Elon Musks Satelliten-InternetBrandanschlag auf Starlink-Antennen in Bulgarien: Europäischer Haftbefehl gegen zwei Deutsche

A residential roof featuring a brick chimney, old satellite dish, and a modern Starlink dish against a clear blue sky backdrop.
Der Leiter des bulgarischen Inlandsgeheimdienstes DANS, Plamen Tontschew, geht bei dem Brand in der Starlink-Anlage bei Sofia von Sabotage aus.
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Nicht nur in Polen, auch in Bulgarien brennt eine Anlage des Satellitendienstes Starlink. Im Verdacht stehen zwei Deutsche im Alter von 19 Jahren. Ihnen drohen Haftstrafen von drei bis zwölf Jahren.

Nach einem Brandanschlag auf Starlink-Antennen in Bulgarien ist ein europäischer Haftbefehl gegen zwei deutsche Verdächtige erlassen worden. Das Stadtgericht in Sofia gab einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft statt, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Das Satellitennetz spielt eine wichtige Rolle bei der Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte an der Front. Nach Angaben aus Kiew ist das Satellitennetz auch für die Steuerung von Drohnen und für die Drohnenabwehr wichtig. Das System gliedert sich in den eigentlich zivilen Dienst Starlink und den militärischen Dienst Starshield.

Die Verdächtigen im Alter von 19 Jahren sollen laut Anklage am 9. Oktober acht Starlink-Antennen südlich von Sofia angezündet haben, wie die bulgarische Nachrichtenagentur BTA berichtete. Ihnen drohen Haftstrafen von drei bis zwölf Jahren. Die Verteidiger wollten die Entscheidung des Stadtgerichts in Sofia anfechten. Die Pflichtverteidiger argumentierten, dass Videoaufnahmen keine eindeutige Identifizierung der Täter zuließen, die laut Angaben der Staatsanwaltschaft maskiert waren und Handschuhe trugen. Das Gericht war jedoch der Auffassung, dass die vorliegenden Zeugenaussagen und Sachbeweise für das aktuelle Ermittlungsstadium ausreichten, um eine Strafverfolgung zu rechtfertigen.

Die beiden Verdächtigen waren laut Anklage als Touristen aus Serbien eingereist und bereits nach wenigen Stunden mit einem Auto mit deutschem Kennzeichen wieder nach Serbien zurückgekehrt. Der Leiter des bulgarischen Inlandsgeheimdienstes DANS, Plamen Tontschew, geht bei dem Brand in der Starlink-Anlage bei Sofia von Sabotage aus. „Derartige Sabotage-Akte sind auch in Zukunft nicht ausgeschlossen“, warnte er in einer Fragestunde des Parlaments.

Am 23. September war in einer Bodenstation von Starlink südlich von Warschau ebenfalls ein Brand ausgebrochen. In der vergangenen Woche wurden in Nürtingen bei Stuttgart zwei mutmaßliche Saboteure festgenommen, die den Anschlag verübt haben sollen. Die Regierung in Warschau vermutet russische Geheimdienste hinter der Tat.

Verwendete Quellen: jki/dpa/AFP