Backpacker-Drama in Australien25 Jahre nach Outback-Mord sucht die Polizei wieder nach Peter Falconio

Peter Falconio und Joanne Lees in ihrem VW-Bus
Peter Falconio und Joanne Lees in dem VW-Bus, mit dem sie in Australien unterwegs waren
NT Police
von Philipp Petersdorff

Der Fall schockierte Menschen auf der ganzen Welt.
Vor 25 Jahren verschwand der britische Backpacker Peter Falconio spurlos im australischen Outback. Sein Mörder wurde zwar verurteilt, doch die Leiche des jungen Briten wurde nie gefunden. Jetzt startet die Polizei einen neuen Anlauf – und hofft auf den entscheidenden Hinweis.

Ein Verbrechen, das Australien bis heute beschäftigt

Peter Falconio war am 14. Juli 2001 gemeinsam mit seiner Freundin Joanne Lees in einem orangefarbenen VW-Bus auf dem Stuart Highway unterwegs. In der Nähe von Barrow Creek wurden die beiden von Bradley John Murdoch angehalten. Er behauptete, aus dem Fahrzeug kämen Funken.

Als Falconio ausstieg, erschoss Murdoch den 28-Jährigen. Anschließend fesselte er Joanne Lees mit Kabelbindern und wollte sie entführen. Der jungen Britin gelang jedoch die Flucht. Sie versteckte sich stundenlang im Busch und konnte schließlich einen vorbeifahrenden Lastwagen stoppen. Ihre Aussagen führten später maßgeblich zur Überführung des Täters.

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Polizei gibt die Hoffnung nicht auf

Zum 25. Jahrestag des Verbrechens betont Polizeipräsident Martin Dole, der Fall könne erst abgeschlossen werden, wenn Peter Falconios Leiche gefunden werde. Die Ermittler hätten in den vergangenen Jahren immer wieder Suchaktionen durchgeführt – zuletzt noch im vergangenen Jahr. Nun appellieren sie erneut an mögliche Zeugen. Selbst kleinste Hinweise könnten entscheidend sein.
Für Informationen, die direkt zum Auffinden der sterblichen Überreste führen, wurde die Belohnung bereits im vergangenen Jahr auf umgerechnet rund 300.000 Euro erhöht.

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Neue Fotos sollen Bewegung in den Fall bringen

Der Mörder Bradley Murdoch während der polizeilichen Ermittlungen und der Bus von Peter Falconio und Joanne Lee
Der Mörder Bradley Murdoch während der polizeilichen Ermittlungen und der Bus von Peter Falconio und Joanne Lee
NT Police

Begleitend zum Jahrestag veröffentlichten die Ermittler außerdem bisher unveröffentlichte Fotos und neues Bildmaterial aus den Akten. Die Hoffnung dahinter: Vielleicht erkennt jemand ein Detail wieder oder erinnert sich nach einem Vierteljahrhundert doch noch an eine Beobachtung, die damals unwichtig erschien. Denn für Peter Falconios Familie gibt es bis heute keine Möglichkeit, Abschied zu nehmen.

Mörder starb – das größte Rätsel blieb

Murdoch wurde 2005 wegen Mordes und versuchter Entführung zu lebenslanger Haft verurteilt. Seine Unschuld beteuerte er jedoch bis zuletzt. Im vergangenen Jahr starb er an Krebs, ohne jemals preiszugeben, wo er Falconios Leiche versteckt hatte. Damit nahm er das wohl wichtigste Geheimnis des Falls mit ins Grab.

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Kurz vor seinem Tod versuchten Ermittler noch einmal, ihn zum Reden zu bewegen. Die Polizei veröffentlichte inzwischen bislang unveröffentlichtes Videomaterial dieser Befragung. Darauf weist Murdoch jede Verantwortung zurück und verweigert jede Auskunft über den Verbleib des Toten. Die Beamten hoffen, dass die Aufnahmen doch noch jemanden dazu bewegen, entscheidende Informationen weiterzugeben.

Verwendete Quellen: Northern Territory Police Force, abc.net.au, bbc.com