Dschihadisten & Rebellen wütenChaos in Mali! Autobombe tötet Verteidigungsminister, seine Frau und zwei Enkel

Tuareg rebels of the Azawad Liberation Front (FLA) coalition ride on the back of a pickup truck in Kidal, on April 26, 2026. April 25, 2026's shock attacks, synchronised by Tuareg rebels of the Azawad Liberation Front (FLA) coalition and the jihadist Group for the Support of Islam and Muslims (JNIM), targeted several areas in the vast arid country.
Fighting resumed on April 26 in several areas, including Kita near Bamako, Kidal, Gao and Severe.
Tuareg rebels meanwhile announced an agreement allowing Russian forces backing Mali's army to withdraw from the northern city of Kidal, which they claimed was "totally" under their control. (Photo by abdollah Ag Mohamed / AFP)
Tuareg-Rebellen am Sonntag in der Stadt Kidal.
AFP / ABDOLLAH AG MOHAMED

Beobachter sprechen von einer neuen Qualität: Seit dem Wochenende attackieren Tuareg-Rebellen landesweit Einrichtungen der Militärjunta in Mali. Dabei kommt auch der Verteidigungsminister ums Leben. Im Norden des Landes melden die Dschihadisten eine Einigung mit russischen Söldnern über einen Abzug.

In Mali haben Dschihadisten und Tuareg-Rebellen am Wochenende landesweite Angriffe auf Einrichtungen des Militärs ausgeführt. Bei einem Angriff nahe der Hauptstadt Bamako wurde Verteidigungsminister Sadio Camara getötet, wie ein Militärsprecher am Sonntagabend im staatlichen Fernsehen verkündete. Camara, seine zweite Frau, und zwei seiner Enkelkinder seien durch eine Explosion einer Autobombe in seiner Residenz in Kati getötet worden, hieß es aus Regierungskreisen. Kati, ein Vorort von Bamako, ist eine Hochburg der regierenden Militärjunta.

Die Tuareg-Rebellengruppe FLA erklärte, die Stadt Kidal im Norden Malis eingenommen zu haben. Später gab die Gruppe dann eine „Einigung“ mit russischen Streitkräften bekannt, welche die malische Junta unterstützen. Die Einigung sehe vor, dass die malische Armee und ihre russischen Verbündeten vom Afrikakorps ein Lager verlassen könnten, „in dem sie sich seit gestern verschanzt hatten“, sagte ein FLA-Vertreter. In sozialen Netzwerken veröffentlichte Videos zeigen einen Militärkonvoi, der russische Söldner beim Abzug aus Kidal unter den Augen von Tuareg-Rebellen zeigen soll.

Das direkt dem russischen Verteidigungsministerium unterstellte Afrikakorps hat die Aufgabe der einst als Gruppe Wagner bekannten Söldnertruppe übernommen und unterstützt die malischen Streitkräfte im Kampf gegen Dschihadisten. Mali hat - wie auch seine Nachbarstaaten Niger und Burkina Faso - die Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich abgebrochen und sich Russland angenähert.

Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM) teilte mit, sie koordiniere die Angriffe mit der FLA. „Gemeinsam führen wir eine wahrhaftige Transformation aus, im Dienste der Religion, des Landes und des Volkes“, erklärte der Al-Kaida-Ableger. Das russische Außenministerium teilte mit, etwa 250 Kämpfer hätten den Flughafen von Bamako und einen nahegelegenen Militärstützpunkt angegriffen. Der Angriff sei jedoch abgewehrt worden. „Die russische Seite äußert ihre tiefe Besorgnis angesichts der aktuellen Ereignisse“, schrieb das Ministerium im Onlinedienst Telegram.

Mali wird seit vielen Jahren von massiver Gewalt erschüttert. Die seit zwei Putschen in den Jahren 2020 und 2021 herrschenden Militärs sehen sich unter anderem mit einer Rebellion islamistischer Extremisten konfrontiert, die immer wieder Anschläge und Angriffe auf Regierungstruppen verüben. Auch sind kriminelle Banden in dem Land aktiv.

Die Angriffe auf Regierungstruppen am Wochenende hatten nach Einschätzung von Beobachtern aber eine neue Qualität. „Wir haben es mit einer riesigen koordinierten Offensive im ganzen Land zu tun, wie wir es seit 2012 nicht mehr gesehen haben, als die Regierung das halbe Land verloren hat“, sagte Charlie Werb vom Sicherheitsberatungsunternehmen Aldebaran Threat Consultants.

Verwendete Quellen: jpe/AFP