Bange Momente in Le HavreAIDAperla kracht in Kaimauer – so haben Passagiere den Sturm-Abend erlebt

Plötzlich treibt ein riesiges Kreuzfahrtschiff unkontrolliert durch den Hafen!
Nachdem sich die AIDAperla am Dienstagnachmittag (8. September) während eines Sturms in Le Havre vom Kai löst und mit einer Kaimauer kollidiert, erleben Passagiere auf gleich zwei Schiffen dramatische Minuten. Zwei Urlauberinnen schildern RTL jetzt, was an Bord und im Terminal passiert ist – und warum zeitweise sogar die Sorge bestand, dass die AIDAperla die Mein Schiff 3 treffen könnte.
AIDAperla löst sich bei Sturm vom Kai in Le Havre
Es sind bange Momente am Dienstagnachmittag im französischen Le Havre. Während einer unerwarteten Schlechtwetterfront mit Starkwinden löst sich die AIDAperla von ihrem Liegeplatz. Beim anschließenden Manövrieren kommt es nach Angaben der Reederei zu einem Kontakt mit der Pier. Schlepper kommen zum Einsatz und bringen das Kreuzfahrtschiff schließlich zurück an seinen Liegeplatz. Aida betont noch am Abend auf RTL-Nachfrage: „Das Schiff liegt mittlerweile mit Unterstützung von Schleppern sicher vertäut wieder am Liegeplatz. Es wurde niemand verletzt.“
Die Reederei erklärt außerdem: „Die Sicherheit unserer Gäste und Crew hat stets oberste Priorität.“ Deshalb werde die AIDAperla nach dem Vorfall eingehend von Technikern und Behörden überprüft. Doch wie haben die Menschen an diesem Nachmittag die Situation erlebt? Bei RTL melden sich Passagiere beider Kreuzfahrtschiffe, die zu diesem Zeitpunkt im Hafen liegen.
AIDA-Passagierin Nicole: 1.800 Gäste konnten nicht zurück aufs Schiff
Nicole ist selbst Gast auf der AIDAperla und meldet sich nach dem Zwischenfall über die Zuschauerpost bei RTL. Als sie gegen 18.30 Uhr von einem Ausflug zurückkommt, kann sie nicht wieder auf das Schiff. „Da war das Terminal bereits voll mit Menschen und circa 15 Busse standen bereits davor, alle noch besetzt“, schildert sie. Erst gegen 20.00 Uhr kann Nicole nach eigenen Angaben wieder an Bord.
Und sie nennt eine deutlich höhere Zahl als die zunächst kursierenden rund 500 Passagiere, die sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls außerhalb des Schiffes befunden haben sollen. „Nicht 500, sondern 1.800 Gäste waren noch draußen“, berichtet Nicole.
Trotz der langen Wartezeit beschreibt sie die Stimmung keineswegs als chaotisch. Im Gegenteil: „Wir waren informiert und sind hier ganz entspannt“, schreibt sie RTL.
In dieser Situation bekommen die AIDA-Passagiere unerwartete Unterstützung vom Nachbarschiff. „Die Mein Schiff 3 hat uns spontan mit Essen versorgt“, berichtet Nicole weiter.
„Das war total aufregend und irgendwie auch beängstigend“
Wie ernst sich die Situation an Bord des Nachbarschiffs zeitweise anfühlt, schildert uns „Mein Schiff”-Passagierin Kathi Korn im RTL-Interview. Den eigentlichen Kontakt der AIDAperla mit der Kaimauer bekommt sie zwar nicht unmittelbar mit. Doch kurz danach bemerkt sie, dass etwas nicht stimmt.
„Das war gestern total aufregend und irgendwie auch beängstigend tatsächlich“, erzählt sie. Auf der Mein Schiff 3 seien plötzlich mehrere Codes durchgesagt worden, die die Passagiere nicht hätten einordnen können. Zunächst denkt Kathi noch an eine Übung. Doch die würden normalerweise angekündigt. Dann wird ihr klar: Diesmal ist es ernst.
„Dann hieß es auch auf einmal: Der vordere Teil des Schiffs muss evakuiert werden“, berichtet die dreifache Mutter. Ausgerechnet dort befindet sich ihre Familie zu diesem Zeitpunkt.
