Boris Pistorius platzt der Kragen„Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte“

„Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“
Mit diesen drastischen Worten soll Boris Pistorius auf die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt reagiert haben. Der Verteidigungsminister drängte seine SPD anschließend offenbar zu einem öffentlichen Protest.
Pistorius drängt SPD nach AfD-Wahl zu öffentlichem Protest

Die Wahl von Tobias Rausch zum ersten AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt sorgt bei der SPD für heftige Reaktionen. Nach Informationen des stern (gehört zu RTL), geht die anschließende Protestaktion der SPD-Fraktion maßgeblich auf Verteidigungsminister Boris Pistorius zurück.
In der Fraktionssitzung am Dienstagabend habe der SPD-Politiker auf eine deutliche öffentliche Reaktion gedrängt. Teilnehmer zitieren Pistorius mit den drastischen Worten: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“ Der Ausspruch wird dem Maler Max Liebermann zugeschrieben und mit dem 30. Januar 1933, dem Tag der nationalsozialistischen Machtübernahme, in Verbindung gebracht.
SPD vermutet CDU-Stimmen für Tobias Rausch
Zuvor hatten SPD-Fraktionschef Matthias Miersch und Parteichef Lars Klingbeil laut Teilnehmern angekündigt, die Wahl im Koalitionsausschuss mit der Union ansprechen zu wollen. Hintergrund: Die SPD vermutet, dass Tobias Rausch bei seiner Wahl auch Stimmen von CDU-Abgeordneten erhalten haben könnte.
Pistorius wollte es offenbar nicht bei Gesprächen hinter verschlossenen Türen belassen. In Absprache mit Justizministerin Stefanie Hubig schlug er laut stern vor: „Lasst uns zum Ort der Bücherverbrennung gehen.“ Gemeint war der Bebelplatz in Berlin-Mitte, auf dem die SPD-Fraktion schließlich zu ihrer Kundgebung zusammenkam.
Pistorius spricht von „einzigartigem Tabubruch“
Auch bei der Kundgebung fand der Verteidigungsminister deutliche Worte. Das Geschehene sei ein „einzigartiger Tabubruch der parlamentarischen Demokratie“, erklärte Pistorius. Er warf denjenigen, die die Wahl ermöglicht hätten, vor, nichts aus der Geschichte gelernt zu haben. Anschließend stimmte der SPD-Politiker auf dem Bebelplatz die deutsche Nationalhymne an.
Verwendete Quelle stern/ RTL


