Schon mal darüber nachgedacht?Darum gehen ältere Menschen so oft mit den Händen hinter dem Rücken

Im Park, beim Sonntagsspaziergang oder auf dem Weg zum Einkaufen: Dieses Bild kennt wohl jeder. Gerade ältere Menschen schlendern häufig mit hinter dem Rücken verschränkten Händen. Aber warum eigentlich? Nur eine Angewohnheit ist das möglicherweise nicht – die Haltung verändert tatsächlich, wie sich Oberkörper und Arme beim Gehen bewegen.
Das passiert, wenn wir die Hände hinter den Rücken nehmen
Wer die Hände hinter dem Rücken verschränkt, verhindert zunächst den normalen Armschwung. Gleichzeitig werden die Schultern etwas nach hinten geführt und der Oberkörper kann sich aufrichten.
Gerade nach langem Sitzen oder einer nach vorne gebeugten Haltung kann sich das angenehm anfühlen. Die Position bildet gewissermaßen einen Kontrast zu der Haltung, die viele beispielsweise am Schreibtisch oder beim Blick aufs Smartphone einnehmen. Automatisch gesünder ist das Gehen mit verschränkten Händen deshalb aber nicht.
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Darum schwingen unsere Arme beim Gehen überhaupt mit
Beim normalen Gehen passiert etwas, worüber wir kaum nachdenken: Arme und Beine bewegen sich gegengleich. Geht das rechte Bein nach vorne, schwingt normalerweise der linke Arm mit – und umgekehrt. Dieser Armschwung ist ein ganz normaler Bestandteil unseres Gangbildes.
Und er ist keineswegs überflüssig. Eine im Fachjournal „Gait & Posture“ veröffentlichte Studie untersuchte beispielsweise 21 ältere Menschen mit einem Durchschnittsalter von knapp 82 Jahren. Sie sollten einmal normal, einmal ohne Armschwung und einmal mit bewusst verstärktem Armschwung gehen. Dabei zeigte sich: Ein stärkerer Armschwung verbesserte einen Messwert für die seitliche Stabilität des Rumpfes.
Auch beim Energieverbrauch spielt die Bewegung offenbar eine Rolle. Für eine im „Journal of Biomechanics“ veröffentlichte Studie gingen jüngere und ältere Erwachsene unter verschiedenen Bedingungen – unter anderem mit und ohne Armschwung. Ohne die natürliche Armbewegung stieg ihr Netto-Energieverbrauch beim Gehen um etwa fünf bis sechs Prozent.
Dass sich der Armschwung mit dem Alter verändert, zeigte wiederum eine Studie im Fachjournal „PLOS ONE“. Untersucht wurden 60 gesunde Erwachsene zwischen 30 und 77 Jahren. Mit zunehmendem Alter wurde ihr Armschwung kleiner. Gleichzeitig gingen die älteren Teilnehmer langsamer.
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Warum sieht man die Haltung besonders häufig bei Senioren?
Eine eindeutige wissenschaftliche Erklärung dafür gibt es nicht. Gut belegt ist allerdings, dass sich unser Gang mit dem Alter verändert. Eine 2015 im Fachjournal „PLOS ONE“ veröffentlichte Studie mit 60 Erwachsenen zeigte: Mit zunehmendem Alter wurde der Armschwung kleiner, gleichzeitig gingen die Teilnehmer langsamer.
Ob ältere Menschen deshalb häufiger die Hände hinter dem Rücken verschränken, ist wissenschaftlich nicht belegt. Für viele dürfte die Haltung schlicht bequem sein – oder zur Gewohnheit geworden sein.
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Ist die typische „Opa-Haltung“ gesund?
Kurz gesagt: Einen besonderen gesundheitlichen Vorteil hat diese Haltung nach aktuellem Forschungsstand nicht. Die Hände hinter dem Rücken zu verschränken, kann sich zwar angenehm anfühlen und Schultern sowie Oberkörper vorübergehend in eine andere Position bringen. Wissenschaftliche Belege dafür, dass diese Art zu gehen gesünder ist, gibt es aber nicht.
Die zuvor genannten Studien sprechen vielmehr dafür, die Arme beim normalen Gehen frei mitschwingen zu lassen. Der natürliche Armschwung kann unter anderem zur Stabilität beitragen und das Gehen effizienter machen.
Für ein paar gemütliche Schritte mit den Händen hinter dem Rücken spricht trotzdem nichts. Zur besonders gesunden „Opa-Haltung“ wird sie dadurch aber nicht. Entscheidend ist vor allem, regelmäßig in Bewegung zu bleiben.
Verwendete Quelle: Blick, Plos One, Gait & Posture, Journal of Biomechanics
































