Düsterer PrognoseBuckelwal-Rettung: Experten warnen – Tier wird kaum überleben

Der Wal liegt in einem gefluteten Lastschiff kurz vor der dänischen Grenze (Aufnahme aus einem Flugzeug). Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal wird in Richtung Nordsee transportiert. Der Meeressäuger hatte zuvor vier Wochen in der Bucht der Insel Poel festgesteckt. +++ dpa-Bildfunk +++
Der Wal im gefluteten Lastschiff. Darin befindet er sich auf dem Weg aus der Ostsee heraus.
picture alliance/dpa / Philip Dulian

Wochenlang wird um das Leben des gestrandeten Buckelwals gekämpft. Nun befindet er sich tatsächlich auf dem Weg in Richtung Freiheit. Doch erwartet ihn dort der Tod? Mehrere Sachverständige gehen davon aus, dass es so kommen wird. Aufschluss darüber kann letztlich nur ein Peilsender geben.

Viel wurde über ein vermeintlich gutes Ende gejubelt, nachdem der Buckelwal erfolgreich in den Lastkahn getrieben war - Experten der Internationalen Walfangkommission (IWC) warnen jedoch vor einem Trugschluss. „Das Tier scheint schwer geschädigt zu sein und dürfte selbst bei einer Verbringung in tieferes Wasser kaum überleben“, hieß es vom zuständigen Expertengremium für Strandungen. „Nach unserer Einschätzung bedeuten diese Maßnahmen, obwohl sie gut gemeint sind, eine erhebliche zusätzliche Belastung für ein Tier, das bereits schwer erkrankt ist, und bringen letztlich kaum Nutzen.“

Die IWC wurde 1946 als internationale Organisation gegründet, die für die Regulierung des Walfangs und den Schutz der Wale zuständig ist. Heute zählt die Kommission 89 Mitgliedsländer.

Der Buckelwal soll in dem Stahlbecken in einer tagelangen Tour Richtung Nordsee gebracht und schließlich ausgesetzt werden. Das IWC Strandings Expert Panel betonte, der Wal müsse unbedingt mit einem Sender ausgestattet werden. „Ohne Ortungsdaten gibt es keine zuverlässige Möglichkeit, den Ausgang der Intervention zu überwachen, keine Möglichkeit, ein erneutes Stranden rechtzeitig zu erkennen, um darauf zu reagieren, und keine Faktengrundlage, auf der die Entscheidung zur Intervention anschließend bewertet oder verteidigt werden kann.“

Der Buckelwal wird derzeit in der Transport-Barge mit einem GPS-Senderchip ausgestattet, um ihn nach einer geplanten Auswilderung verfolgen zu können. Die Informationen, wo sich der Wal befinde, würden den Initiatoren der Aktion und dem Schweriner Umweltministerium, nicht aber der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, sagte die Rechtsanwältin der privat finanzierten Bergungsinitiative, Constanze von der Meden, bei einer Pressekonferenz auf der Insel Poel.

„Wir wollen keinen Waltourismus generieren.“ Es solle vermieden werden, dass Menschen losführen und nach dem Wal schauten. Der neue Sender sei aus den USA eingeflogen worden und werde in diesen Stunden angebracht. Der Tracker sei nicht vorher an dem Tier festgemacht worden, um das Risiko zu vermeiden, dass er bei der eigentlichen Bergungsaktion in die Barge wieder abgegangen wäre.

Verwendete Quellen: rog/dpa