Bruder und Cousin sterbenTeenager (15) überlebt tagelang auf gekentertem Fischerboot

Überlebenskampf auf eiskalter See.
Mitten im kalten Beringmeer klammert sich ein 15-Jähriger an den Rumpf eines gekenterten Fischerboots. Rund zwei Tage muss der Teenager dort auf Rettung warten. Sein Bruder und sein Cousin überleben das Unglück nicht. Dann entdeckt die US-Küstenwache den Jungen.
Angelschnur soll sich im Motor verfangen haben
Ein Jugendlicher sitzt allein auf dem nach oben ragenden Rumpf eines gekenterten Fischerboots. Rundherum nur das kalte Wasser vor Alaska. Als die Besatzung der „Northwest Explorer“ den 15-Jährigen schließlich an Bord holt, klappern seine Zähne vor Kälte. Doch er lebt. Wann genau das Boot gekentert ist, ist bislang nicht offiziell geklärt. Nach Angaben einer Tante soll das Unglück am Samstagabend (5. September) passiert sein, berichtet die New York Times. Die US-Küstenwache nennt in ihren Mitteilungen keinen genauen Zeitpunkt des Kenterns.
Der 15-Jährige war am Freitag (4. September) gemeinsam mit seinem 35 Jahre alten Bruder Sidney Kulowiyi und seinem 34-jährigen Cousin Barton Rookok von Savoonga zu einer Heilbutt-Angeltour aufgebrochen. Am frühen Sonntagmorgen (6. September) sollten die drei zurück sein. Doch sie kehrten nicht zurück. Nach Angaben der Familie soll sich eine Angelschnur im Motor verfangen haben. Das Boot sei daraufhin gekentert. Sidney Kulowiyi soll sich in der Schnur verfangen haben und unter das Boot gezogen worden sein. Die genaue Ursache des Unglücks ist von den Behörden bislang nicht festgestellt worden.
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15-Jähriger hat weder Essen noch Trinkwasser
Der 15-Jährige und sein Cousin schaffen es nach Angaben der Familie auf den umgedrehten Rumpf. Dort verbringen sie zunächst gemeinsam die Nacht. Doch auch Barton Rookok überlebt nicht. Nach Darstellung der Familie soll er in Panik geraten und ins Wasser gerutscht sein. Danach ist der Teenager allein.
Stundenlang schlagen die Wellen gegen das gekenterte Boot. Nach Angaben seiner Mutter hat der Junge weder Essen noch Trinkwasser. Teile der Nächte soll er kniend und betend verbringen. Auch die niedrigen Temperaturen machen die Situation lebensgefährlich. Kapitän Adam White von der „Northwest Explorer“ spricht später von einer Wassertemperatur von rund zehn Grad Celsius.
Küstenwache entdeckt Teenager im Beringmeer
Am Montag (7. September) gelingt schließlich die entscheidende Entdeckung: Eine Flugzeugbesatzung der US-Küstenwache sichtet den 15-Jährigen rund vier Meilen – etwa 6,4 Kilometer – östlich von St. Lawrence Island. Die Retter werfen ein Rettungsfloß und Überlebensausrüstung ab. Weil das Flugzeug zum Auftanken abdrehen muss, markieren sie die Position mit Leuchtsignalen. So kann die Besatzung des Fischereischiffs „Northwest Explorer“ den Jugendlichen finden.
Die Fischer holen den stark unterkühlten Jungen an Bord. Kapitän Adam White berichtet später, dass der 15-Jährige trotz klappernder Zähne erzählen kann, was passiert ist. Die Crew versucht, ihn aufzuwärmen, hält ihn im Gespräch und bringt ihn nach Nome.
Für seinen Bruder und seinen Cousin kommt jede Hilfe zu spät. Die Behörden können Sidney Kulowiyi und Barton Rookok nur noch tot bergen.
Verwendete Quellen: U.S. Coast Guard, Alaska State Troopers, dpa, New York Times, KTUU/Alaska’s News Source


