Polizei sucht verdächtigen AutorSabotage-Alarm! Wer ist der Mann mit dem Bekennerschreiben?

Für die Angriffe und versuchten Sabotageaktionen an mehreren Umspannwerken könnte ein Einzeltäter verantwortlich sein. Ob sein Bekennerschreiben wirklich authentisch ist, ist unklar. Er will mit der „linken Szene“ nichts zu tun haben.
Nach den Anschlägen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg fahndet die Polizei nach einem Tatverdächtigen. „Uns liegt ein Bekennerschreiben vor und wir gehen den Hinweisen nach“, sagte ein Polizeisprecher in Köln. Gesucht werde nach dem mutmaßlichen Verfasser, der sich zu den Anschlägen in beiden Bundesländern bekannt haben soll.
Die „Taz“, bei der ein Bekennerschreiben nach dem ersten Anschlag in Jänschwalde in Brandenburg einging, schrieb, es handle sich um einen Mann namens Daniel V. Er soll Ende 40 und studierter Mediziner aus Gevelsberg in Nordrhein-Westfalen sein. An seiner Meldeadresse traf die Zeitung eine Familienangehörige an, die angegeben habe, dass Daniel V. schon mehrere Wochen nicht mehr vor Ort gewesen sei.
Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge könnte der Mann einen auffälligen Truck fahren. Dieser soll hoch und kastenförmig sein und mehrere schmale Seitenfenster haben sowie eine Lackierung in Gelb und Rot.
Laut „Taz“ schrieb Daniel V., dass Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ein Verbrechen sei, das unsägliches Leid nach sich ziehe. Dieses wolle er abwenden oder vermindern. Medien würden „einen Scheiß tun, die Dringlichkeit der Situation zu vermitteln“ und der Staat nicht eingreifen, um das Leid abzuwenden. Daniel V. behauptete zudem, allein gehandelt zu haben. Er schreibe dies, weil er befürchte, dass die Taten sonst der „linken Szene“ zugeschrieben würden.
Offener Schaltschrank in Ganderkesee
Der jüngste mögliche Vorfall in Ganderkesee bei Bremen wurde durch einen offenstehenden Schaltschrank ausgelöst. Das teilte eine Polizeisprecherin mit. Demnach sah eine Streifenbesatzung in der Nacht zu Freitag gegen 3 Uhr den offenen Schrank und alarmierte weitere Einsatzkräfte.
Die Polizei suchte das Gelände ab, traf aber keine Person an. Beschädigungen wurden auch nicht festgestellt. „Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung“, so die Sprecherin. Sie verwies darauf, dass Feststellungen im Bereich sensibler Infrastruktur grundsätzlich sehr ernst genommen und sorgfältig überprüft werden.
Jüngst hatte es mehrere Vorfälle an Umspannwerken gegeben. Am Donnerstagabend hatte ein Spaziergänger an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf einen verdächtigen Gegenstand entdeckt. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine Abschussvorrichtung. Die Polizei geht von einem Sabotagedelikt aus. Nach dem Vorfall in Dormagen gingen Bekennerschreiben bei mehreren Medien zu der Tat ein. Auch diese sollen von einem Daniel V. unterzeichnet worden sein und werden derzeit auf Authentizität geprüft.
Verwendete Quellen: rog/AFP/dpa


