Polit-Beben in London Britischer Premier Starmer kündigt Rücktritt an

Druck aus der eigenen Partei!
Der britische Premierminister Keir Starmer hat seinen Rücktritt angekündigt. Er ziehe damit die Konsequenzen aus den anhaltend schlechten Zustimmungswerten, sagte Starmer am Montag vor seinem Amtssitz in Downing Street 10 in London.
Starmer verabschiedet sich mit brüchiger Stimme
„Bei jeder Entscheidung, die ich getroffen habe, ging es darum, das Land, das ich liebe, an die erste Stelle zu setzen”, sagte Starmer. Seine Partei habe gesprochen und dem wolle er Gehör schenken: „Aus diesem Grund werde ich als Parteichef der Labour-Partei zurücktreten.”
Er werde sich jetzt Zeit nehmen für seine Familie, sagte Starmer mit brüchiger Stimme und umarmte kurz darauf seine Frau Victoria, die mit ihm vor die 10 Downing Street getreten war.
Nachfolge habe seine volle Unterstützung
In seiner Stellungnahme erklärt Starmer, er habe zuvor am Morgen bereits König Charles über seinen Rücktritt informiert. Er gebe den Posten als Chef der Labour-Partei ab, sagte der 63-Jährige. Bis sein Posten neu besetzt sei, wolle Starmer vorerst Regierungschef bleiben. Er werde nun seine Partei bitten, einen Zeitplan für die Regelung seiner Nachfolge aufzustellen.
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Starmer hatte das Amt des Premierministers nach dem Wahlsieg seiner sozialdemokratischen Labour-Partei im Juli 2024 übernommen. Der Labour-Politiker reagiert mit seinem Rücktritt auf anhaltend schlechte Zustimmungswerte und beugt sich dem seit Monaten steigenden Druck aus seiner eigenen Partei.
Kostet sein größter Rivale Starmer das Amt?
Mit Andy Burnham steht bereits ein potenzieller Nachfolger in den Startlöchern. Der 56-Jährige hätte Starmer Berichten zufolge in eine Führungswahl gezwungen, wäre der Premier zu einer anderen Entscheidung gekommen.
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Burnham hatte vor wenigen Tagen durch den Sieg bei der Nachwahl im Bezirk Makerfield einen Parlamentssitz errungen – die Voraussetzung, um den Premier herausfordern zu können. Ob sich ein weiterer Kandidat für Starmers Nachfolge an der Labour-Spitze aus der Deckung wagt, ist noch offen. Ambitionen hatte zuletzt der als Gesundheitsminister zurückgetretene Wes Streeting gezeigt. Erwartet wird jedoch, dass er sich hinter Burnham einreiht und dafür mit einem Kabinettsposten belohnt wird.
Von einer Krise zur nächsten
Starmer durchlebt angesichts miserabler Umfragewerte seit Monaten eine schwere Krise. In seiner Fraktion steht er schon länger massiv unter Druck, zuletzt kehrten ihm auch immer mehr Kabinettsmitglieder den Rücken. Mehrere Minister traten zurück. Auslöser der jüngsten Zuspitzung war eine schwere Niederlage für Labour bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales im Mai zugunsten der Rechtspopulisten von Reform UK.
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Starmer hangelte sich zuletzt von einer Krise zur nächsten. Zu Beginn des Jahres hing sein Posten schon einmal am seidenen Faden. Da ging es in erster Linie um die Berufung des Epstein-Vertrauten Peter Mandelson zum Botschafter in den USA. Dabei stand im Fokus, wie viel Starmer von dessen Verbindungen mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wusste. (okr)
Quellen: Reuters, dpa
