für die Wal-Initiative findet Anwältin Constanze von der Meden emotionale Worte: „Der 28. April wird sicherlich ein Tag sein, der in die Geschichte von Deutschland eingeht. Ich habe immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.” Till Backhaus erklärt, er sei persönlich 147 Mal wegen seiner Maßnahmen zur Walhilfe angezeigt worden. Er glaube jedoch daran, dass alle Anzeigen abgewiesen werden. Einen kleinen Wortwitz kann sich der Minister ebenfalls nicht verkneifen und nennt Poel seine neue „Wal-Heimat.” Auch die Idee einer Wal-Statue für Kirchdorf wolle er weiter verfolgen.

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Auf Poel kehrt langsam Ruhe ein

Während Timmy bereits unterwegs ist, wird im Hafen von Kirchdorf zusammengepackt. Nach vielen Wochen endet für viele Helfer der Einsatz. Besonders die freiwilligen Kräfte der DLRG waren rund um die Uhr vor Ort, in der Spitze mit 38 Einsatzkräften. Mit dem humorvollen Abschiedsgruß „Bis zum nächsten Wal” ziehen die letzten Teams ab.

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Backhaus dankt ausdrücklich den Einsatzkräften: „Ohne die DLRG hätten wir das nicht hingekriegt.” Zugleich zieht der Minister eine größere Lehre aus dem Fall Timmy: „Ein solcher Fall wird kein Einzelfall sein.” Man brauche in Zukunft Tierärzte, klare Einsatzstandards und feste Strukturen für ähnliche Notfälle. „Wir haben ein Stückchen Wal-Geschichte geschrieben.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa