Polizei prüft EchtheitNach Angriff auf Umspannwerk in Brandenburg: Bekennerschreiben aufgetaucht

Riesaer Mittelständler im Energiebereich investiert 30 Millionen Euro. (Symbolbild)
Nach dem Angriff auf das Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Polizei prüft derzeit, ob es tatsächlich vom Täter stammt. (Symbolbild)  
Patrick Pleul/dpa

Neue Entwicklung nach dem Angriff auf das Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg.
Nach Angaben der Polizei ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Darin soll sich ein Einzeltäter zu der Tat bekennen und Details zu den verwendeten selbstgebauten Flugkörpern nennen. Ob das Schreiben tatsächlich vom Täter stammt, ist bislang allerdings nicht geklärt.

Polizei untersucht Bekennerschreiben

Das Brandenburger Polizeipräsidium in Potsdam teilte am Donnerstag mit, über ein Bekennerschreiben im Zusammenhang mit dem Anschlag informiert worden zu sein.

„Die Authentizität des Schreibens ist Gegenstand weiterer Ermittlungen und kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt, noch verneint werden“, teilte die Polizei mit. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ machten die Behörden zunächst keine weiteren Angaben.

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Nach Informationen der „taz“ bekennt sich in dem Schreiben ein Einzeltäter zu dem Angriff und beschreibt detailliert die dabei verwendeten Selbstbauraketen.

Als mögliches Motiv wird dem Bericht zufolge die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen genannt. Diese sei ein „Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht“, zitiert die Zeitung aus dem Schreiben. Dieses Leid wolle der Verfasser demnach „abwenden oder vermindern“.

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Schreiben soll aus Nordrhein-Westfalen verschickt worden sein

Das Bekennerschreiben soll handschriftlich verfasst und laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen aufgegeben worden sein.

Die „taz“ habe nach eigenen Angaben an der zugehörigen Adresse ein Familienmitglied angetroffen. Dieses habe erklärt, weder von der Tat noch vom derzeitigen Aufenthaltsort des Mannes zu wissen. Die Handschrift des Angehörigen habe die Person dem Bericht zufolge jedoch erkannt.

Angriff mit selbstgebauten Flugkörpern

Der Angriff auf das Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde war am Dienstag verübt worden. Nach Angaben des Netzbetreibers 50Hertz kamen dabei „selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln“, zum Einsatz.

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) zufolge wurde versucht, eine Verbindung zwischen der Höchstspannungsleitung und dem Erdboden herzustellen und dadurch einen Kurzschluss auszulösen.

Die Polizei ermittelt unter anderem wegen des Verdachts einer terroristischen Straftat. Ob das nun aufgetauchte Bekennerschreiben tatsächlich mit dem Angriff in Verbindung steht, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.

Verwendete Quelle: AFP