Als sie das Blaulicht sieht, weiß sie, dass sie heiraten wirdBraut Kathrin verpasst fast ihre Hochzeit – dann greift die Polizei ein
Erst fließen Tränen der Verzweiflung, später Tränen des Glücks!
Nach fast 26 gemeinsamen Jahren wollen Kathrin und Stefan endlich heiraten. Doch ausgerechnet auf dem Weg zur Trauung steckt die Braut plötzlich auf der Autobahn fest. Drei Polizisten werden zu ihren Hochzeitsrettern.
Ausgerechnet am Hochzeitstag geht auf der A38 nichts mehr
Für Kathrin Gavel (58) wird der eigene Hochzeitstag zur emotionalen Achterbahnfahrt. Auf der A38 bei Leipzig steckt die Braut plötzlich im Stau fest. Doch dann eilt die Autobahnpolizei zu Hilfe und rettet ihren großen Tag. Im Gespräch mit RTL erzählt Kathrin, warum sie den Beamten dafür unendlich dankbar ist.
Dabei beginnt der Freitag (9. Oktober) noch ganz entspannt. Gemeinsam mit ihrer Trauzeugin fährt Kathrin vom Hotel in Leipzig zum Friseur nach Naunhof. „Wir hatten Hochzeitsmusik im Radio laufen, sind sehr, sehr gemütlich gefahren“, erzählt sie. Doch dann blockiert ein liegen gebliebener Lkw die A38. Wegen einer Baustelle gibt es kein Entkommen. „Wir waren letztendlich gefangen“, erinnert sich Kathrin. Die Zeit drängt. Um 13.30 Uhr soll Kathrin an der schwimmenden Kirche Vineta auf dem Störmthaler See eintreffen, um 14 Uhr ihrem Stefan das Jawort geben.
Kathrin und ihre Trauzeugin versuchen alles. Sie telefonieren Freunde und Bekannte ab, suchen sogar mithilfe von Google-Luftbildern nach einem Ausweg. Vergeblich. Sieben bis acht Kilometer müsste Kathrin laufen, um überhaupt abgeholt werden zu können. Die Verzweiflung wächst. „Ich habe geflucht, ich habe geweint, ich habe geschimpft, ich bin im Achteck gehopst“, erinnert sie sich.
Doch dann kommt ihr die rettende Idee. „Du hast nur eine Chance, Autobahnpolizei.“ Kathrin greift zum Telefon und hat Glück. „Ich hatte da einen sehr, sehr netten Menschen am Telefon, der dann auch versprochen hat, er hilft mir“, erzählt sie. Entweder werde der Lkw abgeschleppt oder die Polizei hole sie persönlich aus dem Stau.
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Als Kathrin das Blaulicht sieht, weiß sie, dass sie heiraten wird
Nach mehr als einer Stunde ist die Rettung endlich da! Als sich ein Streifenwagen mit Blaulicht durch die Baustelle nähert, fällt Kathrin ein Stein vom Herzen. „Als ich dieses Blaulicht in der Ferne gesehen habe, habe ich gedacht, und jetzt heute, heute heiratest du“, erzählt sie.
Kurzerhand klettert die Braut über die Leitplanke und steigt zu den Polizisten ins Auto. Ihre Trauzeugin muss sie im Stau zurücklassen. Doch auch die schafft es in letzter Minute noch zur Trauung. Die Beamten bringen Kathrin unterdessen direkt zum Friseur nach Naunhof. Dort wartet die Friseurin bereits mit Föhn, Kamm und Schminke, während alle anderen Beteiligten dafür sorgen, dass die Hochzeit trotz Verspätung stattfinden kann.

„Die haben mir echt den schönsten Tag meines Lebens beschert“
Für Kathrin sind die drei Polizisten echte Hochzeitsretter. „Die haben mir echt an dem Tag den schönsten Tag meines Lebens beschert“, schwärmt sie im RTL-Interview. Dabei weiß sie, dass sie kein Notfall war. „Sie haben es trotzdem gemacht.“
Ihre Dankbarkeit ist riesig. „Jungs, danke noch mal, ihr habt das toll gemacht“, richtet sie den Beamten aus. Und dabei soll es nicht bleiben. Kathrin möchte sich persönlich bei der Leipziger Autobahnpolizei bedanken und für einen Verein spenden, in dem sich die Beamten engagieren.
Nach fast 26 Jahren Liebe endlich das Jawort
Fast 26 Jahre sind Kathrin und Stefan schon ein Paar, als er ihr vor gut einem Jahr bei Sonnenuntergang an der Ostsee einen Heiratsantrag macht. In der schwimmenden Kirche Vineta auf dem Störmthaler See geben sich die beiden dann trotz Verspätung das Jawort und feiern anschließend bis nach Mitternacht. Inzwischen ist das Paar wohlbehalten zurück in Mülheim an der Ruhr. Doch die Aufregung sitzt noch tief. „In zwei Wochen werden wir wahrscheinlich nur noch drüber lachen, aber momentan ist es noch zu frisch, als ich das so abtun kann“, gesteht Kathrin. Am Ende überwiegt aber das Glück. „Ende gut, alles gut, kann man nur sagen.“

Ihre Flitterwochen haben Kathrin und Stefan übrigens auf das kommende Jahr verschoben. Dann soll es auf eine Fernreise gehen, vielleicht nach Südostasien. Vor allem aber bleibt Kathrin die Hilfsbereitschaft der Menschen in Erinnerung, die ihre Hochzeit möglich gemacht haben. „Ich finde, dass in der heutigen Zeit einfach mal schöne Nachrichten dazugehören. Und das ist eine“, sagt die glückliche Braut.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Autobahn Polizei Leipzig, MDR