Ihr erster Gedanke gilt ihren Kindern im Alter von fünf, acht und elf Jahren: „Das war so meine erste Sorge: schnell die Kinder schnappen.“
AIDAperla treibt auf Mein Schiff 3 zu
Kathi beobachtet, wie die Situation draußen immer bedrohlicher wirkt. Passagiere kommen teilweise in Bademänteln aus Sauna und Schwimmbad, die Crew bereitet sich nach ihrer Schilderung auf eine mögliche Evakuierung vor.
Dann erfahren die Urlauber nach Kathis Angaben, dass sich die AIDAperla ihrem Schiff nähert und Schlepper versuchen, sie aufzuhalten.
Von einer Außenplattform aus beobachtet Kathi das Manöver. „Ich habe das dann wirklich beobachten können, wie die gefährlich nah kam“, erzählt sie. Schlepper hätten sich an der Seite der AIDAperla positioniert und das Schiff in die andere Richtung gedrückt.
Auch die Mein Schiff 3 wird wegen der starken Böen zusätzlich stabilisiert. Das schildert auch ein Sprecher von TUI Cruises bestätigt am Dienstag: Vorsorglich seien zwei Schlepper eingesetzt worden, um das eigene Schiff an der Pier zu halten. Zu einer Kollision der beiden Kreuzfahrtschiffe kommt es zum Glück nicht.
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„Wir haben schon gedacht: Das prallt jetzt gleich auf uns“
Für die Passagiere ist das in diesem Moment allerdings noch nicht absehbar. „Wir waren auf dem Schiff und haben schon gedacht: Da prallt jetzt gleich die AIDAperla auf uns“, erinnert sich Kathi.
Vor allem unter den Kindern macht sich nach ihrer Beobachtung Angst breit. „Ich habe ganz viele Kinder gesehen, die dann geweint haben, von den Eltern beruhigt wurden.“ Auch Erwachsenen sei die Anspannung anzusehen gewesen.
Gleichzeitig lobt Kathi die Reaktion der Besatzung. „Der Kapitän hat wirklich klasse Arbeit geleistet“, sagt sie. Die Crew habe ihre Positionen eingenommen und sich auf den Ernstfall vorbereitet.
Nach ungefähr einer halben Stunde folgt schließlich die erlösende Nachricht: Die Situation ist gesichert. Kathi beobachtet anschließend, wie Schlepper die AIDAperla drehen und wieder an ihre Position bringen.
TUI Cruises fasst den Ausgang gegenüber RTL so zusammen: „Die Situation war unter Kontrolle. Schlepper waren im Einsatz, um das andere Schiff zu stabilisieren.“
Mein-Schiff-Passagiere winken den AIDA-Gästen zum Abschied
Zunächst bleibt der Hafen gesperrt. Später kann die Mein Schiff 3 ihre Reise Richtung Zeebrugge fortsetzen. Beim Ablegen kommt es noch zu einem besonderen Moment zwischen den Passagieren beider Schiffe. Auf der zurückbleibenden AIDAperla hätten zahlreiche Menschen ihre Handylichter eingeschaltet und zum Nachbarschiff gewunken, erzählt Kathi. Die Passagiere der Mein Schiff 3 winken daraufhin zurück.
Auch der Kapitän setzt nach Kathis Schilderung ein Zeichen. „Aus Solidarität werden wir heute nicht mit Musik losfahren wie üblich, sondern ohne“, habe er den Passagieren mitgeteilt.
Für Kathi bleibt vor allem der Moment im Kopf, in dem die wesentlich größere AIDAperla auf ihr Schiff zutreibt. „Diesen Anblick von einer riesen AIDAperla, die auf uns zutreibt, den werde ich auch so schnell nicht vergessen.“
Am Ende geht der Zwischenfall weitestgehend glimpflich aus. Aida bestätigt, dass niemand verletzt wurde. Während die Mein Schiff 3 Le Havre verlassen konnte, blieb die AIDAperla zunächst für Untersuchungen im Hafen. Wie es für die Passagiere weitergeht, soll ihnen nach Nicoles Angaben am Mittwoch gegen 17.00 Uhr mitgeteilt werden.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche


